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Krematorium contra Veltins: Ansiedlung  in Werl geplatzt

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Unvereinbar in den Interessen: Veltins wird nach juristischen Streitereien nicht hinter dem Krematorium bauen.

Werl - Aus der Schaum: Nach dem Interessenskonflikt um die Erweiterung des Krematoriums hat die Veltins-Brauerei ihre Ansiedlungspläne in Werl beerdigt. Das Aus für das Vorhaben bestätigte die Stadtverwaltung Werl am Montag auf Anfrage unserer Partnerzeitung Soester Anzeiger.

Darüber hinaus gab die Stadt aber keine Stellungnahme ab. Etwas gesprächiger war Veltins-Sprecher Uli Biene.

Man habe die Stadt schriftlich informiert. Ausschlaggebend seien wachsende Probleme beim ausgesuchten Grundstück in Nachbarschaft zum Krematorium gewesen. Das erste Grundstück passte nicht, da es zu nahe an Wohnbebauung grenzte; beim zweiten hinter dem Krematorium habe es erst Abwasserauflagen gegeben, dann seien nötige archäologische Grabungen aufgeführt worden und letztlich das Problemfeld „Krematorium“ aufgetaucht.

Daher habe man die Reißleine gezogen, „ehe es noch mehr Handicaps gibt“, sagt Uli Biene. Handicaps, die die Stadt zuvor nicht gesehen oder nicht kommuniziert habe. Man wolle aber nicht noch mehr Zeit verlieren. Nun siedelt die Veltins-Tochter „Westfälische Gastronomie Service GmbH“ als Mieter ab September für drei Jahre in Bad Sassendorf in einer neuen Halle in Lohne am „Hagenbusch“ an.

"Würdevolles Umfeld"

Damit habe man zunächst den Zeitdruck raus. Zuletzt hatte die Forderung nach einem „würdevollen Umfeld“ samt Erweiterungsabsichten des Krematoriums die Pläne ins Stocken gebracht. Veltins wollte am Bergstraßer Weg ein Distributionszentrum bauen. Die Pläne waren weit gediehen, als die Krematorium GmbH gegen den positiven Bauvorbescheid der Stadt für Veltins klagte.

Probleme mit der Stadt: Ansiedlung von Veltins steht auf der Kippe

Sie sah sich in ihren Entwicklungsmöglichkeiten und womöglich im Bestand eingeschränkt. Auch sprach sie von Erweiterungsabsichten. Die Verwaltung prüfte und stellte fest, dass die Erweiterung schwierig ist, da ein Krematorium nach Rechtssprechung „in ein beschauliches und würdevolles Umfeld einzubetten ist“. Lärm und Geschäftstätigkeit eines Gewerbegebietes lösen Nutzungskonflikte und Spannungen aus.

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Die Folge: Das Areal müsste zur „Abschottung“ größer ausfallen, auf das ausgesuchte Veltins-Areal. Die Stadt reagierte und bot Veltins einen anderen Grundstückszuschnitt für die Getränkelogistik an.

Man sei bemüht, die Ansiedlung von Veltins unter Berücksichtigung der Krematoriums-Pläne zu realisieren, sagte die Stadt Mitte Januar. Veltins war darüber dem Vernehmen nach alles andere als erfreut, hielt sich in einer Bewertung aber bedeckt.

Auch gestern bezeichnete Biene die Gespräche mit der Stadt als „angenehm“. Man wolle aber kein Risiko gehen. Die Krematorium Werl GmbH gehört mehrheitlich der Stadt Werl, zu 49 Prozent ist sie eine Tochter der Krematorium Hamm GmbH.

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