Positive Trendwende

Kriminalstatisik weist weniger Straftaten und höhere Aufklärungsrate im HSK auf

Polizeidirektor Klaus Bunse, Landrat Dr. Karl Schneider und Kriminaloberrat Josef Jakobi (von links) freuten sich, im Zuge der Kriminalstatistik 2017 positive Entwicklungen verkünden zu können. Foto: Claudia Metten

Meschede/Hochsauerland. Es wurde zwar viel „betrogen“ im vergangenen Jahr, aber dennoch ist der Hochsauerlandkreis immer noch eine der sichersten Regionen in Deutschland. Mit 12.260 verübten Straftaten wies die Kriminalstatistik 2017 im Vergleich zum Vorjahr 41 Delikte weniger auf. Damit ergibt sich auch im vierten Jahr in Folge eine abnehmende Tendenz, wie die Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis am vergangenen Montag bekannt gab.

Die Aufklärungsrate wurde von 54,74 Prozent im vorletzten Jahr auf erfolgreiche 57,04 Prozent 2017 weiter gesteigert. Damit fiel die Kriminalstatistik 2017, die die Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis im Mescheder Kreishaus vorstellte, in fast allen Punkten positiv aus.

„Die Statistik hat eine anziehende, erfreuliche Wirkung. Die Aufklärungsquote der verübten Straftaten steigt seit drei Jahren und hat mit 57,04 Prozent den höchsten Stand seit 2007. Das liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Ein Dank daher an alle Bürger, die dazu beigetragen haben, mit Hinweisen die Aufklärungsquote zu erhöhen“, so Landrat Dr. Karl Schneider.

Eine positive Trendwende, die fast in allen Bereichen zu verzeichnen ist. Die steigende Zahl der Gewaltdelikte (Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung, schwere sexuelle Nötigung, gefährliche und schwere Körperverletzung, Geiselnahme) der vergangenen Jahre wurde 2017 gestoppt. Mit 393 Fällen ist ein Rückwärtstrend um acht Fälle im Vergleich zu 2016 zu verzeichnen. Auch im Bereich Raubdelikte und Diebstähle ist ein gravierender Abwärtstrend in den Kommunen zu beobachten. Wurden 2016 noch 75 Delikte verübt, sind 2017 nur noch 48 Fälle im Bereich Handtaschen- und Straßenraub, Spielhallenraub sowie Raub in Wohnungen angezeigt worden.

168 Einbrüche weniger

Die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen war ein Behördenschwerpunkt der Kreispolizeibehörde, der äußerst positiv hervorzuheben sei, so die Vertreter der Kreispolizei. Objektberatungen, individuelle Sicherheitsberatungen sowie die Verschärfung der Strafandrohung im Strafgesetzbuch trugen dazu bei, die Zahl der Einbrüche von 417 Fällen im Jahr 2016 auf 249 im vergangenen Jahr zu verringern. „Im Bereich der Wohnungseinbrüche ist eine gute Entwicklung zu verzeichnen. Die Bekämpfung von Einbrüchen war ein Schwerpunkt der Kreispolizeibehörde HSK. Mit einer Reduzierung um 40,29 Prozent sank die Zahl der Einbrüche um 168 Fälle im vergangenen Jahr. Und trotzdem ist jeder Einbruch einer zu viel“, sagte Polizeidirektor Klaus Bunse.

Bei den Tatverdächtigen im Bereich Wohnungseinbrüche ist anhand der Statistik zu ersehen, dass 54 Prozent der Tatverdächtigen aus Serbien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien und dem Kosovo kommen. Kriminaloberrat Josef Jakobi: „Die hohe Zahl ist damit zu erklären, dass viele der Täter einen Residenten (Stützpunkt) hier im Hochsauerlandkreis haben, der ihnen lukrative Tipps gibt. Wir werden daher weiter auf Prävention und Aufklärung setzen.“

Auffällig stark zugenommen hat im Vergleich zu 2016 die Anzahl der Sexualdelikte 2017. Waren es 2016 noch 117 Fälle, wurden 2017 hingegen schon 156 Delikte angezeigt. Ausgeführt wurden die Sexualstraftaten zu 80 Prozent von deutschen Bürgern und zu 20 Prozent von nichtdeutschen Tatverdächtigen.

Neue Delikte zur Anzeige gebracht

„Die Zahl ist gestiegen durch den eingeführten Paragraph 184 i StGB. Erstmalig werden seit der Einführung 2017 auch Delikte wie verbale sexuelle Beleidigungen zur Anzeige gebracht“, erklärte Josef Jakobi den Anstieg von 33,3 Prozent.

Auch im Bereich Rauschgiftkriminalität fielen die Zahlen von 2017 positiv aus. Ein Rückgang von 12,4 Prozent oder 96 Straftaten ist im Vergleich zu 2016 zu verzeichnen. Insgesamt drei vollendete Tötungsdelikte (Mord) sowie zwei versuchte Tötungsdelikte (Totschlag) wurden für das Jahr 2017 erfasst.

Positiv fiel die Zahl im Bereich Taschendiebstahl aus. Insgesamt 125 Straftaten wurden im Vergleich zu 2016 mit 178 Delikten verübt. Das bedeutet einen Rückgang von 27,77 Prozent, der damit begründet wird, dass eine höhere Kontrolldichte Taschendiebe abschreckt.

Erschreckend ist jedoch der Verlauf im Bereich der Betrugsdelikte. Während 2016 1.456 Vergehen angezeigt wurden, waren es 2017 schon 1.959 Fälle. Das bedeutet einen Anstieg von 503 Fällen oder 34,55 Prozent. Am deutlichsten schlägt dabei die Beförderungserschleichung und der Enkeltrick-Betrug zu Buche. „Die Anrufer sind extrem manipulativ am Telefon. Darum setzen wir auf Prävention, schulen Bankangestellte und klären weiterhin verstärkt auf“, so Jakobi.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2017 5.275 Personen als Tatverdächtige einer Straftat ermittelt, davon waren 2.551 Personen (48,4 Prozent) bereits polizeilich in Erscheinung getreten.

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger fiel um 2,1 Prozentpunkte auf nunmehr 23,7 Prozent. Insgesamt wurden 441 Opferschutzfälle, darunter 277 Fälle häuslicher Gewalt und 36 Opfer sexueller Gewalt durch den Opferschutzbeauftragten bearbeitet.

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