Bürger wachrütteln und sensibilisieren

Künstler Jan Philip Scheibe macht auf Fichtensterben aufmerksam

Künstler Scheibe Fichte Holzhacken
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Hamburger Künstler Jan Philip Scheibe zerhackt eine Fichte auf dem Mescheder Marktplatz.

Unsere Waldheimat verändert sich durch den Klimawandel und die damit verbundenen Umweltkatastrophen wie beispielsweise extreme Hitze, Dürre, Stürme oder auch Überflutungen. Der westfälische Fichtenwald stirbt, doch was macht das mit den Menschen, der landschaftlichen Heimatverbundenheit, mit Waldkultur und Waldsehnsucht, der viele nicht nur in Pandemiezeiten intensiv frönen?

Der Hamburger Künstler Jan Philip Scheibe beschäftigte sich auf Einladung der Kreis- und Hochschulstadt Meschede mit den nahe gelegenen Fichtenwäldern. In insgesamt fünf Kapiteln widmete er sich dem brisanten Thema „Fichtensterben“ und beantwortete die Fragen mit Mitteln der Kunst.

„Problem in die Stadt gebracht“

Nun schlug der Künstler oberhalb der Waldbar eine tote Fichte. Diesen acht Meter langen Baum transportierte er im grauen Anzug durch die Stadt bis hin zum Marktplatz an der St. Walburga Kirche. Dort zersägte und zerhackte er die Fichte vor den staunenden Passanten, die wissbegierig auf ihn zukamen.

„Die Fichtenwälder sterben. Ich habe das Problem mit in die Stadt gebracht, um auf die herzzerreißende Entwicklung aufmerksam zu machen. Die Leute fragen nach, sind neugierig. So kann ich emotional auf die Veränderung aufmerksam machen“, erklärte Jan Philip Scheibe, der als Kind lieber in den Wald als in die Schule ging.

Fichte Teil der Kultur

Mit seiner Darbietung verarbeitet Scheibe eigene Kindheitserfahrungen und seine Beziehung zum Wald. Er will wachrütteln, mit den Bürgern in Diskussion treten und sensibilisieren, da die Fichte Teil der Kultur sei.

„Der Wald meiner Kindheit hat sich in nur zwei bis drei Jahren radikal verändert. Darum habe ich die Frage mit in die Stadt gebracht: Was macht das mit uns, der Wirtschaft und der Waldkultur?“, so der Hamburger Künstler.

Aus seinem Kleinholz bereitete Jan Philip Scheibe anschließend auf einem portablen, ungarischen Gulaschofen, eine traditionelle Sauerländer Schnippelbohnensuppe mit Speck und Mettwürstchen. Neben den traditionellen Zutaten würzte er den deftigen Eintopf mit Ingredienzien, die trotz Klimawandel in westfälischen Gärten heimisch sind. Die kostenlose Suppe servierte er anschließend mit viel Freude den hungrigen Gästen auf dem Marktplatz in Meschede.

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