Längst angekommen in Aalen

Wolfgang Weiß im Gespräch mit einem Händler vor dem Brunnen auf dem historischen Marktplatz.

Ein kleines Städtchen im Herzen Ostwürttembergs, knapp 70.000 Einwohner, jeder kennt sich, eine malerische Innenstadt mit engen Gassenund umgeben von Fachwerkhäusern, nette Menschen mit unüberhörbarem Dialekt: das ist die Stadt Aalen. Mittendrin lebt seit Juli des vergangenen Jahres der frühere Mescheder Citymanager Wolfgang Weiß.

Um zu erfahren, wie es ihm seit seinem Abschied aus dem Sauerland ergangen ist, hat der KURIER den 35-jährigen und seine Familie in Süddeutschland besucht. "Wir fühlen uns sehr wohl", sagt Wolfgang Weiß glücklich, der nun als Citymanager Aalens die Geschicke des dortigen Innenstadtvereins leitet. Man genieße die Nähe zu den Omas und Opas der Söhne Ole und Ben, erzählt er während eines Stadtbummels. Es sind gefühlte 14 Grad, die Sonne scheint und die gesamte Innenstadt ist ein einziger Biergarten. Überall vor den Lokalen sitzen Menschen und plaudern angeregt miteinander.

Es ist dieser gemütliche Charme, den die schwäbische Kleinstadt versprüht und die Wolfgang Weiß so schätzt. "Natürlich erfordern Dialekt und die schwäbische Küche eine gewisse Eingewöhnungsphase, woll", fügt er scherzhaft hinzu.

Wie auch schon in Meschede habe die Familie "großes Glück mit tollen Nachbarn", das mache vieles leichter. Ehefrau Meike scheint beruflich ein "Klosterfan" zu sein, da sie nach der Anstellung am Gymnasium der Benediktiner nun in Neresheim am Gymnasium lehrt — der Ort ist bekannt für seine Benediktinerabtei. "Da wir auch immer wieder Besuch aus dem Sauerland haben, kennen einige Mescheder die Stadt und die Freizeitmöglichkeiten bestimmt schon besser als wir und erste Fragen zu Aalen können problemlos vor Ort im Sauerland beantwortet werden", schmunzelt Wolfgang Weiß. Auch beruflich läuft für ihn vom ersten Tag an alles bestens. In der Presse bezeichnete man den Citymanager bereits als "Glücksfall".

Die Voraussetzungen in Aalen, sagt er, seien jedoch durchaus andere als in Meschede: "Die eingeplanten etwa 27,5 Millionen Euro Gewerbesteuer wurden hier noch um mehr als 6 Millionen Euro in 2007 übertroffen. Für die Sommeraktion in der Aalener City steht mir etwa die gleiche Summe zur Verfügung wie in Meschede für das ganze Jahr für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung zusammen."

Trotzdem wisse er heute zu schätzen, in Meschede das Sparen von der Pieke auf gelernt zu haben. Wenn eine Stadt finanziell so auf Rosen gebettet ist wie Aalen, stellt auch eine Autoverlosung zu verschiedenen Aktionen keinen größeren finanziellen Kraftakt dar — insgesamt seien das im vergangenen Jahr 25 Fahrzeuge gewesen, so Weiß.

Noch regen Kontakt nach Meschede

In Aalen arbeit er zielgerichtet nur für die Entwicklung der gewachsenen, historischen Innenstadt. Die Position ist zweigeteilt: zum einen Amtsleiter innerhalb der relativ großen Verwaltung und Geschäftsführer des Innenstadtvereins mit gut 250 Mitgliedsunternehmen. Da Weiß viele Erfahrungen in Meschede und dem Hochsauerlandkreis sammeln konnte, arbeitet er auch in den Bereichen Breitband-Versorgung, Demografie und bei der Diskussion um ein Oberzentrum für die Region — das natürlich Aalen heißen sollte — kräftig mit. Beim Stichwort Breitband-Versorgung schickt er gleich einen freudigen Gruß in seine alte Heimat: "Glückwunsch nach Remblinghausen, da haben sich all die Gespräche ja doch noch gelohnt."

Man spürt, dass Wolfgang Weiß immer noch bestens informiert ist, was in und um Meschede passiert: "Neben den momentan heiß diskutierten Themen wie Flussquerungen und dem Standort von Rettungseinrichtungen nehme ich natürlich auch wahr, dass im Bereich des Bahnhofs und des Rathauses die Entwicklung vorangeht. Besonders gefreut hat mich aber der fertige Spielpunkt am Kaiser- Otto-Platz. Für einen familienfreundlichen Standort kann man sicher nicht genug tun."

Den nächsten Besuchstermin in Meschede hat Wolfgang Weiß in seinem Kalender bereits dick unterstrichen: "Zum St. Georgs-Schützenfest bin ich natürlich da." Bis dahin schickt er schon Mal viele Grüße via KURIER ins Sauerland!

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