"Würden wieder so handeln"

Landrat und Polizeidirektor ehren couragierte Zeugen aus dem HSK

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Landrat Dr. Karl Schneider und Polizeidirektor Klaus Bunse überreichten den couragierten Zeugen eine Urkunde und einen Blumenstrauß.

Meschede/Hochsauerland. Landrat Dr. Karl Schneider und der Abteilungsleiter der Polizei, Polizeidirektor Klaus Bunse, hatten jetzt zu einem besonderen Anlass ins Kreishaus eingeladen. Bei den geladenen Gästen handelte es sich um Frauen und Männer, die sich im vergangenen Jahr durch eine besondere Rettungstat oder Hilfeleistung ausgezeichnet haben. Sie alle sind beherzt und engagiert eingeschritten und haben jemand anderem in einer Situation geholfen, in der diese Hilfe gerade besonders nötig war. Dafür wurden sie als couragierte Zeugen geehrt.

Insgesamt waren 16 Personen zu diesem Termin eingeladen. Zehn von ihnen kamen der Einladung nach. Ihnen sprachen Dr. Karl Schneider und Klaus Bunse ihren Dank und ihre Anerkennung aus und überreichten eine Urkunde sowie einen Blumenstrauß. Zusätzlich konnten sich die erschienenen Gäste über Karten für die Rennrodel-WM 2019 in Winterberg freuen. 

Folgende Personen wurden für ihre Taten geehrt: 

Tanja Zeuner und Siegfried Sauerland eilten am 31. August 2017 einem Busfahrer in Marsberg zur Hilfe, als dieser nach einem Herzinfarkt sein Bewusstsein verlor. Sie eilten zum noch rollenden Bus und versuchten diesen zu stoppen, um zum Fahrer zu gelangen. Nachdem der Bus gestoppt wurde, halfen sie dem Fahrer helfen und begannen mit der Reanimation. Durch diese Hilfeleistung wurde dem Mann das Leben gerettet und ein noch größeres Unglück durch den führerlosen Bus verhindert.

Vanessa Bücker, Andre Baader und Alexander Kemper wurden am 8. September 2017 Zeuge, als ein lettischer Lkw-Fahrer in seinem Fahrerhaus nach einem Herzinfarkt gefangen war. Der Mann war bewusstlos und die Türen verschlossen. Baader und Kemper informierten die Rettungskräfte. Kemper schlug mit einer Axt ein Fenster ein, um die Türen zu öffnen. Anschließend wurde der Mann aus dem Fahrerhaus befreit. Die sofort eingeleiteten Erste-Hilfe-Maßnahmen wurden nach kurzer Zeit durch Vanessa Bücker bis zum Eintreffen der Rettungskräfte unterstützt, die eine Ausbildung in diesem Bereich hat und auch an der Unfallstelle war. Dank dieser Unterstützung und des mutigen Handelns wurde dem Mann das Leben gerettet.

"Im entscheidenden Moment entschlossen gehandelt"

Am 2. Oktober 2017 spielte sich ein ähnlicher Fall in Westheim ab. Manfred Pongratz und Andreas Waldeck-Witteler bemerkten einen Lkw, der auf einer Wiese fernab der Straße stand. Der Fahrer hatte einen Herzinfarkt erlitten und die Kontrolle über seinen Lkw verloren. Sie informierten sofort die Rettungskräfte und begannen direkt mit Erste-Hilfe-Maßnahmen. Trotz der hervorragenden Hilfeleistung kam jede Hilfe für den Mann zu spät und er verstarb bedauerlicherweise im Krankenhaus. Auch wenn in diesem Fall dem Mann nicht geholfen werden konnte, war das beherzte Eingreifen sehr wichtig und richtig.

Martin Brockmann war am 9. Oktober Zeuge, als ein Ladendieb versuchte eine Winterjacke aus einem Modegeschäft in Winterberg zu stehlen. Der Mann versuchte, mit der Jacke zu flüchten. Brockmann nahm sofort die Verfolgung auf und führte Polizeibeamte zu dem Mann, der dann belangt wurde.

Maria Leismann und Damian Scheiduk beobachteten am 20. Dezember 2017, wie ein ertappter Ladendieb aus einem Drogeriemarkt in Neheim flüchtete. Mutig und uneigennützig nahmen die beiden die Verfolgung auf. Sie beobachteten, wie der Mann das Diebesgut wegwarf und weiter flüchtete. Einen zufällig vorbeifahrenden Streifenwagen machten sie auf den Täter aufmerksam, sodass der Mann gestellt wurde.

"All diese Menschen haben in einem entscheidenden Moment aufmerksam hingeschaut und entschlossen und mutig gehandelt. Das zeichnet sie aus und dafür wurden ihnen Dank und Anerkennung ausgesprochen und sie wurden für ihre Taten als couragierte Zeugen geehrt", berichtet die Polizei. Im Anschluss an die Ehrung schilderten alle ihre Eindrücke des Erlebten und schnell wurde deutlich, dass es für alle einfach selbstverständlich war, zu helfen und einzugreifen, ohne vorab die Risiken abzuwägen. Erst im Nachhinein wurde ihnen bewusst, dass sie sich auch selbst in eine nicht ungefährliche Situation gebracht hatten. In einem waren sich aber dennoch alle einig: Sie würden jederzeit wieder so handeln.

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