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Laufen, Lernen und Lachen: Demenznetzwerke tagen zum Altwerden im ländlichen Raum

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Bei der Tagung der Demenznetzwerke Meschede und Brilon fand ein reger Austausch statt.
Bei der Tagung der Demenznetzwerke Meschede und Brilon fand ein reger Austausch statt.

Meschede/Hochsauerland – Die Tagung der Demenznetzwerke Meschede und Brilon zum Thema „Gesund altern und gut leben im ländlichen Raum“ hat viele Eindrücke hinterlassen. Vier namhafte Referenten und der bekannte Moderator Michael Brocker haben es geschafft, ein offenes und diskussionsfreudiges Klima zu schaffen, in dem die Teilnehmer die Freiheit zur Mitwirkung hatten.

Nach den einführenden Worten von Landrat Dr. Karl Schneider und Meschedes Bürgermeister Christoph Weber startete die Tagung mit einem Vortrag von Dr. med. Wilhelm Stuhlmann. Mit seinem globalen Blick auf das Thema Gesundheit im Alter, schuf er eine Basis für die weiteren Vorträge. Gesundheit sei eine Lebensaufgabe, bei der nicht entscheidend sei, wie viele Lebensjahre man erreiche, sondern primär, wie man alt werde. Die „bösen 5“ (Bluthochdruck, Fettstoffwechsel, Diabetes, Nikotinkonsum und Übergewicht/insbesondere der Bauchumfang) seien, seiner Erfahrung nach, Faktoren, die man unabhängig vom Alter jederzeit positiv beeinflussen könne.

Der führende Berliner Futorologe, Max Thinius, lenkte seinen Blick auf die Zukunft in Deutschland und vertrat den Standpunkt, dass ab dem Jahr 2025 etwa die Zahl der Rückkehrer in den ländlichen Raum durchaus wieder zunehmen werde. Digitalisierung und technischer Fortschritt bieten uns, so Thinius, facettenreiche Chancen im Bereich der medizinischen Versorgung, des Handels und der Berufswelt und von nachbarschaftlichen Strukturen und Wohnkonzepten, sodass auch der ländliche Raum langfristig profitieren werde. Wichtig sei es, bei allem rasanten Fortschritt, die Menschlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren. Fatal sei es jedoch, sich gegenüber der Zukunft zu verschließen, dies bedeute Stillstand.

„Engagiert euch und passt aufeinander auf!“

Dr. Hartmut Wolter aus Göttingen ermunterte die zahlreichen Gäste, bei der Sorge um die Zukunft auf dem Land, immer zuerst bei sich selbst anzufangen und Anliegen offen zu formulieren und selbst als Bürger aktiv zu werden. Man komme in vielen Bereichen „zu den Wurzeln zurück“, schaffe vermehrt kleinere Einheiten, wie das Leben in einer Wohngemeinschaft, oder integrierte Wohnformen auf Bauernhöfen. Dr. Wolter sehe hier im HSK Innovationspotential, lobte dennoch die bereits vorhandenen Strukturen.

Zu guter Letzt sprach Franz Müntefering zu den Teilnehmern. Er gab zu bedenken, wie kostbar in der schnelllebigen Zeit das Soziale Miteinander und die Solidarität geworden seien. Sein Credo laute: Laufen, Lernen und Lachen! Aus Sicht eines ehemaligen Bundespolitikers sehe er die Kommunen auf dem Land als tragende Säule für positive Veränderungen an, die die Bürger in ihren Lebenswelten und Quartieren stützen müsse. Er ermunterte die Zuhörer abschließend mit den Worten: „Engagiert euch und passt aufeinander auf!“ 

Insgesamt konnten die Teilnehmer mit der Aussicht, dass gutes und gesundes Altern hier im ländlichen Raum nicht nur möglich, sondern auch höchst attraktiv ist, nach Hause gehen und der Zukunft positiv entgegenblicken.

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