Elisabeth Kemper für ehrenamtliches Engagement geehrt

Lebenswerk gewürdigt

Pfarrer Gabor Vajda erbrachte der 88-Jährigen seinen tiefsten Dank.

88 Jahre und kein bißchen müde – so könnte man Elisabeth Kemper beschreiben, die seit knapp 70 Jahren in Berge lebt.

Bis ins hohe Alter hinein engagiert sich die gebürtige Bielendorferin (Schlesien) für die Belange ihrer Mitmenschen und hat dabei die eigenen Interessen stets hinten angestellt. Für ihren weit über das normale Maß hinausgehenden Einsatz wurde sie kürzlich von ungarischen Geistlichen in einer Messe auf Deutsch in der St. Luzia Kirche in Berge geehrt.

Anlass für diese außergewöhnliche Feier war das kleine Jubiläum „15 Jahre Hilfsgütertransport zur Kirchengemeinde und Kleinregion um die Stadt Lengyeltòti in Ungarn“, zu dem aus Lengyeltòti eigens Bürgermeister Lajos Zsombok mit Frau und Pfarrer Gabor Vajda sowie Konsulin Dr. Terèz Windisch vom ungarischen Generalkonsulat in Düsseldorf nach Berge gereist waren.

Auch diese Partnerschaft hat im großen sozialen Engagement von Elisabeth Kemper ihren Ursprung. Neben einem 45-jährigen Engagement in der Turngruppe des örtlichen Sportvereins, der Mitgliedschaft in der Gruppe der Kirchenputzfrauen, der über 30-jährigen Unterstützung des heimischen Verkehrsvereins sowie der Instandhaltung eines sauberen Friedhofs gründete die Mutter von sieben Kindern gemeinsam mit 11 anderen Frauen vor einigen Jahren einen Strickkreis. Dort strickten die Mitglieder für Basare, mit deren Erlös sie Projekte in der Dritten Welt unterstützten. Für ein Afrika-Projekt wurden zudem gebrauchte Kleidungsstücke in der Region gesammelt und auf die lange Reise nach Afrika geschickt. Die extrem hohen Portokosten machten eine Fortführung des caritativen Engagements im Laufe der Jahre aber leider unmöglich.

Da die Bevölkerung aber weiterhin bereit war, gut erhaltene Kleidung zu spenden, ergriff Willi König, Mitglied des Kirchenvorstands, die Gelegenheit und baute eine Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Lengyeltoti in Ungarn auf. Seit nunmehr 15 Jahren rollen deshalb jedes Jahr ein bis zwei Lkw voller Hilfsgüter Richtung Ungarn, um Pfarrer Karoly Gyuriga vor Ort zu unterstützen. Dabei dient die Garage von Elisabeth Kemper immer noch als einer der Sammelorte und die 88-Jährige, die – aus Schlesien vertrieben – im April 1946 auf dem Bauernhof Kayser-Püttmann in Berge ankam, lässt es sich weiterhin nicht nehmen, den einen oder anderen Karton vorzusortieren. Sie ist für uns in Berge einfach eine Institution mit bewundernswertem Engagement und einer außergewöhnlichen Lebensleistung,“ so Willi König.

Dieses herausragende Engagement wurde nun im Rahmen einer Festmesse, die Pfarrer Vajda persönlich abhielt, auf bewegende Art und Weise gewürdigt. Er überbrachte außerdem eine Segensurkunde des ungarischen Bischofs von Kaposvar.

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