Wegbegleiterin im Schulleben

Maria Kitsaki ist Schulsozialarbeiterin der Stadt Meschede

Maria Kitsaki (li.) und Fachbereichsleiterin Gisela Bartsch. Foto: Stadt Meschede

Meschede. Sie sieht sich als „Wegbegleiterin“: Maria Kitsaki ist Schulsozialarbeiterin bei der Stadt Meschede. Feste Sprechstunden gibt es in ihrem Büro im August-Macke-Schulzentrum, in der Mariengrundschule und in der Schule unter dem Regenbogen. Die 53-Jährige ist Ansprechpartnerin für Lehrer und Eltern. Einzelfallberatungen gehören bei Bedarf ebenso zu ihrem Arbeitsalltag. Der Übergang von Schule zum Beruf zählt zu ihren Themen. Die Entwicklung der letzten Jahre hat dazu geführt, dass sie sich vermehrt um junge Migranten kümmert.

Die 53-jährige Lippstädterin kennt deren Probleme aus eigener Erfahrung: Als Kind griechischer Gastarbeiter wurde sie in Deutschland geboren, kehrte nach Griechenland zurück, machte dort Abitur, kam zum Studium wieder nach Deutschland: „Unsere Eltern waren die Gastarbeiter der ersten Generation. Mein Opa war Hirte, mein Vater einfacher Arbeiter bei Hella.“ Im Berufsleben hatte Maria Kitsaki immer mit jungen Migranten zu tun: Zehn Jahre arbeitete sie bei Ini.de im Bereich Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit in Soest, danach in der Migrationsberatung der Diakonie Ruhr-Hellweg. Seit 2013 hat sie im Programm „Bildung und Teilhabe“ bei der Stadt Meschede Familien beraten. Ende 2015 bekam sie die neu geschaffene Stelle als Schulsozialarbeiterin.

„Der Bedarf war groß, da zahlreiche Flüchtlingskinder als sogenannte Seiteneinsteiger ins Schulsystem integriert werden mussten“, erklärt Gisela Bartsch, Leiterin des Fachbereichs Generationen, Bildung, Freizeit bei der Stadt Meschede. Eine solche von der Stadt finanzierte Stelle sei einzigartig im Hochsauerlandkreis und unterstreiche, wie ernst man das Thema Integration nehme, betont sie.

Projektorientiertes Arbeiten steht aufgrund der großen Zahl von 2.740 Kindern an den städtischen Schulen – von der Grundschule bis zu Realschule und Gymnasium – für die sie zuständig ist, im Mittelpunkt. Etwa bei der Seiteneinsteiger-Beratung. Dabei geht es um Kinder, die aus dem Ausland kommen, Flüchtlingskinder zum Beispiel, die ins Schulsystem integriert werden müssen. Maria Kitsaki nimmt Kontakt zu Eltern und Schülern auf, unterstützt von den beiden Übersetzern, die für die Stadt Meschede tätig sind. Sie vereinbart einen Termin beim Gesundheitsamt, damit das Kind das für den Schulbesuch nötige Gesundheitszeugnis bekommt. Schließlich nimmt sie Kontakt mit der infrage kommenden Schule auf.

Breiten Raum nimmt die Elternarbeit ein: „Es ist sehr viel Aufklärungsarbeit nötig. Ich erläutere den Eltern das Schulsystem, die Regeln im Schulalltag. Da gibt es große Unterschiede.“ Die Notensysteme sind in den Herkunftsländern oft komplett anders. Viele Eltern können mit dem Begriff „Tag der offenen Tür“ nichts anfangen. Die Sozialarbeiterin geht mit Vater und/oder Mutter zum Elternsprechtag, erklärt, dass es ganz normal ist, in Gegenwart des Kindes mit den Lehrern zu sprechen. „Sie kennen es ganz anders.“

Das Interesse an der Schullaufbahn der Kinder ist groß: In der internationalen Klasse am Gymnasium waren die Eltern vormittags eingeladen, den Unterricht mitzuerleben. Die Resonanz war enorm: „Es sind wirklich alle gekommen“, so Maria Kitsaki. Und wenn die Angst vor Elternabenden wegen der Sprachhürden groß ist, geht sie auch schon mal mit dorthin.

Sie zeigt Familien, wo sie Unterstützung bekommen können. Ob Erziehungsberatung, schulpsychologischer Dienst oder Jugendamt: „Ich vermittele den Eltern, dass das Hilfsangebote sind. Ich möchte ihnen die Angst davor nehmen.“ Sie stellt nicht nur den Kontakt her, sondern begleitet die Familien manchmal auch zum ersten Termin. Ihr Ziel: „Das Potenzial bei den Kindern zu erkennen, ist eine spannende Aufgabe“, sagt Maria Kitsaki. Wie groß das Vertrauen ist, zeigt sich in der Resonanz: „Jugendliche, die jetzt im Berufskolleg sind, rufen mich manchmal an, wenn sie Fragen haben“, freut sich die 53-Jährige.

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