Gute Perspektiven in der Region

Mehr freie Ausbildungstellen als Bewerber im HSK zu verzeichnen

+
Freuen sich über den positiven Ausbildungsmarkt, wissen aber auch um die Herausforderungen: (v.l.): Andreas Canisius, Teamleiter der Berufsberatung im Hochsauerlandkreis, Oliver Schmale, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede-Soest, Dr. Ilona Lange, Hauptgeschäftsführerin der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland und Meinolf Niemand, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen.

Meschede/Hochsauerland. Die Zeiten für Schulabgänger könnten kaum besser sein. Wie bereits schon im vergangenen Jahr gibt es auch zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2017/2018 (Zeitraum Oktober 2017 bis September 2018) im Hochsauerlandkreis wieder mehr freie Ausbildungstellen als Bewerber. Insgesamt 2.120 Jugendliche verteilten sich zum 30. September auf 2.314 gemeldete Angebote.

„Aus Sicht der Auszubildenden stellt sich der Ausbildungsmarkt positiv dar. Wir haben mehr Ausbildungsstellen im Angebot als Bewerber. Rein rechnerisch könnten alle Jugendlichen versorgt werden, jedoch geht der Trend immer mehr zum Abitur mit anschließendem Studium“, erklärte Oliver Schmale, Leiter der Agentur für Arbeit im Hochsauerlandkreis.

Die Agentur für Arbeit Meschede-Soest zieht mit der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland und der Handwerkskammer Südwestfalen folgende Bilanz: 138 junge Menschen oder 6,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum sind bei der Agentur gemeldet; 73 von ihnen suchen noch eine Ausbildungsstelle. Demgegenüber stehen 167 nicht besetzte Lehrstellen. Schmale verdeutlichte zudem, dass die Berufe rund um Auto, Büro und Arzt-praxis immer noch zu den beliebtesten zählen, jedoch der Wettbewerb in den kommenden Jahren um Auszubildende in fast allen Bereichen immer größer wird.

„Deutlich weniger Schulabgänger in den kommenden Jahren bedeutet noch mehr unbesetzte Lehrstellen. Das stellt die Betriebe vor neue Herausforderungen. Daher muss mehr Transparenz für das gute duale Ausbildungssystem geschaffen werden“, so der Leiter der Agentur für Arbeit.

„Ausbildung ist keine Einbahnstraße“

Auch IHK-Chefin Dr. Ilona Lange äußerte sich positiv über den Trend auf dem Ausbildungsmarkt: „1.208 Ausbildungsverträge wurden bis zum 30. September neu abgeschlossen. Das bedeutet eine Steigerung von 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“ Positive Zahlen im HSK, die sich deutlich von den Ergebnissen in Nordrhein-Westfalen abheben (1,6 Prozent). Für Dr. Lange eine Entwicklung, die der engen Zusammenarbeit zwischen der IHK Arnsberg, Handwerkskammer Südwestfalen und der Agentur für Arbeit Meschede-Soest zu verdanken ist. „Gemeinsam mit vielen weiteren Partnern werben wir mit karriere-hier.de intensiv für die Chancen unserer Region und auch die der beruflichen Bildung. Studienabbrechern bieten wir den Spurwechsel an, um sich beruflich neu orientieren zu können. Abitur und Studium sind keine Garanten für beruflichen Erfolg. Eine berufliche Ausbildung mit Weiterbildung kann ebenfalls zum Ziel führen“, so Dr. Ilona Lange.

Gezielte Werbung von allen Seiten für freie Ausbildungsstellen sowie aktuelle Informationen über die vielfältigen Karrierewege, konkrete Ansprechpartner oder aktuelle Veranstaltungen tragen dazu bei, für mehr Transparenz auf dem Ausbildungsmarkt zu sorgen.

„Die Ausbildung im Handwerk ist keine Einbahnstraße, sondern die Auffahrt auf eine Fernstraße. Ein Handwerker kann häufig besser verdienen als ein Bachelor. Junge Menschen, die ins Handwerk gehen, haben beste Karriereperspektiven, als Beschäftigte sowie als Selbstständige. Die Ausbildung im Handwerk ist der erste Schritt auf dem Weg zum Meister oder auch ins Studium“, ergänzte Ass. jur. Meinolf Niemand, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen.

Alle Reserven müssen mobilisiert werden

Dass alle Reserven mobilisiert werden müssen und auch Jugendliche mit schwachem Abschluss eine Chance brauchen und am Arbeitsmarkt gebraucht werden, weiß auch Andreas Canisius, Teamleiter der Berufsberatung im HSK: „Wir kennen die Herausforderungen bei schwächeren Jugendlichen, sehen aber auch den Bedarf der Unternehmen. Wir haben viele Möglichkeiten, Jugendliche und Arbeitgeber zu unterstützen. Ausbildungsbegleitende Hilfen wie Nachhilfe, assistierte Ausbildung und Einstiegspraktika sind da nur einige Beispiele.“

Auch nach dem Start der Ausbildungen im August und September bemühen sich die Arbeitsagentur und Ausbildungsmarktpartner im HSK weiter, den noch suchenden Jugendlichen Angebote zu machen. „Alle Beteiligten setzen sich im HSK mit jedem Jugendlichen zusammen, der noch keine Lehrstelle gefunden hat. Es gibt also auch jetzt noch Möglichkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Hierzu zählen ebenfalls die Lehrstellen, die in den ersten Wochen nach Ausbildungsstart wieder gelöst und neu vergeben werden können“, so Oliver Schmale.

Das Ausbildungsjahr 2018/ 19 hat bereits begonnen. Arbeitgeber sowie Bewerberinnen und Bewerber können folgende Kontaktdaten nutzen, um mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsagentur in Kontakt zu kommen: Ausbildungsbetriebe erreichen den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Meschede-Soest kostenlos unter der Durchwahl Tel. 08 00/ 4 55 55 20.

Alle Bewerber für Ausbildungsstellen erreichen die Berufsberatung kostenlos unter der Durchwahl Tel. 08 00/ 4 55 55 00.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare