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Meschede und Bestwig erarbeiten Strategie gegen Ärztemangel auf dem Land

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Von: Claudia Metten

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Immer mehr ländliche Regionen haben Probleme, junge Ärzte für sich zu gewinnen. Fotolia/Marco2811
Immer mehr ländliche Regionen haben Probleme, junge Ärzte für sich zu gewinnen. © Fotolia/Marco2811

Meschede/Bestwig. Was können die Stadt Meschede und die Gemeinde Bestwig tun, um auch künftig eine gute haus- und fachärztliche Versorgung vor Ort zu unterstützen? Unter diesem Aspekt hatten sich die Wirtschaftsförderungen der beiden Kommunen unter Federführung des Stadtmarketing Meschede mit dem Projekt „Entwicklung einer Strategie zur medizinischen Haus- und Fachärzteversorgung für das Mittelzentrum Meschede und den angrenzenden Einzugsbereich“ erfolgreich beim Bundesförderprogramm Land(auf)schwung beworben. Nun wurden erste Ergebnisse in einer öffentlichen Ratssitzung vorgestellt.

„Bereits Mitte 2018 ist das Projekt gestartet. Die ärztliche Situation wurde analysiert und ausgewertet, um Nachwuchskräfte zu gewinnen und die medizinische Versorgung zu sichern“, erklärte der Bestwiger Bürgermeister Ralf Péus nach der offiziellen Begrüßung im Bürgersaal des Rathauses.

Mit Unterstützung durch die Strategieberatung StraKonGroup, die sich auf Konzepte im Gesundheitswesen spezialisiert hat, wurden daher in den letzten Monaten Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und am Mittwochabend einer breiten Zuhörerschaft aus Ärzten, politischen Gremien und Bürgern vorgestellt. Wilfried Koch von der StraKonGroup sprach direkt zu Beginn der Veranstaltung von einem „spannenden, informativen Projekt mit Handlungsempfehlung“. In seinen Ausführungen ging der Berater im Gesundheitswesen auf den bisherigen Stand in den beiden Kommunen ein. „Bis jetzt besteht keine Unterversorgung. Meschede und Bestwig stehen noch gut da, Eslohe ist jedoch schon gefährdet. Die Menschen werden immer älter und der demografische Wandel ist besonders in den ländlichen Regionen zu spüren,“ so Koch.

Transparenz und engere Zusammenarbeit

Es gebe jedoch vier elementare Punkte, um der immer schlechter werdenden Versorgung entgegenzuwirken. Mehr Transparenz und eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Kommunen, ein integriertes Kommunales Entwicklungskonzept (IKEK), die Integration von Gesundheit und Pflege, sprich ein Medizinischer Versorgungsverbund Meschede/Bestwig, sowie eine Stiftung zur Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung sind die Handlungsempfehlungen, die die Experten der StarKomGroup den Kommunen an die Hand geben.

Im Umkehrschluss bedeutet das, auf Grundlage einer ausführlichen Analyse und zahlreichen Interviews mit Ärzten aus Meschede und Bestwig die Rahmenbedingungen für den Standort zu verbessern. Das betrifft unter anderem Aspekte wie eine gute Infrastruktur, Hilfe bei der Wohnungssuche oder der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz für Partnerin oder Partner, die Sicherung einer wohnortnahen medizinischen Versorgung, Steigerung der Attraktivität der Orte oder auch die stärkere Unterstützung der Kommune. Lebensqualität, Kultur und Bildungsangebote gehören für die Mediziner ebenso zur Standortqualität wie eine gute Erreichbarkeit ihrer Praxen. 

"Attraktive Rahmenbedingungen schaffen"

„Es ist nicht schlecht hier. Nutzen Sie die Chancen und Möglichkeiten“, appellierte Uwe Alter von der StraKonGroup an dem Gestaltungswillen des Publikums. Es gebe zahlreiche Einzel- und Gemeinschaftspraxen. Wenn jedoch kein neuer Arzt hinzukommt, beginne die Problematik. Nach sechs Monaten sei der Sitz weg. Daher rücke die kommunale Mitverantwortung für die medizinische und pflegerische Versorgung immer mehr in den Mittelpunkt.

„Eine gute Zusammenarbeit von Kommunen und Gesundheitsberufen sind der Schlüssel für die Zukunft. Die Aufgabe der Kreis- und Hochschulstadt Meschede und der Gemeinde Bestwig ist es, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Ansiedlung niederlassungswilliger Ärzte und ihrer Familien fördern“, so Alter. Mit anderen Worten: Gesundheit und Pflege kombiniert mit Wirtschaft, Handel, Tourismus sowie Kultur und Sport sollen die beiden Kommunen als Standort derart attraktiv machen, dass sie dem drohenden Ärztemangel gewappnet sind.

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