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Meschede als Vorreiter

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Die neugegründete Projektgruppe der Mescheder Stadtgespräche setzt sich dafür ein, dass Meschede als „Fairtrade Stadt“ ausgezeichnet wird. Foto: Stefanie Reinelt
Die neugegründete Projektgruppe der Mescheder Stadtgespräche setzt sich dafür ein, dass Meschede als „Fairtrade Stadt“ ausgezeichnet wird. Foto: Stefanie Reinelt

„2,5 Milliarden Menschen leben von weniger als 2 Dollar pro Tag“ – Um dieser sozialen Ungerechtigkeit entgegenzuwirken, bieten immer mehr Geschäfte Fairtrade-Produkte an.

Bei den Mescheder Stadtgesprächen startet eine Initiative, Meschede als „Fairtrade Stadt“ in den Kreis der Städte zu führen, die sich bewusster für eine gerechtere und umweltverträglichere Welt einsetzen. Der Referent für entwicklungspolitische Bildung und Fairen Handel beim Verein „Trans-Fair“, Hendrik Meisel, stellte jetzt die Aktion vor.

Die Kampagne „Fairtrade Towns“ startete im Jahr 2000. Mittlerweile gibt es etwa 1200 „Fairtrade Städte“ weltweit, die meisten im Gründungsland Großbritannien (etwa 500). In Deutschland sind aktuell 154 Städte zertifiziert worden, darunter Dortmund, Hamburg und Saarbrücken (als erste im Bundesgebiet). Jetzt soll auch Meschede diese Auszeichnung bekommen. „Meschede kann Vorreiter sein und die Kampagne über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen“, sagt Hendrik Meisel.

Doch was bedeutet „Fairtrade“ überhaupt? „Der Faire Handel unterstützt Produzenten in den Entwicklungländern, um ihnen eine Existenz aus eigener Kraft zu ermöglichen“, erklärt der Referent. „Es gibt bestimmte Standards, die vorliegen müssen, zum Beispiel festgelegte Mindestpreise, Verbot von Kinderarbeit und nachhaltiger Anbau.“ Die Produkte werden überprüft und mit dem Fairtrade-Siegel versehen.

Damit Meschede eine „Fairtrade-Stadt“ werden kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Dazu gehört ein Ratsbeschluss für fair gehandelten Kaffee im Rathaus, das Thema Fairer Handel im Unterricht und die Sortimentserweiterung im Einzelhandel und in der Gastronomie.

Außerdem muss eine so genannte „Steuerungsgruppe“ gebildet werden, die die Aktivitäten vor Ort kontrolliert. „Bis zu einem Jahr dauert es durchschnittlich, bis eine Stadt ausgezeichnet werden kann“, so Hendrik Meisel.

Bei den Mescheder Stadtgesprächen am Mittwoch, 5. Juni, um 18 Uhr in der Mensa des August-Macke-Schulzentrums wird die neugegründete Projektgruppe weitere Schritte auf dem Weg zur Fairen Stadt planen. Alle Mescheder sind dazu eingeladen. (Von Stefanie Reinelt, s.reinelt@sauerlandkurier.de)

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