Bekommt er den Deal seines Lebens?

Mescheder Frank Bendix wagt sich mit Tier-Entspannung in die "Höhle der Löwen"

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Frank Bendix aus Meschede präsentiert mit „RelaxoPet“ ein Klangwellengerät zur Entspannung von Tieren. Er erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen.

Meschede/Köln. Frank Bendix ist auf den „Hund gekommen“. Aber auch auf Katzen, Vögel und Pferde. Damit will er nun die Löwen für sich begeistern. Und das ganz ohne Netz und doppelten Boden, denn mit Zirkus hat sein Ansinnen nichts zu tun. Dennoch wagt er sich gewissermaßen in die Manege, denn der 51-jährige Hypnosetherapeut aus Meschede hat sich bei der bekannten TV-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ um einen der berühmten Deals beworben. So kann am kommenden Dienstag um 20.15 Uhr bei VOX ganz Fernseh-Deutschland erfahren, mit welcher Geschäftsidee sich der gebürtige Ostwestfale den prominenten Investoren stellt und ob einer der Löwen am Ende auch tatsächlich anbeißt. Doch der Reihe nach.

Es war ein warmer Sommertag vor ungefähr sechs Jahren, der das Leben von Frank Bendix ordentlich durcheinander gewirbelt hat. Der Hypnosetherapeut behandelte gerade in seiner Praxis in Meschede-Stesse eine Patientin zur Stressreduktion, die ihren Hund aufgrund der großen Hitze mit zur Sitzung gebracht hatte, als er plötzlich bemerkte, dass nicht nur das Frauchen, sondern auch ihr vierbeiniger Freund auf die Entspannungsmusik reagierte. „Bei der Stressreduktionstherapie habe ich mit subliminalen Klangwellen gearbeitet, die Einfluss auf das menschliche Kleinhirn ausüben“, erklärt der Hypnosetherapeut im Gespräch mit dem SauerlandKurier. 

Verblüffende Ergebnisse beim Test mit über 3.000 Tieren

Dass sich diese Behandlung offensichtlich auch vom Menschen auf die Tiere übertragen ließe, darüber habe er bis dato nicht im Entferntesten nachgedacht. Doch ein Anruf bei einem befreundeten Tierarzt aus Brilon bestätigte seine Vermutung, sodass Frank Bendix begann, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Gemeinsam mit dem Tierarzt stellte er weitere Nachforschungen mit – wie Bendix selbst schmunzelnd einräumt – zunächst „stümperhaft zusammengebastelten Gerätschaften“ an. Doch das Ergebnis war verblüffend – die Tiere reagierten derart tiefenentspannt auf die hochfrequenten Klangwellen, dass der Tierarzt schon bald damit begann, das Prinzip vor und nach Operationen anzuwenden. Es folgten weitere Feldversuche unter anderem in Zusammenarbeit mit Tierheimen, am Ende wurden insgesamt über 3.000 Tiere getestet. „Ich wollte mir absolut sicher sein, dass das Prinzip funktioniert. Ein weiteres Quatsch-Gerät auf dem Markt braucht kein Mensch“, erklärt Bendix die lange Entwicklungsphase des sogenannten „RelaxoPet“, das von der Form her wie ein USB-Lautsprecher daherkommt und 74 Euro kostet.

"Ein Hund bekommt kein Taschengeld."

Doch vor der endgültigen Marktreife gab es noch eine weitere Herausforderung zu meistern: „Ein Hund bekommt ja für gewöhnlich kein Taschengeld: Wie überzeuge ich also Herrchen und Frauchen von der Wirkung des Gerätes?“ Schließlich seien die Frequenzen für das menschliche Ohr kaum bis gar nicht wahrnehmbar, das Geräusch ein wenig vergleichbar „mit einem alten Kofferradio, bei dem der Sender falsch eingestellt ist.“ Also entwickelte der findige Ostwestfale für das Gerät eine Doppelfunktion: Optional lässt sich neben den fast unhörbaren Tonspuren nun zusätzlich komponierte Entspannungsmusik für Herrchen und Frauchen abspielen. Frei nach dem Motto: „Je entspannter der Mensch, desto entspannter das Tier.“ 

Oberstes Ziel für den Gründer war und ist es bis heute allerdings, durch die Stimulierung des Unterbewusstseins vor allem Haustiere in Tiefenentspannung zu versetzen. „RelaxoPet” soll die heimischen Fellnasen deshalb vor allem in stressigen Situationen schnell beruhigen – bei Feuerwerk oder Gewitter etwa, ebenso wie in Situationen allein zu Hause oder auf Reisen. Die Wirkung erklärt Bendix so: „Das Gerät kann genutzt werden, um bestimmte angstverbundene Stresssituationen bei dem Tier neu zu besetzen und mit etwas Positivem zu verknüpfen. Das Gehirn wird gewissermaßen umprogrammiert.“

"Kein Zauber- oder Therapiegerät"

So hätten Anwender bereits davon berichtet, das RelaxoPet erfolgreich auch draußen im Freien verwendet zu haben. Die positive Wirkung der Klangwellen beziehe sich dabei nicht nur auf das eigene Haustier, sondern auch auf dessen Umwelt. 

Kann ich also mit dem Gerät – im übertriebenen Sinne – aus dem blutrünstigen Kampfhund ein frommes Lamm machen? Mitnichten, sagt Frank Bendix. „Das RelaxoPet sorgt ausschließlich dafür, eine mögliche aggressive Haltung in der aktuellen Situation zu entspannen. Es funktioniert wie ein unsichtbares Schutzschild, ist aber kein Zauber- und schon gar kein Therapiegerät. Empfindungen wie Schmerz beispielsweise sind nach wie vor übergeordnet. Auch will ich nicht verhehlen, dass es Tiere gibt, bei denen die erhoffte Wirkung, die normalerweise zwischen zehn Sekunden und vier Minuten eintritt, gar nicht zum Tragen kommt. Persönlich habe ich das aber noch nicht erlebt.“

Polizeihundeausbildung, Schweizer Armee und das derzeit weltbeste Rennpferd

Im Gegenteil, bei der Polizeihundeausbildung etwa habe man festgestellt, dass das Gerät 60 Minuten vor einem Einsatz abgeschaltet werden müsse, damit der Hund die nötige Agilität und Konzentration aufbauen kann. Mittlerweile gibt es das „RelaxoPet” nicht nur für Hunde, sondern auch für Katzen, Vögel und sogar für Pferde. Die Schweizer Armee setze bei ihren 350 Bestandstieren ebenso auf die Erfindung aus dem Sauerland wie der Neuseeländer Chris Waller, Trainer des derzeit besten Rennpferds der Welt („Winx“). Fünf Kilo mehr Futter nehme die Wunderstute seitdem zu sich und habe deshalb deutlich mehr Energie, berichtet Frank Bendix, der seit der Marktreife nach eigenen Angaben innerhalb von 14 Monaten bereits über 30.000 Geräte in 22 Länder verkauft habe.

Süße Träume: Völlig entspannt schläft der Hund neben dem von Frank Bendix entwickelten RelaxoPet.

Jetzt möchte der 51-Jährige den Vertrieb weiter ausbauen – und hat sich für einen ungewöhnlichen Schritt entschieden. Bei der erfolgreichen TV-Show „Die Höhle der Löwen“ stellt er sich den kritischen Fragen der berühmten Investoren Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel. Von ihnen wünscht er sich 100.000 Euro Kapital und bietet dafür zehn Prozent an seiner Firma an.

"Es lief ab wie im Film"

„Als Gründer eines Kleinunternehmens hat man einfach nicht die Möglichkeit, entsprechende Gelder freizuschaufeln, um eine eigene Marke zu etablieren. Ich habe mir fast zwei Jahre lang überlegt, ob ich den Schritt in die Öffentlichkeit wage, weil ich weiß, dass man damit auch viele Neider und Skeptiker auf den Plan ruft“, so Bendix. Dennoch hat er sich letztlich für den Gang in die „Höhle der Löwen“ entschieden und gehörte schließlich zu den erlesenen 80 bis 90 Gründern, die unter über 11.000 Bewerbern für die Präsentation vor der Jury ausgewählt wurden. Zwei bis drei Wochen Vorbereitungszeit habe er schließlich gehabt, um sich ein Konzept zurechtzulegen.  Als der große Moment bevorstand, „lief alles ab wie im Film“: Von zig Kameras umgeben und mit 70 Mitarbeitern im Rücken hatte der Gründer aus dem Sauerland knapp eineinhalb Stunden Zeit, die Investoren für sein Produkt zu begeistern. Später in der Sendung werden davon maximal 15 Minuten zu sehen sein.

TV-Ausstrahlung am Dienstag, 23. Oktober, bei VOX

 „Eigentlich gibt es für die Präsentation kein Zeitlimit. Das kann von 60 Minuten bis vier Stunden gehen. Die Investoren sind aber sehr aufgeschlossen und nett und wollen natürlich über Produkt und Unternehmen alles genau wissen. Überhaupt läuft das alles vor und hinter den Kulissen überaus professionell ab“, berichtet Frank Bendix. So würden Zahlen und Bilanzen sowohl im Vorfeld als auch nach einem möglichen Deal detailliert geprüft. „Das ist schon ein einmaliges Erlebnis“, so der Gründer. 

Ob er selbst den Deal seines Lebens verwirklichen und somit vielleicht neben Hunden, Katzen, Vögeln und Pferden neuerdings auch Löwen zähmen kann, erfährt man am kommenden Dienstag, 23. Oktober, ab 20.15 Uhr bei VOX.

So funktioniert "RelaxoPet"

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