Den Frieden einläuten

Am Mescheder Hennesee wird die "Friedensglocken-Hymne" uraufgeführt

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Freuen sich auf die Hymne an den Frieden: Ulrich Hengesbach (Kulturring), Jürgen Dörner, Josef Sommer (beide Bürgerstiftung) und Ulrich Papencordt (Musikschule).

Meschede/Hochsauerland - Noch nie dagewesene Klänge hallen am Samstag, 14. September, über die Wasseroberfläche des Mescheder Hennesees. In der Uraufführung der „Friedensglocken-Hymne“ des Komponisten Andres Reukauf für sinfonisches Blasorchester werden die Friedensglocken um 14 Uhr am Ufer des Sees die Rolle des Soloinstrumentes übernehmen, um so den Frieden in einer immer kälter werdenden Zeit auf musikalische Weise buchstäblich einzuläuten.

Die Mescheder-Windband, das sinfonische Blasorchester der Musikschule Hochsauerlandkreis, wird unter der Leitung von Graham Mark Ellis die Komposition erstmalig präsentieren. Das 30-minütige Konzert bildet dabei gleichzeitig den Abschluss der Veranstaltungsreihe zum 40-jährigen Bestehen der Kreismusikschule.

„Die Idee zu dieser Komposition entstand im Dialog zwischen der Bürgerstiftung der Stadt Meschede und der Musikschule. Wir haben dabei den Gedanken des Friedens und der Versöhnung vor Augen gehabt“, erklärten Josef Sommer und Jürgen Dörner von der Bürgerstiftung die Intention, die zu der Uraufführung mit Einmaligkeitscharakter an idyllischer Stätte führte.

Zur Erinnerung: Die Friedensglocken am Hennesee symbolisieren, dass der Friede mit das wichtigste Gut auf Erden ist. Bombenköpfe von Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg wurden eigens dafür eingeschmolzen und in Glocken umgewandelt. Seit 2016 erinnern sie nunmehr an die Vergangenheit, schärfen aber gleichzeitig den Blick für die Zukunft. Aus todbringenden Waffen, die als Blindgänger ihr Ziel verfehlten, wurden Symbole für den Frieden. Ganz nach dem Gedanken: „Geschaffen um zu töten klingen wir für den Frieden in der Welt.“

"Die Uraufführung der Friedenshymne wird unter die Haut gehen.“

„Viele aktive und ehemalige Schüler der Musikschule präsentieren das homophone Werk auf Profiniveau. Die Uraufführung der Friedenshymne wird unter die Haut gehen“, so Ulrich Papencordt, Schulleiter der Musikschule Hochsauerland.

Der 1972 als Deutscher in der Schweiz geborene und aufgewachsene Komponist Andres Reukauf hat bei der Komposition der Hymne vor allem den Gedanken des Friedens und der Versöhnung vor Augen gehabt und nicht den Schrecken des Krieges, der das Material für die Glocken geliefert hat. Deshalb zieht sich durch das Stück ein meist sonniger bis heiterer Tonfall: In einer angenehmen, gut verständlichen Tonsprache wechseln sich hymnische Passagen mit rhythmisch verspielten Teilen ab. Nur zwischendurch erinnern dramatische und melancholische Momente an den geschichtlichen Hintergrund dieser besonderen Instrumente.

Hauptsächlich darf aber der eigentümliche Glockenklang für sich selbst wirken und sprechen. Er steht in einem lebendigen Dialog mit dem Blasorchester, welches durchaus selbständig agieren kann, aber immer dem Glockenklang genügend Platz lässt und Ihm in dieser Komposition die Hauptrolle zuspricht.

Wer diese Uraufführung live vor Ort erleben will, der kann dem besonderen Konzert am 14. September um 14 Uhr kostenfrei am Ufer des Hennesees beiwohnen. Der Standort der Friedensglocken befindet sich am Uferfußweg, rund 250 Meter vom Parkplatz am Welcome-Hotel Meschede in Richtung H1 entfernt. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der Kirche Mariä Himmelfahrt, Weingasse 8 in 59872 Meschede statt.

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