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Mescheder Soroptimistinnen setzen Zeichen gegen Gewalt an Frauen

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Mithilfe ihrer Kino-Aktion sammeln Mescheder Soroptimistinnen Spenden für das Frauenhaus in Arnsberg. © Privat

Meschede – Bewusst machen, bekennen und verändern, so lautet das Motto der Soroptimistinnen weltweit. Mit einem Filmabend – ihrer Aktion zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen unter dem Motto „Orange the World“ – haben die Mescheder Soroptimistinnen in diesem Sinne ein Zeichen gesetzt und gleichzeitig sehr erfolgreich Spenden für das Frauenhaus in Arnsberg gesammelt.

In der Fachhochschule Südwestfalen zeigte der Mescheder Service-Club den Film „Hidden Figures“, der die bisher wenig gewürdigte Leistung afroamerikanischer Frauen am NASA-Raketen-Programm in den 60er-Jahren zeigt. Rund 120 Frauen und Männer waren der Einladung gefolgt. Darunter waren auch viele Mitglieder benachbarter SI-Clubs. Neben dem geselligen Teil eines Kinoabends mit Popcorn, Eis-Konfekt und netten Gesprächen in den Pausen ging es auch dabei um das Erkennen von Problemen und die Unterstützung derer, die sich konkret einsetzen, um die Situation zu verbessern. 

So waren als Vertreterinnen vom Frauenhaus Arnsberg und von dessen Trägerverein „Frauen helfen Frauen“ auch Ulla Hoffmann, Birte Schritt und Petra Hannemann vor Ort. Sie schilderten die Probleme des Frauenhauses, das jetzt schon seit 32 Jahren besteht. „Damals war die Idee noch ganz neu“, erläuterte Ulla Hoffmann vom Vorstand des Vereins. Oft hörten die Initiatorinnen: „Gewalt gegen Frauen? Das gibt es hier nicht. Das ist kein Problem des Sauerlandes.“

Frauenhaus meistens voll belegt

Bis heute jedoch ist das Frauenhaus mit seinen acht Plätzen für Frauen und deren Kinder in der Regel voll belegt. Über ein Ampelsystem informieren sich die Einrichtungen in NRW gegenseitig darüber, wenn an anderer Stelle Plätze frei sind, damit die Geflüchteten nicht auf der Straße stehen. Die Adresse des Hauses selbst ist geheim, damit die Männer ihre Frauen dorthin nicht verfolgen können. In der geschützten Atmosphäre erhalten Frauen und Kinder jede Hilfe, die sie brauchen und sollen vor allem erstmal zur Ruhe kommen. Denn die Flucht kostet viel Kraft. 

„Die Frauen haben ihr Zuhause verloren“, sagte Ulla Hoffmann und forderte die Zuhörer auf, sich vorzustellen, wie schwer es ist, aus der eigenen Familie wegzugehen, misshandelt von demjenigen, dem man ewige Liebe geschworen hat. „Das ist eine große psychische Belastung.“

Aber auch für das Frauenhaus ist es nicht einfach, seine Existenz zu sichern. Regelmäßig müsse der Verein um Zuschüsse kämpfen. „Es gibt bei den Kommunen dafür keinen festen Haushaltstitel. Geld ist für uns daher immer ein Problem“, sagte Ulla Hoffmann und dankte daher für die Unterstützung durch die Soroptimistinnen.

SI-Präsidentin Martina von Weichs freute sich über den insgesamt tollen Zuspruch. Letztlich mussten die Frauen den Film noch in einen zweiten Hörsaal übertragen, weil einer nicht ausreichte. Sie appelliert an ihre Zuhörer: „Jeder kann sich selbst fragen, ober beim Thema Gewalt gegen Frauen, hinschaut, die Not erkennt und etwas bewegt.“

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