Stadt verändert ihr Gesicht

Mescheder Stadtrat nimmt Bau- und Gewerbegebiet in den Fokus - Fahrradhandel soll kommen

Frühlingswetter in Schleswig-Holstein.
+
Gute Nachrichten für alle Freunde des „Drahtesels“:  Auf großzügigen 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche möchte sich in Freienohl ein Fachhändler für Fahrräder und Zubehör ansiedeln. 

Die Ansiedlung eines Fahrrad-Fachmarktes in Freienohl, die dortige Erschließung möglicher Baugebiete sowie aktuelle Entwicklungen rund um das geplante Gewerbegebiet Bockum standen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Mescheder Stadtrates.

Meschede – Während es bei der Debatte rund um das umstrittene Baugebiet an der Sündelt und der unter anderem auch damit verbundenen Neuregelung des Kommunalen Bodenmanagements durchaus kontrovers und teilweise hitzig zuging, wurden viele weitere Themen überwiegend sachlich und einvernehmlich im Gremium diskutiert.

Fahrradhandel kommt nach Freienohl

So war Freienohl gleich zwei Mal Schwerpunkt der Tagesordnung. Zum Einen hat der Rat dem Antrag auf Bauleitplanung zur Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung eines Fahrrad-Fachmarktes im Bereich Bahnhofstraße (jetziges Sägewerk) in Freienohl einstimmig zugestimmt. Auf großzügigen 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche möchte sich hier ein Fachhändler für Fahrräder und Zubehör ansiedeln. War dieser Antrag bei der Ausschusssitzung am vergangenen Donnerstag nach Angaben von Fachbereichsleiter Klaus Wahle noch „mit der heißen Nadel gestrickt“, so fand der Vorstoß, der neben dem Fahrradhandel selbst auch Zubehör, Bekleidung sowie eine Teststrecke auf dem Gelände vorsieht, in der Ratssitzung großen Anklang bei allen Parteien und wurde einstimmig verabschiedet. Angestrebt ist eine Eröffnung zum Beginn der Fahrradsaison im kommenden Jahr, also im Februar 2022.

Auf den Weg gebracht werden konnte dieses Vorhaben indes nur, weil die Ratsmitglieder sich zudem für eine Anpassung des aktuellen Einzelhandelskonzeptes bereiterklärten. So musste zeitgleich die Aufhebung der Zentrumsrelevanz für Fahrradhandel beschlossen werden, die ursprünglich eine Ansiedlung in Innenstadtnähe vorgeschrieben hätte. Ausdrücklich bedeute dies aber keinen Automatismus, so wolle man etwa an der restriktive Handhabung von Einzelhandelsbetrieben in Enste als Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereich festhalten, betonte Fachbereichsleiter Klaus Wahle in zugehörigen Ausschusssitzung.

Baugebiete in und um Freienohl

Darüberhinaus wurde im Rat über die Baulanderschließung in Freienohl abgestimmt. Dabei wurde im Bereich der Bergmecke einstimmig für die Aufhebung des Bebauungsplans gestimmt, was vor allem die Bewohner freuen dürfte, die um ihre „Schlittenwiese“ fürchteten. Weiterverfolgt werden sollen bei acht Gegenstimmen hingegen die Pläne für den Bereich südlich des Feuerwehrgerätehauses, westlich angrenzend an die Straße Im Ohl. Die Befragung der Eigentümer dort ergab, dass Flächen für eine Bebauung zur Verfügung stehen würden. Direkt neben der Feuerwehr könnte zum Beispiel betreutes Wohnen mit Tagespflege für Senioren oder auch Bürogebäude für Dienstleistungsbetriebe entstehen. In diesem Bereich bestehe in Freienohl Bedarf, so Klaus Wahle.

Im Bereich Bettenhelle wiederum geht es um Altlasten im Boden. Dort wird derzeit geprüft, ob Sanierungsbedarf besteht. Die Ratsmitglieder plädierten einstimmig für eine Weiterführung des Verfahrens.

„Nasswiese“ bei Gewerbegebiet Bockum im Fokus

Abgelehnt wurde zudem ein Antrag der Grünen, die Erschließung des geplanten neuen Gewerbegebietes bei Bockum an der Bahnhofstraße am Ortseingang Freienohl zunächst noch einmal im neugegründeten Ausschuss für Nachhaltigkeit zu diskutieren.

Hintergrund: In dem neuen Areal, in dem unter anderem auch in Höhe des Plastenberg ein neuer Kreisverkehr, der eine Zufahrt zum Lidl-Markt ermöglicht, sowie eine Radwegeanbindung in Richtung Wennemen geplant ist, war bei Artenschutzuntersuchungen in der Nähe des dortigen Umspannwerks eine Nasswiese entdeckt worden – ein aufgrund seltener Pflanzenarten gesetzlich geschütztes Biotop. Die Stadt Meschede hat sich in einem ersten Schritt dafür entschieden, diese Nasswiese umzusiedeln und ersatzweise in die Nähe der Wenne zu verlegen. Diese Variante ist nicht nur kostspielig, sondern auch naturschutzrechtlich umstritten.

Dr. Parisa Ariatabar von den Grünen erklärte, man könne eine ein solches Biotop „nicht einfach verlegen“ und beantragte deshalb, alternative Flächen für das Gewerbegebiet ins Auge zu fassen und das Thema im Nachhaltigkeitsausschuss zu debattieren.

Das wiederum sei „gegen die Spielregeln“ erklärte Marcel Spork von der CDU. Ein solches Gewerbegebiet sei „der ureigenste Themenbereich“ des Ausschusses für Stadtentwicklung und dort bereits intensiv diskutiert und eine Erschließung mehrheitlich beschlossen worden. Entsprechend wurde der Grünen-Antrag auch mehrheitlich im Rat abgelehnt, das Thema „Gewerbegebiet Bockum“ wird weiterverfolgt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare