Botschaft am Aktionstag

„Mund auf gegen Gewalt“ - Frauenberatungsstelle setzt mit Maskenaktion deutliches Zeichen

Mund auf gegen Gewalt – aber mit Maske! fordert die Frauenberatungsstelle Meschede.
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„Mund auf gegen Gewalt – aber mit Maske!“ fordert die Frauenberatungsstelle Meschede.

In diesem Jahr ist alles ein wenig anders, das musste auch das Team der Frauenberatungsstelle Meschede bei ihren Planungen für den jährlichen internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November feststellen.

Meschede/Hochsauerland - Wo ansonsten eher öffentlichkeitswirksame und kontaktfreudige Aktionen stattfinden, musste dieses Mal eine Corona-konforme Lösung her. Gabriele Kersting, Beraterin der Frauenberatung, erzählt: „Wir haben uns entschlossen, Masken mit unserem Logo und einer klaren Botschaft bedrucken zu lassen und diese an Kooperationspartner, Unterstützerinnen und Unterstützer der Frauenberatungsstelle zu verteilen.“

„Mund auf gegen Gewalt“ fordert die Beratungsstelle auf den Masken. Im Gesicht platziert, springt diese Botschaft dem Gegenüber direkt ins Auge und soll mehr Aufmerksamkeit für das Thema schaffen. „Wir wünschen uns, dass möglichst viele unsere Masken in der Öffentlichkeit tragen und darüber ins Gespräch kommen. Außerdem können dadurch auch betroffene Frauen von unserem Angebot erfahren. Die Masken werden schließlich auch nach dem 25. November noch getragen.“

Frauen sind in vieler Hinsicht die Hauptleidtragenden dieser Pandemie. 

 Barbara Hönsch, Frauenberatungsstelle Meschede

„Frauen sind in vieler Hinsicht die Hauptleidtragenden dieser Pandemie. Wenn neben wirtschaftlichen Nöten, der Sorge um die Familie, der Angst vor Krankheit dann auch noch Gewalterfahrungen hinzukommen, brauchen Frauen Menschen, die sie unterstützen und ihnen Hilfsmöglichkeiten aufzeigen, die Gewalt zu beenden“ erläutert Beraterin Barbara Hönsch. „Auch, wenn die Botschaft für sich spricht, möchten wir damit die Menschen dazu aufrufen, bei Gewalt nicht zu schweigen. Jede 4. Frau erlebt in Deutschland beispielsweise Gewalt in durch den Partner oder Ex-Partner und wir sind als Gesellschaft gefordert, etwas dagegen zu tun“ so Jana Schlömer von der Frauenberatungsstelle.

„Durch die schwierige und beengte Lage im (Teil-) Lockdown, wird die Situation für viele Gewaltbetroffene noch verschärft. Wenn man eine Vermutung hat, dass einer Person im eigenen Umfeld Gewalt widerfährt, sollte man nicht schweigen, sonder kann sich Unterstützung holen und Beratung in Anspruch nehmen.“

Natürlich ist die Frauenberatungsstelle Meschede weiterhin für rat- und hilfesuchende Frauen da. Beraterin Ina Tiltmann erklärt: „Die Pandemie macht persönliche Beratungskontakte zeitweise zwar nur eingeschränkt möglich, trotzdem unterstützen wir die Frauen weiterhin am Telefon, bei einem Videotelefonat und per Onlineberatung – auf Wunsch auch anonym.“

Anlaufstellen

Neben den Frauenberatungsstellen im HSK ist das bundesweite Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen (08000 116 016) ebenfalls eine gute Anlaufstelle. Dort können sich Betroffene und Angehörige rund um die Uhr und in zahlreichen Sprachen beraten lassen. Kontakt zur Frauenberatungsstelle Meschede unter 0291/52171 oder www.frauenberatung-hsk.de

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