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„Nebel der Ungewissheit“

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Der Sparkassen-Vorstand freute sich, Prof. Dr. Klaus Schweinsberg (2.v.l.) zum Wirtschaftsforum begrüßen zu dürfen.  Foto: Andre Sonntag
Der Sparkassen-Vorstand freute sich, Prof. Dr. Klaus Schweinsberg (2.v.l.) zum Wirtschaftsforum begrüßen zu dürfen. Foto: Andre Sonntag

„Was wird aus unserem Geld?“ – Diese Frage stellten sich die Besucher des Wirtschaftsforums der Sparkasse in Meschede und Eslohe in der Mescheder Stadthalle in der vergangenen Woche.

Die kritische Betrachtung zu Euro, Inflation und Staatsverschuldung stand dabei besonders im Fokus und wurde von Prof. Dr. Klaus Schweinsberg in seinem Vortrag beleuchtet.

Bei seiner Begrüßung freute sich Heinz-Dieter Tschuschke, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Meschede, über die große Resonanz des komplexen Themas und stellte fest, dass seit Ausbruch der Krise in Europa längst nicht alle Probleme gelöst seien und von einer eher trügerischen Ruhe zu sprechen sei.

Diese Aussage konnte Volkswirt und Publizist Klaus Schweinsberg in seinen Ausführungen nur bestätigen. „Man hat den Eindruck, dass der Nebel der Ungewissheit über ganz Europa schwebt“, so Schweinsberg, der zu Beginn seines Vortrages Ursachen zu der Finanzkrise 2008 herausstellte. Dabei waren seiner Meinung nach besonders vier Punkte von entscheidender Bedeutung: „Schwankungen, Ungewissheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit sind Faktoren, wodurch die Finanzkrise begünstigt wurde.“ Markante Punkte seien etwa die Vergabe vieler Kredite ohne ausreichenden Sicherheiten, Aktienhandel mit hohen Risiken, hoch komplexe Projekte, die teilweise nicht zu bewältigen seien und der immense Unterschied zwischen dem Frust der Sparer über den nahenden Null-Zins und die Freude der Unternehmer über günstige Kredite.

Ein weiteres Problem sei, dass frühere historische Erfahrungen und Datenreihen, wodurch die Wirtschaft und Politik berechenbar wurde, heute nicht mehr existieren. „Wir müssen erkennen, dass die Zukunft nicht mehr planbar, aber sehr wohl gestaltbar ist“, bilanzierte Klaus Schweinsberg die derzeitige Situation.

Selbst für ein großes und starkes Industrieland wie Deutschland würden Zeiten der Ungewissheit auch die größten Chancen bieten. Das setzte jedoch voraus, dass stets rasch und entschlossen gehandelt werde und das man an Formen wie beispielsweise die Duale-Berufsausbildung festhalten müsse, damit die Unternehmen für anstehende Herausforderungen auf gut qualifizierte Mitarbeiter setzen können. Auch wenn der Vater von vier Kindern nicht nur positiv in die Zukunft blicken konnte, stellte er zum Ende seines Vortrages jedoch fest: „Deutschland hat heute mehr Gestaltungsmacht denn je – wirtschaftlich wie politisch. Diese gilt es nun, besonnen und klug zu nutzen.“ (Von Andre Sonntag, meschede@sauerlandkurier.de)

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