Ein Ende ist jetzt in Sicht

Tunnel sollen 2026 fertig sein – Elleringhauser Tunnel wird eingleisig

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Die Erneuerung des Glösinger Tunnels ist eines von drei Bauprojekten auf der Strecke der Oberen Ruhrtalbahn, wie Projektleiter Norbert Paprotny (links) und Bauherr Robert Schicht (rechts) erläuterten.

Freienohl/Hochsauerland. Nach der schier endlosen Diskussion um die Obere Ruhrtalbahn ist ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Der Auftakt zur Erneuerung des Glösinger und Freienohler sowie des Elleringhauser Tunnels ist gemacht, die drei Tunnel sollen 2026 fertig saniert sein. Die DB Netz AG stellte in dieser Woche im Rahmen einer frühen Öffentlichkeitsbeteiligung ihre Planungen vor.

Die Tunnel sind 1871 beziehungsweise 1872 erbaut worden und entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Jetzt sollen die Tunnel im Rahmen einer Modernisierungsoffensive fit für den Verkehr der Zukunft gemacht werden, wie Projektleiter Norbert Paprotny (DB Netz AG) erklärte. Während Glösinger und Freienohler Tunnel nach der Sanierung zweigleisig bleiben, wird der Elleringhauser Tunnel eingleisig werden. Für eine zweite Tunnelröhre, die man für die Zweigleisigkeit gebraucht hätte, wären die Kosten deutlich zu hoch gewesen, begründete Uli Beele, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), dessen Verband die Maßnahme finanziell unterstützt. Insgesamt soll die Erneuerung der drei Tunnel 265.569.000 Euro kosten: Für den Glösinger Tunnel sind 69.625.000 Euro, für den Freienohler 65.853.000 Euro und für den Elleringhauser Tunnel 130.091.000 Euro veranschlagt.

Während für die Tunnel im Arnsberger beziehungsweise Mescheder Stadtgebiet drei Jahre Bauzeit kalkuliert sind, plant man für den Elleringhauser Tunnel vier Jahre ein – er ist doppelt so lang wie die anderen beiden und bietet andere Voraussetzungen. In allen Fällen werden die Arbeiten unter dem „rollenden Rad“ durchgeführt. Das innovative Bauverfahren – die Tunnel-imTunnel-Methode – ermöglicht es, den Bahnverkehr weitgehend aufrecht zu erhalten. Jeweils drei Monate zu Beginn und drei Monate zum Ende der Baumaßnahmen müssen die Tunnel vollgesperrt werden, die generell während der Bauarbeiten nur eingleisig befahrbar sind mit einem Betriebsgleis in der Tunnelmitte. „Während der Sperrung wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet“, sagte Beele, der angab, dass rund 1.000 bis 1.300 Reisende pro Tag die Strecke nutzen. Während der Bauzeit wird das Tempo in den Tunneln auf 60 Stundenkilometern gedrosselt, nach Abschluss dürfen wieder 80 Stundenkilometer gefahren werden.

Möglichkeit der Elektrifizierung

„Rund vier Jahre Planung liegen schon hinter uns“, gab der Projektleiter Norbert Paprotny an. Doch bis die ersten Bauarbeiter ihre Arbeit aufnehmen, werden noch ein paar Jahre ins Land gehen. Für die Genehmigung des Bauvorhabens sind noch diverse Prüfungen und Fachbeiträge erforderlich. Nach Einreichung der Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt könne es bis zu drei Jahre dauern, bis es grünes Licht gibt, so Dirk Pohlmann, Pressesprecher NRW bei der DB.

Von 2023 bis 2026 sollen der Glösinger und Freienohler Tunnel erneuert und die Querschnitte erweitert werden. Unter anderem werden die Innenschalen erneuert und eine Spritzbetonaußenschale hergestellt. Beide Tunnel werden zehn Meter länger werden. Bisher verfügen die Tunnel über keine Rettungswege, sondern nur über Schutznischen. Im Zuge der Modernisierung werden Rettungsplätze außerhalb der Tunnel sowie Fluchtwege inklusive eines breiten Sicherheitsraums innen geschaffen. 

Zwischen Elleringhausen und Brilon-Wald möchte man die veraltete Konstruktion von 2022 bis 2026 erneuern. Der Tunnel bekommt ferner einen neuen Fluchtweg sowie einen zusätzlichen Entfluchtungs- beziehungsweise Rettungsstollen inklusive Lüftungsschacht. Auch die Signalanlagen werden – in allen drei Tunnel – erweitert.

 „Wir haben die Möglichkeit der Elektrifizierung eingeplant“, freut sich Uli Beele zusätzlich über eine mögliche Nachrüstung. Die 151 Kilometer lange Strecke der Oberen Ruhrtalbahn, die von Hagen durch das Hochsauerland nach Warburg verläuft, ist bisher weitgehend nicht elektrifiziert. Dem NWL war es ein Anliegen, die Entwicklung des Bahnverkehrs auf der Oberen Ruhrtalbahn weiter zu sichern.

Wer weitere Informationen über die Tunnelerneuerung wünscht, kann bei der DB Netz AG Broschüren anfordern. Kontakt: Tunnel-Sauerland@deutschebahn.com

Der Zeitplan 

  • Glösinger und Freienohler Tunnel: Anfang 2019 sollen die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren fertig sein. Man kalkuliert, Anfang 2023 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Die Inbetriebnahme ist für 2026 – nach drei Jahren Bauphase – geplant.
  •  Elleringhauser Tunnel: Anfang 2018 möchte man die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren einreichen, angestrebt ist, Anfang 2022 mit den Arbeiten zu beginnen. Nach vier Jahren Bauzeit soll der Tunnel ebenfalls 2026 in Betrieb genommen werden.

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