„Symbiose aus Technik und Kunst"

Neuer Eigentümer öffnet Telekom-Bunker in Meschede für Kunstausstellung

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Der ehemalige Telekom-Bunker oberhalb der Grassenbergstraße wurde zwischen 1982 und 1984 gebaut.

Meschede. Er liegt versteckt im Wald und ihn kennen wahrscheinlich nur eingefleischte Mescheder: der Telekom-Bunker oberhalb der Grassenbergstraße. Mehr als 15 Jahre lang stand das Gebäude leer, jetzt hat es einen neuen Eigentümer gefunden. Und der öffnet das ungewöhnliche Bauwerk jetzt für eine Ausstellung von heimischen Künstlern.

„Es liegt irgendwie in den Genen meiner Familie, dass wir uns für ungewöhnliche Objekte interessieren“, erklärt Stefan Vorderwülbecke, der den Bunker gekauft hat und jetzt erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht. Der „Verstärkerraum Grassenbergstraße“ wurde während des Kalten Krieges zwischen 1982 und 1984 für rund vier Millionen Mark gebaut und sollte im Falle eines Atomkriegs für die Aufrechterhaltung der Telefonversorgung sorgen. Meschede stellte damals einen wichtigen Knotenpunkt für Telefonleitungen dar. 

Bis 1999 war der Bunker in Betrieb, bevor er seitens des Betreibers aufgegeben wurde. Daraufhin stand das Gebäude lange zum Verkauf, ein Abnehmer ließ sich aber zunächst nicht finden – bis Stefan Vorderwülbecke darauf aufmerksam wurde. „Der Preis war in Ordnung, die Lage ist gut und deshalb habe ich zugeschlagen“, sagt der 38-jährige Ostwiger, der als Kälteanlagenbauer vor allem an der im Bunker verbauten Technik interessiert war, denn die ist größtenteils im Originalzustand und voll funktionsfähig. 

180 Karten im Vorverkauf 

Organisatoren und beteiligte Künstler präsentierten bei einem Rundgang die Räumlichkeiten des Bunkers, in denen sie ihre Werke ausstellen.

Pläne für eine Nutzung gab es während des Leerstands zahlreiche. So sollten unter anderem eine Pilzzucht, ein Weinlager, eine Disco oder auch ein Bordell dort Platz finden – umgesetzt wurde aber nichts. Der neue Eigentümer hat jetzt auch Ideen, was er aus dem Gebäude macht: „Man ist aber gesetzlich sehr eingeschränkt.“ Das Ziel, seine Anschaffung wirtschaftlich zu nutzen, verfolgt der Ostwiger aber nicht. Er besitzt jetzt eben einen eigenen Bunker mitten im Wald. „Jeder hat so seinen Tick. Mit Künstlern kann man da wunderbar drüber reden“, sagt er augenzwinkernd. 

Und für 18 von ihnen öffnet Vorderwülbecke den ehemaligen Verstärkerraum jetzt für die Sonderausstellung „Kein Anschluss... Bunkerutopien“. An vier Terminen (29./30. Oktober und 5./6. November, jeweils von 13 bis 16 Uhr) haben insgesamt 180 Interessierte die Möglichkeit, den Bunker zu besichtigen und die Werke von heimischen Künstlern aus Meschede, Olsberg und Arnsberg zu bestaunen, die in den einzelnen Räumen des Gebäudes ausgestellt werden. „Wir haben hier eine Symbiose aus der verbauten Technik, die bestaunt werden kann, und der Kunst, die oft auch erst auf den zweiten Blick ins Auge fällt“, kündigt Mitorganisatorin Kathrin Ueberholz (Stadt Arnsberg) an. 

Die Karten für die Ausstellung (3 Euro, Kinder frei) sind ab Freitag, 19. August, ausschließlich im Vorverkauf in den Tourist-Infos in Meschede und Bestwig (☎ 02 91/9 02 24 43) erhältlich. Die Besucher werden im Stundentakt vom Kreishaus aus mit einem „Shuttle-Bus“ zum Bunker und zurück gefahren. Die Veranstalter raten aufgrund der kühlen Temperatur im Gebäude zu warmer Kleidung.

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