„Europa muss man leben“ 

Neues IHK-Projekt vermittelt Schülern die Bedeutung der EU

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Michael Haeser (hinten) war am vergangenen Mittwoch zu Gast im Berufskolleg Meschede und stellte im Rahmen eines IHK Projekts die Bedeutung der EU heraus. 

Meschede/Hochsauerland. Die EU ist ein „abstraktes Gebilde“, so bezeichnete am vergangenen Mittwoch zumindest Michael Haeser, International Sales bei Falke, den Verbund von europäischen Staaten. Haeser stellte Mescheder Berufsschülern die Vorteile der EU vor und auch die Risiken, die der Brexit mit sich bringen kann. Die Präsentation war Teil eines neuen IHK Projekts, bei dem Unternehmen in Berufschulen über die Bedeutung der Europäischen Union und des europäischen Binnenmarktes für ihre Betriebe sprachen.

Die Idee zu dem Projekt stammte vom Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK). Der DIHK will im Rahmen des Europawahlkampfs auf die Bedeutung der Europäischen Union für die Wirtschaft aufmerksam machen. „Unter den bundesweit rund fünf Millionen Erstwählern gibt es auch eine Millionen Berufsschüler. Darum ist es uns ein Anliegen, auch dieser Wählergruppe einen Eindruck der Bedeutung der EU für die Unternehmen in der Region zu vermitteln“, erklärte Thomas Becker, Referent für Kommunikation und Volkswirtschaft IHK Arnsberg, Hellweg-Sauerland. Darum habe man die Idee aufgegriffen und vier Unternehmensvertreter gewinnen können, die neben dem BK Meschede auch in Lippstadt und Soest an den Schulen waren.

Am Berufskolleg Meschede referierte Michael Haeser vor zwei Klassen. „Es geht darum Europa zu erklären und die Vorteile von EU und Euro herauszustellen“, erklärte Michael Haeser im Vorfeld seines Vortrags vor angehenden Industriekaufleuten und Höheren Handelsschülern. Für ihn sei es wichtig, Schüler für Europa zu motivieren. „Europa muss man leben. Das ist im kleinen Rahmen durch das IHK-Projekt möglich.“

Früher lange Staus an den Grenzen

In seinem Vortrag erläuterte er den interessierten Schülern, welche Errungenschaften die Europäische Union für die Mitgliedsstaaten eingebracht habe. So verdeutlichte er, dass durch den Verbund ein Handel mit Waren in alle Mitgliedstaaten möglich sei. „Es gibt keine Zölle. Lkw- Fahrer etwa können sich innerhalb der EU frei bewegen, da es keine Grenzen mehr gibt.“ Letzteres sei auch für Privatpersonen ein riesiger Vorteil. „Das wisst ihr ja alle schon gar nicht mehr. Früher stand etwa an der deutsch-niederländischen Grenze nicht nur ein Schild, auf dem stand: ,Sie verlassen nun die Bundesrepublik’, sondern es wurden Kontrollen durchgeführt“, führte er den Schülern vor Augen. So erklärte er den angehenden Industriekaufleuten und Höheren Handelsschülern, dass vor dem Schengener Abkommen lange Staus an den Grenzen zum Alltag gehörten. „Die Freiheiten, die Europa uns bietet, sind so gravierend.“ Dazu zähle natürlich auch der Euro als gemeinsame Währung, die sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen zu Erleichterungen geführt habe.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags stellte er heraus, dass deutsche Exporte in die EU Staaten weiter stiegen. „Falke ist da auch ein kleines Rädchen und möchte natürlich auch davon profitieren.“

Auch das Thema Brexit ließ Haeser in seiner Präsentation nicht aus. So betonte er, dass viele Unternehmer sich in diesem Zusammenhang um schlechte Geschäftserwartungen und Zollbürokratie sorgten. „Jeder Lkw, der in das Vereinigte Königreich möchte, müsste dann eigentlich verzollt werden. Die Briten würden dann auch erst einmal Probleme haben, überhaupt Waren in ihr Land zu bekommen“, gab er zu Bedenken. Zum Abschluss seines Vortrages ging Haeser auf einen aus seiner Sicht herausragenden Verdienst der Gemeinschaft ein. „Die Europäische Union hat uns Frieden gebracht.“ Durch Programme wie Erasmus könne man die anderen Kulturen kennenlernen. Das sei wichtig und man werde so viel weltoffener. „Wir ihr seht bin ich ein Freund der EU und ich hoffe, ihr werdet das auch“, waren seine abschließenden Worte, die er an die Schüler richtete.

„EU hat Frieden und Freiheit gebracht“

Hermann Adam, Berufsschullehrer für Industrieberufe, sah den Besuch Michael Haesers als großen Gewinn. „Es ist gut, dass ein Experte vor Ort ist. Das ist wesentlich glaubwürdiger als wenn wir Lehrer so einen Vortag halten würden“.

Das Projekt kam auch bei den Schülern gut an und zeigte, dass bei den jungen Menschen durchaus Interesse an dem Verbund besteht. „Die EU hat uns Frieden und Freiheit gebracht. Sie bietet Vorteile für uns alle“, war sich Julian Hamm sicher. Der 22-Jährige hat schon zahlreiche Reisen in das europäische Ausland unternommen und stellte vor allem den Euro als positive Idee heraus. „Die gemeinsame Währung hilft, Barrieren zu überwinden hinsichtlich der Bezahlung.“ Andere Barrieren müssten allerdings noch beseitigt werden und das möglichst gemeinsam: „Wir müssen aktuelle Themen wie Klima und Migration gemeinsam lösen.“

Auch die Berufsschülerin Theresa Quast erkannte die positiven Seiten der EU. „Durch die Europäische Union ist freies Handel möglich“, so die Schmallenbergerin. Und auch wenn sich die beiden angehenden Industriekaufleute auch schon im Vorfeld mit der Thematik befasst hatte, konnten beide aus dem Vortrag von Michael Haeser noch einiges mitnehmen. „Die Präsentation hat uns gezeigt, wie wichtig die EU und auch der Euro ist. Vor allem für unsere Zukunft hat beides eine hohe Bedeutung“, waren sich die beiden Berufsschüler einig.

Auch Thomas Becker zeigte sich zufrieden mit dem nun abgeschlossenen Projekt. „Unser Fazit ist insgesamt positiv. In den vier Terminen konnten wir die Schüler darauf aufmerksam machen, welche Bedeutung die Europäische Union für die Wirtschaft und damit auch für ihre persönliche berufliche Zukunft hat.“ Eine Wiederholung sei nicht geplant. „Die vier Termine waren ein einmaliges Projekt zur anstehenden Europawahl. Damit ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass wir bei Interesse der Beteiligten und einem entsprechenden Anlass uns wieder engagieren“, so Becker abschließend.

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