Von der Schotterwüste zur Wenneliebe

Neugestalteter Dorfplatz in Wennemen wird eröffnet 

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Alexander Jürgens, erster Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Wennemen-Bockum-Stockhausen, (links) und Ortsvorsteher Peter Schüttler sitzen auf einer der neu aufgestellten Bänke, die um die Bouleplan platziert sind.

Wennemen - Im Herzen von Wennemen hat sich in den vergangenen Monaten einiges geändert. Mit einem Kraftakt für ein gemeinsames großes Ziel hat die Dorfgemeinschaft Wennemen-Bockum-Stockhausen tatkräftig angepackt und aus einem „unattraktiven Dorfplatz“, wie es Alexander Jürgens, Erster Vorsitzender der Dorfgemeinschaft im Frühjahr formulierte, die „Wenneliebe“ entstehen lassen.

Wenn man vor ein paar Monaten an dem Platz in der Südstraße in Wennemen entlang gelaufen ist, sah man viel grau, eine alte Telefonzelle, die als umfunktionierte Bücherzelle vereinsamt auf dem Schotterplatz stand, und einen Wappenbaum, der in der hintersten Ecke in die Luft ragte. „So wie es nun ist, gibt es keinen Grund hier Zeit zu verbringen“, erklärte Jürgens vor Beginn der Umgestaltung im Gespräch mit dem SauerlandKurier. Mitte April diesen Jahres starteten schließlich die Arbeiten für den neuen attraktiveren Dorfplatz – die „Wenneliebe“. „Es hat alles gut geklappt“, freut sich der Erste Vorsitzende der Dorfgemeinschaft nun nach fast vollbrachtem Werk. Dafür hat ein rund 25 Mann starker „harter Kern“ aus dem Dorf – mit Unterstützung von vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern seit dem Frühjahr ordentlich angepackt.

„Wir haben zuerst die alten Beete entfernt. Dann haben wir den Schotterboden abgezogen.“ Wo damals eine „Schotterwüste“ war, erstrahlt nun der Rasen im satten Grün und Wege wurden gepflastert. Die Bücherzelle hat am Eingang der „Wenneliebe“ einen neuen Standort gefunden. Eine Boulebahn, die die Dorfgemeinschaft vor vier bis fünf Jahren gebaut hatte, wurde verlegt und hat nun im Zentrum der „Wenneliebe“ einen neuen Platz gefunden. „Wir haben die Bahn damals in Eigenleistung gebaut und wollten unbedingt, dass sie erhalten bleibt“, betont Alexander Jürgens. Gerade für die ältere Generation sei die Boulebahn ein beliebter Treffpunkt. Um die Bahn herum wurden einige neue Bänke aufgestellt. Am Ende des neuen Dorfplatzes wurde ein Grillplatz installiert – „ein Treffpunkt für die ganze Familie“. „Für die Kinder haben wir Schaukeln aufgestellt. Ein Karussell wird in den nächsten Tagen noch installiert.“

Wasserspielplatz mit Lok aus Sandstein 

Ein weiteres Highlight ist der Wasserspielplatz, der aus zwei Elementen besteht. Zum einen ziert nun eine Lok aus Anröchter Sandstein den neuen Dorfplatz. Aus dem Schornstein soll demnächst Wasser spritzen. Das funktioniert mithilfe einer Wipp-Saug-Pumpe. „Die Kinder stellen sich auf die Vorrichtung und bewegen sich von links nach rechts, um die Pumpe zu betätigen.“ Der zweite Teil besteht aus einem Stein, aus dem nach demselben Prinzip wie bei der Lok Wasser herausspringen soll. Bei der Lok fehlt aktuell noch der Schornstein. Auch zwei Waldsofas, die zukünftig als Ruhezonen dienen sollen, und zwei Picknick-Tische müssen noch aufgestellt werden. „Der Feinschliff muss nun noch gemacht werden, sonst ist aber alles fertig.“

Die Lok, ein Element des Wasserspielplatzes, soll als Highlight vor allem für Kinder, dienen.

Dass das „Mammutprojekt“, wie es Alexander Jürgens bezeichnet, so schnell Formen angenommen hat, hätte außer ihm selbst kaum jemand erwartet. „Ich war eigentlich von Anfang an optimistisch und habe eine Eröffnung im Herbst angestrebt. Die anderen meinten, dass das wohl erst im Frühjahr des nächsten Jahres klappen wird“, schmunzelt der Erste Vorsitzende.

Eröffnung am 1. September ab 11 Uhr 

Sein Bauchgefühl sollte sich bewahrheiten. Am 1. September soll nun ab 11 Uhr die große Eröffnung stattfinden. „Wir wollen dabei symbolisch ein rotes Band durchschneiden. Dafür wollen wir vier Bürger aus jeder Generation einbeziehen, vom Kleinkind bis zum Opa sozusagen. Das soll verdeutlichen, dass der Dorfplatz ein Platz für jede Generation ist.“ So soll auch bei der Einweihung ein buntes Programm Jung und Alt erfreuen. „Für die Kinder haben wir zum Beispiel einen Liedermacher eingeladen. Die Vereine aus dem Ort verkaufen Köstlichkeiten vom Grill, Kuchen und Hotdogs.“ Die Einnahmen sollen dabei den Vereinen zugute kommen. „Der Sportverein hat die Einnahmen des Osterfeuers für das Projekt gespendet. Der Musikverein hat vor ein paar Wochen ein Baustellenkonzert präsentiert. Auch diese Einnahmen sind in das Projekt geflossen. Nun wollen wir den Vereinen auch etwas zurückgeben“, so Jürgens.

40.000 Euro an Spendengeldern: "Das hätten wir echt nicht erwartet.“

Doch nicht nur die Vereine haben großzügig gespendet, auch viele Unternehmen und Bürger haben sich nach dem Spendenaufruf verpflichtet gefühlt, ihren Beitrag zu leisten. „Wir hatten 20.000 Euro an Spendengeldern angepeilt. Nun sind es schon 40.000 Euro. Das hätten wir echt nicht erwartet“, gibt Jürgens seine Begeisterung zum Ausdruck. Für das Projekt wurde eine Gesamtsumme von 60.000 Euro veranschlagt. Neben den Spendensummen und einem Eigenanteil wurde der Wasserspielplatz mit 19.500 Euro von Leader gefördert. Auch kurz vor der endgültigen Fertigstellen gingen immer noch Spenden ein. „Vor der Umgestaltung konnte sich ja nicht jeder vorstellen, wie das mal aussehen soll. Nun zum Ende der Fertigstellung sehen alle, was wir geschafft haben.“

Aus der Bevölkerung habe es bislang auch nur positive Resonanz gegeben, freut sich der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft. Und auch Ortsvorsteher Peter Schüttler zeigt sich begeistert von der „Wenneliebe“. „Das ist alles ganz hervorragend. Der Platz war damals nicht einladend, sondern eher ausladend“, betont er mit einem Schmunzeln. Dass so ein Werk in Wennemen mit Bürgerengagement vollbracht wurde, begeistert Schüttler. „Sowas kann man auch glaube ich nur in einem Dorf schaffen“, so seine abschließenden Worte.

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