St.-Georgs-Schützen erklären endgültiges Aus für Mescheder Kirmes

"Nicht mehr zeitgemäß"

Viel zu selten erfreute sich die Mescheder St-Georgs-Kirmes einem großen Besucherandrang. Foto: Archiv/Andre Sonntag

Nicht erst seit der Rückkehr auf den Platz an der St. Georgs-Halle in der Schützenstraße wurde die Kritik an der Mescheder Kirmes, die traditionell am letzten Augustwochenende stattfand, lauter. Auch die letzten Jahre in der Innenstadt war ein spürbarer Rückgang der Besucherzahlen bei Fahrgeschäften und auch beim Zelt zu verzeichnen. Dies hat zur Folge, dass es bereits in diesem Jahr keine Kirmes mehr in Meschede geben wird, teilten die St. Georgs-Schützen jetzt in einer Pressemitteilung mit.

Dabei hatten sie als Ausrichter einiges versucht: Im Jahr 2012, als die Kirmes an die St. Georgs-Halle zurückkehrte, wurde eine große begleitende Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Da der Besuch schlecht war, wurde diese 2013 und 2014 nicht wiederholt. Die Besucherzahlen 2014 waren jedoch so gering, dass viele Schausteller ihre Kosten nicht eingespielt haben. Dem Marktmeister Rudi Isken wurde seitens seiner Kollegen signalisiert, dass viele daher 2015 nicht wiederkommen wollen. „Die Kirmes hätte allenfalls in wesentlich verkleinertem Umfang mit Autoscooter, Kinderkarussell und vielleicht noch Musikexpress stattfinden können.“ erklärt Hauptmann Andreas Diemel-Kotthoff.

Eine Rückkehr in die Innenstadt schied mangels passender Flächen aus. „Auch vom Stadtmarketing Meschede bekamen wir die Rückmeldung, dass eine Kirmes in dieser Form eher Negativwerbung für unsere Stadt Meschede bedeutet“, erläutert Diemel-Kotthoff weiter.

Die Kirmes wurde seit 1869 in Meschede veranstaltet und war anfangs auch mit einer Tierschau verbunden. Diese wurde in den 1960er-Jahren eingestellt. In den 1980er-Jahren wechselte die Kirmes ihren Standort dann in die Innenstadt, wo sie an verschiedenen Plätzen, wie zum Beispiel dem neuen Arbeitsamt, stattfand. Eine lange Tradition geht mit dieser Entscheidung des Schützenvorstandes zu Ende.

Mehr Mobilität und fehlende Kaufkraft

Die Gründe sehen die Schützen zum einen in der vermehrten Mobilität der Bevölkerung, da zum Beispiel die Hüstener Kirmes, die zwei Wochen später veranstaltet wird, leicht erreicht werden kann. Auch die parallel stattfindende Montgolfiade in Warstein habe sicher Besucher gekostet. Aber auch die beliebte Veranstaltung „Mittwochs Live“ auf dem Stiftsplatz in Meschede, zu der bei gutem Wetter Hunderte Besucher strömen, habe letztlich auch Kaufkraft der Mescheder Bevölkerung weggenommen.

Die Schützen werden sich auf neue, attraktivere Feste konzentrieren. So wird die Veranstaltung „Henne in Flammen“ in diesem Jahr am 30. April am Kreishaus wieder stattfinden. Diese soll in die Feierlichkeiten zur Eröffnung des neuen Henneparks mit Himmelstreppe, die vom 30. April bis 3. Mai stattfinden, eingebunden werden. Auch das Sauerlandfest „Alle auffe Halle“ am 10. Oktober 2015 soll weiter ausgebaut werden. Die Twersbraken sind bereits angefragt und an dem Programm werden die St. Georgs-Schützen in den nächsten Wochen intensiv arbeiten.

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