Ohne Schnee und Plätzchen

Theresa Voß unterrichtet Kinder in Malawi und feiert dieses Jahr etwas anders Weihnachten.

"Vieles, was ich in Deutschland mit Weihnachten verbunden habe, fehlt hier: Kälte, Schnee, Plätzchen backen, Weihnachtsmarkt und natürlich meine Familie", berichtet Theresa Voß aus Berghausen. Die Abiturientin ist seit August als Missionarin auf Zeit in Malawi (Afrika) im Einsatz. Ein etwas anderes Weihnachten...

Während ganz Deutschland mit eisigen Temperaturen und verschneiten Straßen zu kämpfen hat, genießt Theresa Voß in Malawi derzeit nach der großen Hitze die Abkühlung durch die Regenzeit.

Sie arbeitet im Ort Madisi in einer Schule und wohnt mit ihren beiden Freundinnen, die sie durch das Vorbereitungsjahr kennen gelernt hat, in einem kleinen Häuschen.

Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 40 Jahren. Die Schule wie auch ein Krankenhaus und ein Kindergarten gehören zum Aufgabenbereich von Theresa Voß. Sie arbeitet mit den Franziskanerinnen von Salzkotten und gibt unter anderem Matheunterricht in der 4. Klasse.

"Ich hatte gedacht, dass wir erst mal bei einem Lehrer zugucken, um zu sehen, wie hier in Malawi der Unterricht abläuft, aber ich habe direkt am ersten Schultag die ersten beiden Stunden alleine unterrichtet. Es war schon ein komisches Gefühl, vor einer Klasse mit 75 Kindern zu stehen."

Dafür musste sie sich natürlich gut vorbereiten. Um sich mit den Kindern verständigen zu können, nimmt sie zweimal pro Woche Unterricht und lernt Chichewa. "Die Arbeit in der Schule nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Wir gehen morgens um kurz vor 7 Uhr zur Schule und kommen abends um 5 Uhr nach Hause. Neben meinen vier Stunden Matheunterricht pro Tag müssen wir unseren Unterricht vorbereiten, Hefte kontrollieren oder Tests korrigieren und benoten", beschreibt sie einige ihrer Aufgaben.

Weihnachtskarten im November gebastelt

Passend zu Weihnachten bietet Theresa Voß eine Blockflöten-AG für die Kinder an. Apropos Weihnachten: das verläuft in diesem Jahr dann doch etwas anders.

"Da Mitte November ein Besucher der Franziskaner-Schwestern auf seinem Rückflug nach Deutschland Briefe mitgenommen hat, habe ich schon Anfang November begonnen, Weihnachtskarten zu basteln - so früh wie noch nie", berichtet die Missionarin. Dabei vermisst sie vor allem das, was sie mit Weihnachten in Deutschland verbindet: von der Familie über den Schnee, bis hin zum Plätzchen backen. "In der Kirche werden nicht die mir bekannten Weihnachtslieder gesungen, es gibt keinen Adventskranz, keinen Adventskalender, Lichterketten oder Tannenbaum", so Theresa Voß. Die Botschaft verbinde alle Länder, doch die Art Weihnachten zu feiern sei eben sehr unterschiedlich.

Ein kleines Weihnachtsgeschenk bereiteten indes die Kinder ihrer Lehrerin aus Berghausen. Denn zum Ende des Terms wurden jetzt die Schulstempel unter die Zeugnisse gesetzt und "meine beiden Klassen haben ganz gut abgeschnitten".

In den Schulferien arbeitet Theresa Voß im Krankenhaus - ein etwas anderes Weihnachten eben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare