Früher als geplant

Personenschifffahrt am Hennesee wegen Niedrigwasser eingestellt

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Der Hennesee ist nur noch zu 37 Prozent gefüllt. Aufgrund des Niedrigwassers wurde jetzt die Personenschifffahrt eingestellt.

Meschede. Der niedrige Wasserstand im Hennesee fordert sein erstes "Opfer": Die Personenschifffahrt ist mit dem heutigen Tage eingestellt. Das gab der Betreiber soeben auf seiner Homepage und Facebook-Seite bekannt.

"Verehrte Gäste, aufgrund des niedrigen Wasserstands ist es uns leider nicht mehr möglich, die Anlegestellen anzufahren. Aus diesem Grund haben wir am 23. Oktober die Schifffahrt für die Saison 2018 eingestellt. Wir danken für Ihr Verständnis und freuen uns auf Sie im kommenden Jahr!" heißt es in dem offiziellen Statement.

Eigentlich fährt die MS Hennesee laut Fahrplan täglich von Ostern bis Ende Oktober, der akute Wassernotstand macht aber jetzt eine vorzeitige Beendigung der Saison nötig. Aktuell enthält der Hennesee nur noch 37 Prozent seiner maximalen Füllmenge.

Viele Besucher nutzen deshalb die Gelegenheit, die "Hennewüste" bei ausgiebigen Spaziergängen zu bestaunen. Wer dieses Naturschauspiel mit eigenen Augen verfolgen möchte, sollte sich aber an die Warnungen des Ruhverbands halten:  Dieser hatte bereits in der vergangenen Woche ausdrücklich vor dem Betreten der trockengefallenen Uferbereiche der Talsperren im Sauerland gewarnt, da der Untergrund nicht überall tragfähig sei. Es bestehe die Gefahr, einzusinken und sich nicht mehr selbst befreien zu können.

Ruhrverband warnt vor lebensgefährlichem Leichtsinn

„Das Betreten trockener Uferbereiche von Talsperren ist lebensgefährlicher Leichtsinn!“, schreibt der Ruhrverband in seiner Pressemitteilung. Er bittet alle Spaziergänger eindringlich darum, diese Warnung zu berücksichtigen und damit auch Kindern kein schlechtes Beispiel zu geben.

Wegen der lang anhaltenden Trockenheit müssen die Talsperren des Ruhrverbands seit Monaten Schwerarbeit leisten, um die gesetzlichen vorgeschriebenen Mindestabflüsse in der Ruhr einzuhalten, teilt der Ruhrverband weiter mit.

Ohne das zusätzliche Wasser aus den Talsperren wäre die Ruhr in Villigst bei Schwerte bereits seit Juli 2018 durchgängig trockengefallen.

Aufgrund der hohen Wasserabgaben liegt der Gesamtfüllstand der Ruhrverbandstalsperren noch bei knapp 51 Prozent vom Vollstau. Dadurch sind rund um die Talsperren inzwischen Uferbereiche zugänglich, die üblicherweise unter Wasser liegen.

In den letzten Tagen wurden vermehrt Spaziergänger auf diesen trocken gefallenen Flächen beobachtet, schreibt der Ruhrverband.

Folgendes Video unseres Mitarbeiters Andre Sonntag zeigt den dramatischen Niedrigwasserstand im Hennesee auf eindrucksvolle Weise:

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