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Dr. Peter Liese fordert gezieltere Corona-Maßnahmen und Geduld, Disziplin und Vorsicht

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Gesundheitspolitischer Fachmann: Während der zeitweiligen Corona-bedingten Schließung des EU-Parlaments hat Dr. Peter Liese vorübergehend wieder in seinem eigentlichen Beruf als Arzt in einer Praxis in Ramsbeck gearbeitet.
Gesundheitspolitischer Fachmann: Während der zeitweiligen Corona-bedingten Schließung des EU-Parlaments hat Dr. Peter Liese vorübergehend wieder in seinem eigentlichen Beruf als Arzt in einer Praxis in Ramsbeck gearbeitet.

Die steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa und in Deutschland treiben die Politik um – auch den CDU-Europaabgeordneten Peter Liese aus Meschede.

Meschede/Hochsauerland – „Ich hatte zwar befürchtet, dass es zum Herbst wieder mehr Infektionen geben würde“, sagte der Arzt und gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament im Rahmen einer Videokonferenz. Aber dass die Zahlen bereits in den vergangenen Tagen trotz des spätsommerlichen Wetters stiegen, „hat mich etwas schockiert. Das macht keine Hoffnung für die nächsten Monate.“

Liese mahnt mit Blick auf die sich wieder zuspitzende Lage und die bereits erworbenen wissenschaftlichen Erkenntnisse Geduld und Disziplin an – sowie gezielte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Unter anderem fordert er mehr Strenge im Umgang mit Ansammlungen in geschlossenen Räumen, in denen sich das Virus 18-mal stärker verbreite als im Freien.

Umso liberaler könnten die Regelungen für Treffen oder Veranstaltungen unter freiem Himmel ausfallen. „Ich halte es für falsch, dass in NRW 150 Menschen, etwa zu einer Geburtstagsfeier, zusammenkommen können und dass dabei weder Abstand noch Maske vorgeschrieben sind“, sagte er. Feste in privaten Räumen müssten reglementiert werden. Die Frage der Kontrolle sei nachrangig – „wichtig ist es erst einmal, eine Norm zu setzen“. Liese glaubt nach Gesprächen mit Verantwortlichen in der NRW-Landesregierung, dass es auch dort eine „gewisse Offenheit“ für strengere Maßnahmen gibt.

„Wir haben schon sehr, sehr viel gelernt“

Zudem hält der Europaabgeordnete eine Wiedereinführung der Maskenpflicht an Schulen für geboten, um zu verhindern, dass es in Städten zu flächendeckenden Schulschließungen kommt. Einen kompletten Lockdown allerdings „können wir hoffentlich vermeiden“. Denn: „Wir haben schon sehr, sehr viel gelernt.“ 

Mit Blick auf das kommende Frühjahr zeigt sich Liese verhalten optimistisch. Er sei überzeugt, dass es dann „eine deutliche Normalisierung des öffentlichen Lebens“ geben werde – wozu auch Impfungen beitragen sollen. Angesichts der weit fortgeschrittenen Tests mehrerer Firmen hofft Liese auf mindestens eine Zulassung für die EU bis Ende des Jahres – auch wenn das nicht heiße, dass es bis März oder April genug Impfstoff für die gesamte deutsche Bevölkerung gebe.

Es werde dann wahrscheinlich stufenweise geimpft, angefangen mit Personen, die selbst ein großes Infektionsrisiko haben beziehungsweise im Falle einer Infektion ein Risiko für andere darstellen können – wie medizinisches Personal. Derzeit allerdings sei es wichtig, vorsichtig zu bleiben, sagte Liese. Und er ergänzte: „Geduld zu haben, lohnt sich. Mit den drei Aspekten Teilimmunität, Impfstoff und Frühling können wir uns hoffentlich auf ein tolles Frühjahr freuen.

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