Fall von Tierquälerei

Polizei bittet um Mithilfe: Wurstköder mit Tackernadeln in Meschede entdeckt

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Zwischen Lagerstraße und dem Galiläaer Weg in Meschede wurden Hundeköder entdeckt.

Meschede. Mit Tackernadeln präparierte Hundeköder sind am Samstag in Meschede gefunden worden. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung des Falls. Die Tierschutzorganisation PETA bietet sogar eine Belohnung für Hinweise an. 

Laut Polizei wurden am vergangenen Samstag gegen 18.15 Uhr zwischen der Lagerstraße und dem Galilääer Weg in Meschede Wurstköder, die mit Tackernadeln bestückt waren, gefunden. Der Hundehalter verständigte die Polizei, die dann auch vor Ort war, um die Beweise zu sichern. Es wurde Strafanzeige erstattet. "Der Hundehalter war sich nicht ganz sicher, ob sein Hund nach den Ködern geschnappt hat oder nicht. Er ist dann vorsorglich mit seinem Tier zum Tierarzt gefahren. Das jemand zu Schaden kam, ist uns aber nicht bekannt", erklärt Sebastian Held, Pressesprecher der Polizei Hochsauerlandkreis. 

"Köder sind spurentechnisch nicht dienlich"

Aktuell gebe es noch keine Hinweise zu dem oder den Tätern. Die Polizei bittet daher um Hinweise aus der Bevölkerung. "Die Köder selber sind spurentechnisch nicht dienlich. Daher sind wir auf Hinweise der Bürger angewiesen. Der Faktor Glück spielt dabei auch eine große Rolle. Es kann auch sein, dass wir die Tat nicht aufklären können." Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 0291/90200 entgegen. 

Doch nicht nur die Polizei Hochsauerlandkreis möchte den Fall aufklären sondern auch die Tierschutzorganisation Peta, die um die Tat aufzuklären, eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt hat. Diese können unter Tel. 0711/8605910 oder unter whistleblower@peta.de eingereicht werden. 

„Der Tierquäler muss gefunden werden, bevor noch Hunde verletzt oder getötet werden“, sagt Judith Pein im Namen von Peta. „Derartige Täter zu überführen ist oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Deshalb kann es in solchen Fällen auf den noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen. Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Arbeit der Polizei unterstützen sowie Tierhalter für das Thema sensibilisieren und warnen. Der Täter muss sich darüber im Klaren sein, dass mit gefährlichen Stoffen und spitzen Gegenständen präparierte Köder nicht nur für Hunde, Katzen und freilebende Tiere, sondern auch für Kinder lebensbedrohlich sein können.“

Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen

Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, rät die Organisation. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, blassen oder porzellanfarbenen Veränderungen an den Schleimhäuten, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. 

Hunde sollten beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.

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