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Drogenprobleme nicht alleine lösen: Polizei klärt über Suchtprävention bei Jugendlichen auf

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 Die Polizei im Hochsauerlandkreis hat im Jahr 2020 verstärkt kontrolliert. Durch die Arbeit der Ermittler stiegen die Fallzahlen um 17,5 Prozent auf 1.262 Straftaten. 
 Die Polizei im Hochsauerlandkreis hat im Jahr 2020 verstärkt kontrolliert. Durch die Arbeit der Ermittler stiegen die Fallzahlen um 17,5 Prozent auf 1.262 Straftaten.  © picture alliance / Daniel Karman

Gestiegene Fallzahlen, verstärkte Kontrollen: Die Bekämpfung der Rauschgift- bzw. Betäubungskriminalität ist auch für die Polizei im Hochsauerlandkreis einer der Schwerpunkte ihrer Arbeit. Die Behörde klärt über Suchtprävention bei Jugendlichen auf.

Hochsauerland – Durch einen Zufall finden Eltern im Zimmer ihres Kindes ein leeres Tütchen mit einem Cannabisblattaufdruck und Konsumzubehör. Das ist spätestens der Zeitpunkt, an dem sich Eltern Gedanken darüber machen, ob und wie mit einem möglichen Drogenkonsum des eigenen Kindes umgegangen wird. Wenn Eltern den Verdacht haben, dass ihr Sohn oder ihrer Tochter in eine Drogenabhängigkeit geraten ist, sollten sie sich informieren und zeitnah ein Gespräch mit dem oder der Betroffenen suchen.

Die meisten Kinder und Jugendlichen bei uns wachsen behütet und sicher auf. Drogen werden in ihrem Leben vermutlich keine große Rolle spielen. Dennoch werden Jugendliche früher oder später mit legalen und illegalen Drogen konfrontiert. Eine Drogengefährdung und Drogenabhängigkeit entwickelt sich nicht sofort. Der Konsum illegaler wie auch legaler Drogen birgt die Gefahr von missbräuchlichen Verhalten und Sucht. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen dem Konsum legaler und illegaler Drogen. Dabei hängt es von den Lebensumständen und der Persönlichkeit des Einzelnen ab ob sich daraus eine Drogenabhängigkeit entwickelt.

Der Missbrauch von Suchtmitteln hat vielfältige Ursachen die in der Persönlichkeit des Betroffenen, seinem sozialen Umfeld und/oder der Anziehungskraft bzw. Verfügbarkeit von Drogen liegen. Eine Rolle spielt sicherlich auch das Zusammentreffen mehrerer Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen. Eindeutige Symptome für eine Suchtgefährdung gibt es nicht. Manche Auffälligkeiten können auch ganz natürliche, entwicklungsbedingte Ursachen haben. Es gibt allerdings Anzeichen, die besonders aufmerksam machen sollten. Diese Signale können unter anderem sein: Unerklärlicher Geldmangel, mangelndes Selbstvertrauen, das Auffinden von Hilfsmitteln (z.B. Wasserpfeife, Bong), Passivität und Unselbstständigkeit, sozialer Rückzug, Wechsel des Freundeskreises oder die Vernachlässigung von Hobbys und Interessen.

Fallzahlen um 17,5 Prozent gestiegen

Der oft folgende Bruch mit dem Elternhaus, dem Freundeskreis oder der Verlust des Arbeitsplatzes kann das Abgleiten in die Kriminalität beschleunigen. Wenn Abhängige viel Geld für Drogen benötigen, können sie diese Beträge meist nur durch Straftaten aufbringen. Manchmal werden sie zur Finanzierung ihrer Sucht selbst Drogenhändler, die ständig neue Konsumenten suchen und so Jugendliche – auch ihre eigenen Freunde – gefährden.

Die Rauschgift- bzw. Betäubungskriminalität zählt zu den sogenannten Kontrolldelikten. Die Polizei im Hochsauerlandkreis hat im Jahr 2020 verstärkt kontrolliert. Durch die Arbeit der Ermittler stiegen die Fallzahlen um 17,5 Prozent auf 1.262 Straftaten.

Je früher die Drogenabhängigkeit bemerkt wird, umso größer sind die Heilungschancen. Drogenprobleme sollten nicht alleine gelöst werden. Süchtige gehören in die Hände von Helfenden. Ansprechpartner für Eltern und Betroffene sind Drogenberatungsstelle, eine Selbsthilfegruppe, eine Familien- und Erziehungsberatungsstelle oder ein Arzt. Diese Stellen beraten kostenlos und arbeiten nicht mit der Polizei zusammen – den Betroffenen droht dort also keine Strafverfolgung. Entsprechende Anschriften findet man im Telefonbuch bzw. nennt die Krankenkasse.

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