Sommerzeit ist Bikerzeit

Polizei kontrolliert Motorradfahrer auf dem Hirschberger Weg

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Die Polizei kontrollierte am vergangenen Wochenende Motorräder auf dem Hirschberger Weg (L 856) zwischen Meschede und Hirschberg

Meschede. Viele Motorradfahrer aus der Region aber auch dem weiteren Umland haben die Motorrad-Strecken rund um Meschede schon seit längerem für sich entdeckt. Besonders beliebt bei sportlichen Fahrern: Die L 856 unterhalb des Funkturmes zwischen Meschede und Hirschberg. Immer wieder kracht es dort, es werden Motorradfahrer schwer verletzt oder sterben. Die Polizei scheint machtlos. Am vergangenen Wochenende meldeten sich reihenweise Autofahrer bei der Polizei, die auf rasende Motorradfahrer auf der Strecke hinwiesen.

Als eine Zivilstreife der Polizei dort eintraf, waren Dutzende Fahrer mit Rennmaschinen auf der Straße oder standen an den Parkplätzen entlang der Strecke.  Die Polizeibeamten bekamen mit, wie ein Fahrer mit Knien auf dem Asphalt um eine Kurve geschossen kam, während ein anderer offenbar die Zeit stoppte. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt der Polizist. Denn als die Streife die Verfolgung aufnimmt, flüchtet der Fahrer mit hohem Tempo Richtung B 55, überquert die stark befahrene Bundesstraße ohne abzubremsen und verschwindet Richtung Warstein.  „Wir haben die Verfolgung aufgegeben und den anderen Fahrern einen Platzverweis erteilt“, hieß es. Diese Motorradfahrer warnen dann bei der Weiterfahrt Richtung Meschede entgegenkommende Biker vor der Polizei. 

Dennoch werden später noch einige Verkehrssünder gefasst. Einer beispielsweise überholt trotz doppelter durchgezogener Linie und Tempo 50 für Motorräder in einer unübersichtlichen Kurve. Als die Beamten ihn rauswinken, sehen sie eine Videokamera am Helm. „Wir haben die Speicherkarte zur Beweissicherung beschlagnahmt“, sagt der Beamte. Er hofft, dass der Biker sich damit selbst überführt.  „Und möglicherweise lief die Kamera ja schon länger, so dass wir noch andere Verkehrsverstöße feststellen können“, so der Polizist. 

Rüttelstreifen und Tempo 50

Viele der Biker, die an der Strecke pausieren, fühlen sich von der Polizei zu Unrecht in die Raser-Ecke gestellt. „Wir machen hier Pause nach einer Sauerland-Tour. Dann kommt die Polizei und erteilt uns Platzverweise. Das geht nicht, ich kann doch Pause machen, wo ich will“, sagt einer, während seine Begleiter zustimmen. Sicher gebe es immer wieder Raser auf der Strecke. „Die kommen aber von außerhalb“, sagt er. Und weil viel über die Unfälle und die Raserstrecke berichtet werde, kämen immer mehr. 

2014 war die Strecke nach einem tödlichen Unfall für Zweiräder komplett gesperrt. Danach wurden Rüttelstreifen vor und nach einer besonders gefährlichen Kurve quer über die Fahrbahn geklebt und Tempo 50 für Zweiräder verordnet. Doch die sportlichen Motorrad-Fans scheinen die Hindernisse nicht zu stören: „Wenn man langsam da drüber fährt, nervt es, wenn man schneller ist, merkt man die Streifen kaum“, sagt einer. Was bleibt, sind nach Einschätzung der Polizei Kontrollen und Präsenz an der Strecke. Bis zum nächsten Unfall.

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