„Wir leben von solchen Bürgern“

Polizei möchte Menschen zum Thema Einbruchschutz sensibilisieren

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Mit der Präventionswoche "Riegel vor-Sicher ist sicherer" möchte die Polizei Bürger sensibilisieren.

Meschede/Hochsauerland. Aufmerksam sein und im Verdachtsfall die 110 anrufen – das sind zwei Appelle, die die Kreispolizeibehörde zu Beginn der dunklen Jahreszeit den Bürgern im Hochsauerlandkreis mit auf den Weg geben möchte. Im Rahmen ihrer Präventionswoche „Riegel vor – Sicher ist sicherer“ führt die Polizei wieder Beratungen zum Thema „Einbruchschutz“ durch. Bei der Auftaktveranstaltung in der Mescheder Sparkasse hat ein aufmerksamer Nachbar von seinen Erfahrungen berichtet.

„Ein Einbruch ist ein Einbruch zu viel“, betont Kreisdirektor Klaus Drahten zu Beginn der Veranstaltung in der Mescheder Sparkasse. Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche rückläufig sei, sei Prävention weiterhin wichtig. Während im Jahr 2015 noch 489 Wohnungseinbrüche verzeichnet wurden, waren es im vergangenen Jahr nur noch 249. „Wir sind zuversichtlich, dass es dieses Jahr noch weniger sind. Bis September haben wir 161 Taten dokumentiert“, schildert Josef Jakobi, Kriminaloberrat des Hochsauerlandkreises. 

(v.l.) Peter Schulte, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Meschede, Sebastian Schulte, aufmerksamer Bürger, Josef Jakobi, Kriminaloberrat im HSK, und Klaus Drahten, Kreisdirektor, appellieren an die Bürger immer aufmerksam zu sein und im Verdachtsfall die 110 anzurufen.

Erfreulich in diesem Jahr sei auch, dass nur 44 Prozent der Wohnungseinbrüche erfolgreich waren. Bei 56 Prozent der Taten hätten es die Täter nicht bis in das Objekt geschafft. „Man darf sich aber von den Zahlen natürlich nicht blenden lassen“, betont der Kriminaloberrat, der auch weiterhin an die Bürger appelliert sich beim Einbruchsschutz Tipps geben zu lassen. „Wir haben festgestellt, dass die sinkenden Einbruchzahlen auch eine sinkende Bereitsschaft zur Beratung nach sich ziehen. Man muss da aber antizyklisch handeln“, ergänzt Jakobi. Prävention sei wichtig bei der Bekämpfung von Einbruchdelikten. Außerdem seien vor allem auch die Bürger gefragt. „Die technische Sicherung von Gebäuden ist wichtig, aber auch, dass Bürger aufmerksam sind und die 110 anrufen, wenn ihnen etwas Verdächtiges auffällt.“

Smarthome-Systeme als Ergänzung 

Ein vorbildliches Beispiel dafür sei Sebastian Schulte, der die Polizei bei der Verhaftung von Einbrechern unterstützt habe. „Wir leben von solchen Bürgern.“ Der Arnsberger wohne laut Jakobi in einem Wohngebiet, dass für kriminelle Banden ein „Appetithäppchen“ sei. „Professionelle Banden suchen sich gut erreichbare Gebiete aus, von denen sie auch schnell wieder wegkommen nach der Tat“, erklärt er. Daher seien auch Sundern, Arnsberg, Brilon und Meschede aufgrund ihrer guten Autobahnanbindung Problemzonen im Hochsauerlandkreis. Sebastian Schulte hatte bei seinem Nachbarn verdächtige Personen entdeckt und alarmierte die Polizei: „Die Streifenwagen waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort und haben die Täter verhaftet. Sie hatten es noch nicht bis ins Haus geschafft, sondern befanden sich beim Zugriff der Polizei noch im Garten“, erinnert sich der käufmännische Angestellte, der in einem Neubaugebiet wohnt. Bedenken oder Angst habe er im Moment der Tat nicht gehabt. „Ich hatte nur bei der Gerichtsverhandlung etwas Bauchschmerzen, als ich die Täter gesehen habe. Aber Angst habe ich auch da nicht gehabt“, blickt Schulte zurück, der anderen Bürgern mit auf den Weg geben möchte, ohne Bedenken die 110 zu wählen.

Die Statistik zeigt, dass die meisten Einbrüche in Städten mit Autobahnanbindung stattfinden.

Schultes Nachbar sei zum Tatzeitpunkt auf einer Feier gewesen. „Er hat ein Kamerasystem, das ihm Videos auf seinem Handy anzeigt, wenn jemand bei ihm klingelt“, erklärt Schulte. Daher habe sein Nachbar die verdächtigen Personen auch bemerkt. „Allerdings habe ich die Polizei schneller informiert, sodass diese auch rechtzeitig vor Ort war“, so der 39-Jährige. Diese Smarthome-Systeme seien für Josef Jakobi eine gute Ergänzung zur mechanischen Absicherung, aber ersetzten diese nicht. „Man kann mit den Videoaufnahmen natürlich auch Täter überführen, aber den Opfern bringt das ja auch nichts, wenn bei ihnen im Haus fremde Menschen alles auf den Kopf gestellt haben und Wertgegenstände entwendet haben“, begründet er seine Bemühungen die Bürger von mechanischen Sicherheitssystemen zu überzeugen. Diese sind auch in einer Ausstellung im Foyer der Mescheder Sparkasse zu sehen, die im Rahmen der Präventionswoche auf Möglichkeiten zum Einbruchschutz hinweist. 

"Sicherheit der Bürger liegt uns am Herzen"

Aufmerksame Bürger und die richtigen Sicherheitssysteme sind zwei Gründe warum die Zahl der Wohnungseinbrüche rückläufig ist. Aber auch die verstärkte Präsenz der Polizei im kompletten Kreisgebiet sei ausschlaggebend. „Wir haben zivile Ermittlungsgruppen, die in den Orten unterwegs sind und auf Wohnungseinbrüche spezialisiert sind.“ Außerdem seien auch Kontrollen an den Autobahnauffahrten erfolgsversprechend. „Erstens sehen die Bürger, dass die Polizei was tut und zweitens spricht sich auch unter den Kriminellen herum, dass verstärkt kontrolliert wird“, so Jakobi. 

Damit die Sauerländer in der dunklen Jahreszeit auf mögliche Wohnungseinbrüche vorbereitet sind, gibt es im Rahmen der Präventionswoche zahlreiche Veranstaltungen, um die Bürger zu sensibilisieren und vor Einbrüchen zu schützen. „Die Sicherheit der Bürger liegt uns am Herzen“, da sind sich alle Beteiligten einig.

Weitere Informationen zu der Präventionswoche „Riegel vor - Sicher ist sicherer“ gibt es hier.

Termine im Rahmen der Präventionswoche: 

Mittwoch, 24. Oktober

In der Zeit von 16 bis 18 Uhr Gruppenberatung in Kooperation mit Haus und Grund in Neheim

Donnerstag, 25. Oktober

In der Zeit von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr Telefonhotline - Experten zum Thema Einbruchschutz

Herr Milhoff ☎ 0291/9087720

Herr Didam ☎ 0291/9087722

Herr Wüllner ☎ 0291/9087727

Freitag, 26. Oktober

In der Zeit von 10 bis 13 Uhr Beratung in der Sparkasse Meschede

Samstag, 27. Oktober

In der Zeit von 10 bis 13 Uhr Beratungsmobil am Neheimer Wochenmarkt und Neheimer Wohngebieten

Montag, 29. Oktober

Von 10 bis 12 Uhr Präventionsstreife

von 16 bis 18 Uhr Vortrag/Gruppenberatung beim Netzwerkpartner Firma Poggel 

Dienstag, 30. September 

Von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr Präventionsstreife

von 14 bis 16 Uhr Vortrag/Gruppenberatung bei der Arnsberger Wohnungsbaugenossenschaft mit dem Verbandsvorsitzenden NRW

von 19.30 bis 21 Uhr Vortrag/Gruppenberatung bei der VHS Olsberg 

Mittwoch, 31. Oktober

Von 10 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr Präventionsstreife

von 16 bis 18 Uhr Vortrag/Gruppenberatung bei der Siedlungs- und Baugenossenschaft (SBG) Meschede

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