"Keinen Meter zurück"

Polizisten demonstrieren bei "aktiver Mittagspause" in Meschede für mehr Lohn

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Polizisten aus dem Hochsauerland demonstrieren im Rahmen einer "aktiven Mittagspause" für mindestens 200 Euro mehr im Geldbeutel.

Meschede. Mindestens 200 Euro oder besser noch sechs Prozent mehr Lohn; das fordert die Gewerkschaft der Polizei auch aus dem Sauerland in der laufenden Tarifrunde. Mit einer „aktiven Mittagspause“ (Polizisten dürfen nicht streiken) und großen Schildern „Keinen Meter zurück“ machten sie deshalb am Donnerstag eine Stunde lang vor dem Dienstgebäude der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis in Meschede auf ihre Forderungen aufmerksam. 

Pünktlich um 12 Uhr versammelten sich daher circa 60 Polizisten und Tarifbeschäftigte, um mit ihrer groß angelegten Protestaktion zu mobilisieren. Insgesamt arbeiten im Hochsauerlandkreis 360 Polizeibeamte und 50 Tarifbeschäftigte. „Wir fordern sechs Prozent mehr Lohn oder mindestens 200 Euro mehr im Geldbeutel für die Tarifangestellten und das bei einer Laufzeit von genau zwölf Monaten. Wir haben kein Streikrecht, darum unterstützen wir mit unserer aktiven Mittagspause den Arbeitskampf der Angestellten“ erklärte Michael Frahling, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Hochsauerlandkreis. 

„Es sind 78 Milliarden Steuergelder im Landeshaushalt in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren geflossen. Wir wollen auch ein Stück von dem wohlverdienten Kuchen haben. Darauf haben wir einen Anspruch.“ Laut Frahling geht es um die Zukunftsfähigkeit des Landes, um ausgleichende Gerechtigkeit hinsichtlich stufengerechter Angleichung der Höhergruppierungen. 

"Bevölkerung gönnt uns die sechs Prozent"

Mit ihrer „aktiven Mittagspause“ demonstrierten die Polizeibeamten und die Tarifangestellten daher gemeinsam in der zweiten Tarifrunde rückwirkend um höhere Löhne zum 1. Januar 2019. „Sollte die zweite Tarifrunde scheitern, fahren wir am 26. Februar zur Großdemonstration nach Düsseldorf. Die Bevölkerung gönnt uns die sechs Prozent mehr als den Finanzbeamten, denn wir sind immer für sie da; 24 Stunden am Tag“, so Frahling.

Bereits am 21. Januar begann die erste Verhandlungsrunde der Tarifverhandlungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Die Forderungen im Detail sind Verbesserungen im Gesamtvolumen von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, 100 Euro für Auszubildende, strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung, wie bereits bei Bund und Kommunen sowie die Übernahme des Tarifabschlusses für die Beamtinnen und Beamte als auch die Pensionärinnen und Pensionäre.

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