Portraitiert: Die "Würde in Grenzsituationen"

Lena Beleke (3. v. li.) und Jonas Holthaus (2. v. re.) gehören zu den vier Studenten, die Menschen portraitiert haben, die Hilfe bei der Diakonie Ruhr-Hellweg gesucht haben. Die Bilder sind in Arnsberg, Meschede und Bad Sassendorf entstanden. Die Ausstellung ist ab sofort in der Sparkasse in Meschede zu besuchen. Foto: Karola Schröter

Fotoausstellung der Diakonie in der Sparkasse eröffnet

Meschede. (ola)

Vier Studenten der Fachhochschule Dortmund aus dem Fachbereich Film- und Fotodesign haben Menschen portraitiert, die Hilfe, Unterstützung und Gemeinschaft bei der Diakonie Ruhr-Hellweg gesucht haben. Ausgestellt sind die Bilder derzeit in der Sparkasse in Meschede.Ein Semester lang haben sich die Studenten Lena Beleke, Jonas Holthaus, Patrick Hamilton und Markus Mielek intensiv mit der diakonischen Einrichtung auseinandergesetzt, mit dem Ergebnis: "Im Mittelpunkt eines jeden Bildes stehen der Mensch und sein individuelles Lebensumfeld."

Ulrike Flaspöhler, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie, dazu: "Für uns ist der Mensch nicht der Alkoholiker oder der Demente, sondern ein Mensch mit einer Suchterkrankung oder einer Demenz. Darüber hinaus ist er aber vor allem ein Mensch mit individuellen Bedürfnissen, Ansichten und Wünschen."

Dieses diakonische Menschenbild spiegelt sich auch in den Bildern wider. Am Montagabend wurde die Fotoausstellung vom Schirmherren, dem Superintendenten Lothar Kuschnik, und dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Heinz-Dieter Tschuschke, eröffnet.

Letzte Phase ihres Lebens

Mit viel Sensibilität haben sich die Künstler ihren Modellen genähert. Ziel sei gewesen, sie authentisch und würdevoll darzustellen, auch wenn sie sich vielleicht in einer Krisensituation befinden.

Lena Beleke fotografierte die Bewohner im "Haus zum Guten Hirten" in Arnsberg nicht in trister Schwarzweißfotografie, sondern fing die Lebendigkeit der Senioren ein. Jonas Holthaus beschäftigte sich mit den Kindern aus dem aki (Kinder- und Jugendzentrum in Meschede). "Holthaus hat sie im ausgelassenen Spiel als auch in nachdenklichem Rückzug aufgenommen. Er nimmt sie als eigenständige und selbstbewusste Persönlichkeiten war", sagte Ulrike Flaspöhler.

Patrick Hamilton fotografierte Menschen mit einer Suchterkrankung an ihren ehemaligen Konsumorten — wo sie getrunken oder gespritzt haben. Gegenüber stellte er eine zweite Aufnahme — die gleichen Menschen in ihrer heutigen Lebenssituation.

Markus Milek portraitierte eine schwerst pflegebedürftige Frau in der letzten Phase ihres Lebens. Damit sei er der Frage nach einem würdevollen Sterben nachgegangen.

Die Fotoausstellung "Würde in Grenzsituationen" ist bis zum 15. Februar in der Sparkasse Meschede zu sehen.

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