Nachhaltigkeit im Fokus

Prestigeerfolge und Publikumspreis: Mescheder Teams räumen bei Bundesfinale von „Jugend gründet“ ab

In der Gunst des Publikums am Ende ganz vorn: Die GSGHP Mushroom GmbH mit Christian Hellmann, Lukas Gerke, Jana Peek, Simon Stappert und Jacob Galle.

Meschede - Große Freude und auch ein wenig Stolz am Gymnasium der Benediktiner in Meschede: Als wäre es nicht schon beachtlich genug, dass beide Schülerteams im Rahmen der Siegerehrung beim „Jugend gründet“-Bundesfinale 2020 jetzt für ihre herausragenden Leistungen mit den Plätzen sechs („GSGHP Mushroom GmbH“) und neun (Sustainappility gGmbH) ausgezeichnet wurden, wird dieses Ergebnis noch einmal dadurch getoppt, dass die GSGHP Mushroom GmbH auch in der Gunst des Publikums aus ganz Deutschland vorn lag.

So erhielt das Team den erstmals vergebenen Jugend gründet-Publikumspreis, für den im Rahmen der coronabedingt virtuell ausgetragenen Endrunde insgesamt über 11.000 Stimmen abgegeben wurden – die Mehrzahl entfiel dabei auf das Team aus der Kreis- und Hochschulstadt. Als Belohnung erhielten die Mitglieder Einkaufsgutscheine für einen nachhaltigen Online-Shop.

Denn Nachhaltigkeit und Praktikabilität sollten bei ihrer Produktidee generell eine große Rolle spielen. Die Ideenfindung für die Mescheder Schülerteams, die den gesamten Prozess über von ihrer Lehrerin Inken Schäfke angeleitet wurden, startete bereits im vergangenen Sommer, doch die finale Idee stand erst Ende Dezember fest. 

Als Team „GSGHP Mushroom GmbH“ traten Jana Peek, Lukas Gerke, Simon Stappert, Jacob Galle und Christian Hellmann beim Wettbewerb an. Ihre Produktidee sind Verpackungsboxen aus nachwachsenden Rohstoffen, Pilzen statt Styropor: recycelbar, haltbar, belastbar, wärmespeichernd und atmungsaktiv. Zahlreiche Recherchen führten sie auf das Pilzmyzel. Ihre Faszination für diesen Stoff flammte sofort auf! Dann fehlte nur noch die Produktidee und diese trudelte per Pizzalieferung ein. Die Pizzen kamen in einer Styroporbox an. Doch Styropor weist viele negative Aspekte bezüglich Ökologie und Gesundheit auf. Daher entschieden sie sich eine nachhaltigere Alternative zu Styroporboxen zu kreieren. „Eine tolle Produktidee. Beeindruckende Experimente und ein engagiertes Team“, stellte die Jugend gründet-Jury fest.

Auch dem zweiten Mescheder Team, „Sustainappility gGmbH“ mit Anna Reuss, Lina Marie Ricke, Chris Marvin Köster und Silas Raphael Bock war von Anfang an klar, dass sie mit ihrer Idee einen Beitrag zum Umweltschutz leisten wollten, um nachfolgenden Generationen den Lebensstandard zu gewähren, den auch sie genießen dürfen. Zahlreiche Ideen wie recycelbare Taschen, essbares Besteck für Street Food oder ein Paybacksystem für nachhaltige Produkte hatten sie geprüft. Aber entweder gab es diese Produkte schon, oder es fehlten ihnen schlicht und ergreifend die notwendigen Ressourcen zur Umsetzung. Mit der Einführung des Nutriscores in den deutschen Supermärkten kam dann schließlich die Idee, die zum Erfolg führte. Sie entwickelten die Idee für eine App mit einem ähnlichen Ampelsystem; die App sollte aber nicht die gesundheitlichen Aspekte eines Produkts bewerten, sondern dessen Nachhaltigkeit. Diese App nannten sie Sustainappilty (englisch für Nachhaltigkeit und App). Die Jugend gründet-Jury bewunderte den vorgestellten Mock-up und den „originellen Ansatz der Geschäftsidee.“

Für eine lebenswerte Zukunft

Die beiden Schülerteams aus Meschede gehörten zu den erlesenen 37 von anfangs rund 4.000 teilnehmenden Schülern, die sich für das Bundesfinale qualifiziert hatten, weil sie zu den zehn besten Teams im Wettbewerbsjahr 2019/2020 gehörten. Ein Schuljahr lang waren in die Rolle von Start-up Gründern geschlüpft, haben innovative Geschäftsideen entwickelt und Businesspläne dafür erstellt. Im zweiten Schulhalbjahr erlebten sie mit ihren virtuellen Unternehmen die Höhen und Tiefen der Konjunktur und versuchten mit strategischen Entscheidungen ihr Unternehmen möglichst nachhaltig zum Erfolg zu führen. Abschluss und Höhepunkt des Wettbewerbsjahres ist das Bundesfinale.

„Es war alles dabei. Und alle Ideen gemeinsam haben den Wunsch unsere Zukunft zu gestalten, mit den Potentialen und Möglichkeiten, die uns gegeben sind, aber auch mit dem Anspruch an uns als Gesellschaft, eine Welt zu hinterlassen, die lebenswert bleibt“, lobte Projektleiterin Franziska Metzbaur. Und direkt an die Schüler adressiert: „Dieses Gefühl: Wir können etwas verändern, wir können den Gang der Welt beeinflussen, das wünsche ich mir persönlich, dass ihr es für immer behaltet. Denn das ist so! Ihr könnt die Welt und die Zukunft mitgestalten.“

Neben den Teams aus Meschede hatten sich Schülerteams aus Baden-Württemberg (Achern, Bruchsal, Konstanz), Hessen (Bebra, Geisenheim), Bayern (Erding), Schleswig-Holstein (Güby) und Berlin für das Jugend gründet-Bundesfinale qualifiziert, welches schließlich das Team „KomPot GmbH“ aus Berlin mit der Idee für einen einhundert Prozent kompostierbaren Pflanzentopf für sich entschied.

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