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„Private Tierhilfe Wippergütchen“ rettet Tiere vor dem Schlachthof

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Von: Silke Nieder

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Legehennen Meschede Tierhilfe
Ausgedienten Legehennen noch ein schönes Leben ermöglichen: Katja Tiepelmann (zweite von rechts) von der „Privaten Tierhilfe Wippergütchen“ rettet Tiere vor dem Schlachthof. © Silke Nieder

Katja Tiepelmann betreibt seit Juli 2018 auf dem Bauernhof Heinemann bei Meschede, früher „Wippergütchen“ genannt, eine private Tierhilfe. Hauptaufgabe der „Privaten Tierhilfe Wippergütchen“ ist dabei eine schnelle und unbürokratische Soforthilfe für Tiere in Not. Geholfen wird dabei jedem Tier, egal ob es sich um ein sogenanntes „Nutz“-, Haus- oder Wildtier handelt. Einen Großteil der geretteten und vermittelten Tiere machen dabei „ausgediente“ Legehennen aus, die in jeder Haltungsform (egal ob Boden-, Freiland- oder Biohaltung) nach etwa einem Jahr intensivstem Eierlegen aussortiert und durch neue Junghennen ersetzt werden.

Meschede - „Die ,alten’ Hühner, die zu diesem Zeitpunkt gerade erst einmal 1,5 Jahre alt sind, werden dann normalerweise von einem Geflügelgroßhändler abgeholt und zum Schlachthof gebracht. Alleine in Deutschland betrifft dies jährlich rund 50 Millionen Legehennen“, berichtet die Sozialpädagogin, die unter anderem auch tiergestützte Pädagogik anbietet. Das einzelne Tier an sich sei dabei nichts mehr wert. Am Ende seiner Laufbahn als „Eierproduzentin“ ende es dann schließlich als Suppenhuhn oder als Hunde- bzw. Katzenfutter. An dieser Stelle setze die „Private Tierhilfe Wippergütchen“ an.

Hühnern schönen Lebensabend gönnen

Tiepelmann kooperiert mit mehreren landwirtschaftlichen Betrieben, die sich einige Monate vor dem Zeitpunkt des regulären Ausstallungstermins ihrer Hühner bei ihr melden und die Anzahl der Tiere sowie den Zeitpunkt angeben, bis wann diese spätestens abgeholt werden müssen. So kann die Vermittlerin bereits im Vorfeld die Tiere in gute und artgerechte Lebensplätze bei Privatpersonen oder Tierschutzvereinen unterbringen, wo sie noch ein schönes Leben bis zu ihrem natürlichen Tod genießen können – ohne dabei weiter Eier legen zu müssen. An erster Stelle stehe ab diesem Zeitpunkt nur noch das einzelne Tier und dessen Wohlergehen und nicht mehr die Eierproduktion.

Neben Landwirten, die ihren Hühnern noch einen schönen Lebensabend gönnen, wenden sich auch Landwirte an die private Tierhilfe, die andere unrentabel gewordene Nutztiere wie Rinder abgeben müssen und deren Weg ansonsten normalerweise auch zum Schlachthof geführt hätte.

Hilfe für 1823 Tiere

„So haben wir in den letzten drei Jahren mit der Hilfe von Paten, die sich an den finanziellen Kosten der Tiere beteiligen, insgesamt fünf Rinder in unsere Obhut übernommen sowie acht weitere Rinder an Privatpersonen oder Tierschutzvereine vermittelt“, berichtet Tiepelmann über ihre Erfolge.

Neben den zahlreichen Landwirten wenden sich auch Privatpersonen, Veterinärämter sowie andere Tierschützer und Tierschutzorganisationen an die Tierretterin, mit der Bitte um Aufnahme oder Hilfe bei der Unterbringung bzw. Vermittlung von Tieren, zum Beispiel aus Sterbefällen, Beschlagnahmungen oder schlechten Haltungsbedingungen.

Seit Juli 2018 bis heute konnte die private Tierhilfe insgesamt 1823 Tieren aktiv helfen. Sie finanziert sich dabei ausschließlich durch private Fördergelder und Patenschaften und arbeitet rein ehrenamtlich.

Im Dezember (und nach Ostern) stehen mehrere große Hühnerrettungsaktionen an. Im Dezember werden circa 35.000 Legehennen aus einem Bodenhaltungsbetrieb ausgestallt. Die private Tierhilfe unterstützt bei dieser Rettungsaktion einen anderen Hühnerrettungsverein aus NRW. „Dabei zählt jeder Platz und rettet tatsächlich ein Leben“, so die Tierretterin.

Wie kann man mithelfen?

Möglichkeit zur Mithilfe

Wer Katja Tiepelmann mit ihrer Tierhilfe unterstützen und beispielsweise ein paar Legehennen ein schönes Zuhause schenken möchte, kann sich gerne bei Katja Tiepelmann, Tel. 0160/94795587 oder E-Mail: wipperguetchen@gmail.com melden. Hier gibt es auch alle weiteren Infos.

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