Kerstin Panek als neue Quartiersmanagerin vorgestellt

Projekt mit Modellcharakter: Hünenburg wird altengerecht weiterentwickelt

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Die neue Quartiersmanagerin Kerstin Panek (2. von links) hofft gemeinsam mit (von links) Klaus Wahle (Stadt Meschede), DRK-Geschäfstführer Dr. Hasan Sürgit, Gisela Bartsch (Stadt Meschede) und Manfred Breider (Seniorenbeirat) auf ein nachhaltiges Projekt.

Meschede. Steile Wegeverbindungen, geringes sozio-kulturelles Angebot und kaum fußläufige Nahversorgung – die Herausforderungen in der Hünenburg sind ebenso anspruchsvoll wie vielschichtig. Trotz des vorhandenen barrierefreien Wohnraums erschwert die dortige Hanglage den Alltag insbesondere für viele Senioren. Genau hier setzt der „Masterplan altengerechte Quartiere NRW“ an. Mit dem Förderprogramm soll die Lebenssituation für die ältere Bevölkerung verbessert werden. Für den Bereich rund um die Hünenburg hat nun eine Quartiersmanagerin ihre Arbeit aufgenommen.

Kerstin Panek ist studierte Stadtplanerin und wird das Programm in den nächsten drei Jahren begleiten. Die Ennepetalerin ist Ansprechpartnerin bei Fragen und Anregungen rund um das Vorhaben. Bereits während ihres Studiums befasste sie sich umfangreich mit den Bedürfnissen der älter werdenden Bevölkerung und setzte sich mit Herausforderungen an die Quartiersentwicklung und Stadtsoziologie auseinander. „Mir ist es ganz wichtig, die Bewohner der Hünenburg von Anfang an mit ins Boot zu holen. Ich bin gerne die führende Hand, aber den Prozess können wir nur gemeinsam anstoßen. Wir möchten nachhaltige Strukturen schaffen, die von Bürgern getragen werden“, erklärt die 25-Jährige. Neben den Schwerpunkten „Topographie“ und „Nahversorgung“ liegt das Hauptaugenmerk der Quartiersmanagerin auf der Etablierung sozialer Strukturen. Dabei sei es besonders wichtig, generationenübergreifend zu handeln, denn mit dem Thema „Älter werden“ werde jeder irgendwann konfrontiert. 

„Erstmals ein wirklich anfassbares Projekt“ 

Das Quartier Hünenburg

Einwohnerzahl: 1.860
Fläche: 0,49 km² Durchschnittsalter: 45 Jahre Anteil von über 65 Jährigen: 20 bis 50 Prozent (variiert je nach Straßenzug) Wohneinheiten: 860
1-Personenhaushalte: 280 Davon verwitwet: 195

Eine wichtige Vermittlerposition übernimmt dabei der Mescheder Seniorenbeirat. Dessen Vorsitzender Manfred Breider weiß um die „beachtliche Herausforderung“ des Vorhabens und hat deshalb jegliche Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit den Bewohnern zugesichert. Er freut sich, dass nach zahlreichen Debatten im Vorfeld nun endlich Fakten geschaffen wurden. „Jetzt bekommen wir erstmals ein wirklich anfassbares Projekt.“ Überhaupt sei es an der Zeit, Barrieren nicht nur in der Wohnung sondern auch im Kopf zu überwinden. „Wir müssen endlich anfangen, die Älteren über das zu definieren, was sie können und nicht über das, was sie nicht können,“ so Breider. Zudem dürfe man es nicht als Niederlage ansehen, in einem Heim anzukommen. Ein ebensolches Heim ist das vom Deutschen Roten Kreuz betriebene Bernhard-Salzmann-Haus, das im Quartier Hünenburg liegt. Das DRK war es auch, welches sich gemeinsam mit der Stadt Meschede um das Projekt beworben hatte. „Das Projekt liegt uns sehr am Herzen, da wir die vier Themenfelder ,Sich versorgen’, ,Wohnen‘, ,Gemeinschaft erleben‘ und ‘Sich einbringen‘ stetig mittragen“, so DRK-Geschäftsführer Dr. Hasan Sürgit. Die Öffnung des Salzmann-Hauses nach außen sei dabei ein wichtiger Schritt gewesen. Nun gehe es darum, für das Quartier Hünenburg einen weiteren Mehrwert zu schaffen. 

Förderung schließt keine Baumaßnahmen ein

Rund 143.000 Euro kostet das Projekt, das auf drei Jahre ausgelegt ist. 63 Prozent übernimmt das Land, den Rest teilen sich DRK und die Stadt Meschede. „Gegenstand der Förderung sind allerdings keine baulichen Maßnahmen oder barrierefreie Umgestaltungen“, betont Klaus Wahle, Leiter des Fachbereichs Planung und Bauordnung der Stadt Meschede. Es handele sich lediglich um einige „flankierende Maßnahmen“ bezüglich struktureller Organisation und Nachbarschaftshilfe sowie Personalkosten. Nach Möglichkeit sollen die Ergebnisse Modellcharakter für die insgesamt 52 Wohnquartiere im Stadtgebiet haben und idealerweise auch Erkenntnisse für die Dörfer liefern. Gisela Bartsch, Leiterein des Fachbereichs Generationen, Bildung, Freizeit erklärt: „Ziel ist es, dass die Menschen im Alter möglichst lange in ihrem eigenen Quartier leben können. Deshalb erhoffen wir uns von dem Projekt Hünenburg, dass es zu einer Schablone für andere Bereiche werden kann."

Info-Veranstaltung am 14. Dezember im Salzmann-Haus

Zum Auftakt findet am Montag, 14. Dezember, um 18 Uhr im Bernhard-Salzmann-Haus eine Informationsveranstaltung statt (Anmeldungen bis zum 10. Dezember unter Telefon 02 91/29 21 24). Dort wird interessierten Bewohnern des Quartiers Hünenburg das Förderprogramm vorgestellt. Zudem können Besucher die Quartiersmanagerin persönlich kennenlernen. Auch Bürgermeister Christoph Weber wird vor Ort sein.

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