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Sauerländer überquert in drei Tagen für den guten Zweck die Alpen

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Von: Lars Lenneper

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Atemberaubende Aussichten auf das Alpenpanorama belohnten die Extremwanderer um den Eversberger Martin Hengesbach auf ihrer dreitägigen Tour.
Atemberaubende Aussichten auf das Alpenpanorama belohnten die Extremwanderer um den Eversberger Martin Hengesbach auf ihrer dreitägigen Tour. © Privat

Erschöpft und ausgepowert, aber sichtlich glücklich und zufrieden ist Martin Hengesbach aus Eversberg kürzlich von seiner dreitägigen Alpenüberquerung für den guten Zweck zurückgekehrt.

Eversberg/Oberstdorf/Meran - In 72 Stunden statt der üblich veranschlagten sieben Tage bewältigte der Extremwanderer gemeinsam mit seinen Mitstreitern Marko Bosse vom Roundtable Schwerin, Motivator Sebastian Pohl und Alpen-Guide Steffen Heintz die (Tor)Tour über 180 Kilometer und knapp 9.000 Höhenmeter von Oberstdorf über Zams und Sölden nach Meran. Das Ziel: Spenden für ein fünfjähriges Mädchen mit der Diagnose „spinale Muskelatrophie“ zu sammeln und der kleinen Ida ein lebenswürdigeres Leben zu bescheren.

„Alpen Run for Ida“ nannte sich deshalb auch das Abenteuer, von dem das Quartett jetzt erfolgreich zurückgekehrt ist. „Das war eine echte Grenzerfahrung“, blickt Hengesbach auf den dreitägigen Wandermarathon zurück. Steile Anstiege wechselten sich mit stark abfallenden Abstiegen, Klettersteige und Schneefelder mussten bewältigt werden.

Zudem zeigte sich das Wetter von seiner unberechenbaren Seite, sodass die Abenteurer neben extremer Hitze auch mit heftigen Gewittern („Da wird dir in den Bergen schon anders“) zu kämpfen hatten. Ein Muränenabgang sorgte an Tag zwei darüberhinaus für einen ungeplanten Umweg, der das Quartett zunächst talabwärts und dann wieder hoch auf 2300 Meter führte.

„Das kann man nicht trainieren, das muss man erleben“

Martin Hengesbach, Extremwanderer

Für Martin Hengesbach, der die Belastung trotz eines vier Wochen vor Tourstart erlittenen Innenmeniskusanrisses überstand, war die größte Herausforderung neben dem Zeitdruck aber noch eine ganz andere: Eine Hängebrücke über 200 Meter Länge, die als Gitternetz den Blick in die Tiefe erlaubt. „Beim Überqueren hatte ich Todesangst, was die anderen natürlich königlich amüsiert hat“, berichtet der 56-Jährige schmunzelnd.

Doch neben den ganzen Strapazen und Schindereien gab es natürlich auch einmalige Erlebnisse: So etwa die Übernachtung im Kloster der Barmherzigen Schwestern – kühles Bier und Waschgang inklusive – oder die atemberaubende Aussicht auf den Öztaler Gletscher und Rettenbachferner. „Das kann man nicht trainieren, das muss man erleben“, waren sich die Extremwanderer während ihrer Tour immer wieder einig.

Größter Ansporn war allerdings eine Videobotschaft der kleinen Ida: „Ich drücke euch die Daumen – zack zack zack“, sorgte der kleine Sonnenschein für den letzten Motivationsschub. „Wenn du das Mädchen dann strahlen siehst, weißt du wieder, wofür du dich hier so quälst“, stellt Martin Hengesbach nach dem erfolgreichen Ende der Tour zufrieden fest.

Bereits mit einem Spendenmarathon in Norwegen hatte der Eversberger im vergangenen Jahr über 7.000 Euro im Kampf gegen Kinderdemenz gesammelt. 2017 war Hengesbach zugunsten des Kinder- und Jugendhospiz Balthasar von München nach Venedig unterwegs.

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