Für eine sichere Fahrt

"Sicher ankommen statt umkommen": Polizei gibt Tipps für Motorradfahrer im Sauerland

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Im Sauerland ereigneten sich in diesem Jahr bereits mehrere schwere Motorradunfälle. Zwei junge Biker verloren dabei ihr Leben. (Symbolfoto)

Hochsauerland - In das Land der tausend Berge zieht es jährlich zahlreiche Motorradfahrer von nah und fern. Der Hochsauerlandkreis ist bekannt für die Vielzahl von abwechslungsreichen und auch anspruchsvollen Motorradstrecken. Leider hat dieser Umstand auch Schattenseiten, denn seit Jahren verunglücken insbesondere auswärtige Motorradfahrer häufig auf den Straßen des HSK. Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten auf schwierigen Strecken und die absichtliche Missachtung von Verkehrsregeln, insbesondere der Geschwindigkeitsbegrenzungen, sind häufig die Unfallursache. Darauf weist die Polizei im HSK hin. 

In rund 75 Prozent der Verkehrsunfälle (VU) mit Personenschäden traten die Motorradfahrer als Verursacher auf. Bei 48,5 % der Unfälle mit Motorradfahrern als Verursacher war zu hohe Geschwindigkeit die Unfallursache. 

Bei den insgesamt 126 Unfällen im HSK in 2019, bei denen ein oder mehrere Motorräder beteiligt waren, kamen zehn (!) Motorradfahrer ums Leben, 107 Motorradfahrer/innen wurden verletzt oder sogar schwer verletzt. Bei den zehn Verkehrsunfällen mit Todesfolge waren die Motorradfahrer zwischen 20 und 76 Jahren alt. Und auch hier war in fünf Fällen überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit die Unfallursache. Auch in diesem Jahr hat es bereits zwei tödliche Motorradunfälle gegeben: Zwischen Hallenberg und Züschen und auf der Hellefelder Höhe kamen in den vergangenen Wochen zwei junge Biker ums Leben. 

Meiste Unfälle am Wochenende

Die meisten Unfälle ereignen sich am Wochenende. Die Ursache liegt häufig in der Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und/oder der Unterschätzung der Verkehrssituation. 

"Uns liegt Ihre Sicherheit am Herzen und daher hat sich die Polizei im HSK auch in diesem Jahr dem Thema Motorradfahren verschrieben", heißt es. Mit gezielten Kontrollen, insbesondere auf den beliebtesten Strecken wie entlang des Sorpesees, am Albrechtsplatz oder Hellefelder Höhe, aber auch an vielen anderen Orten überprüft die Polizei nicht nur die Geschwindigkeit, sondern schaut auch danach, ob die Motorräder in einem technisch einwandfreien Zustand sind, insbesondere was die Lautstärke betrifft.

Denn gerade die ist oft für die Anwohnerinnen und Anwohner hier im Sauerland ein großes Übel. Allerdings ist der Grund der Lärmbelästigung meist nicht die manipulierte Abgasanlage oder technische Veränderung der Maschine, sondern das rücksichtlose Fahrverhalten. Wenn die Gänge des Motorrades bis zum Anschlag ausgefahren werden, grenzt die Lärmbelästigung fast schon an Körperverletzung, insbesondere, wenn man diesem Lärm einen ganzen Tag lang immer wieder ausgesetzt ist. 

Fünf Tipps für sichere Motorrad-Touren

In diesem Jahr werden die Kreispolizeibehörden in Südwestfalen gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Dortmund zusammenarbeiten, um noch mehr Menschen zu erreichen. Das ist das was wir tun. Aber auch Sie können etwas tun, um weiterhin die Traumstrecken im Sauerland genießen zu können.

  • Zum Saisonstart muss die Ausrüstung und die Maschine überprüft werden.
  • Wer nach langer Zeit wieder auf sein Motorrad steigt, sollte mit Fahrübungen beginnen. 
  • Die lange Fahrt soll sich lohnen! Deswegen sollten Pausen eingeplant und eingehalten werden. 
  • Die kurvigen Strecken sind anspruchsvoll und fordernd. Mit angepasster Geschwindigkeit können nicht nur Unfälle verhindert, sondern auch Unfallfolgen gemildert werden. 
  • Gegenseitige Rücksichtnahme ermöglicht allen ein erholsames und erlebnisreiches Miteinander hier im Sauerland.

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