HSK-Sparkassen genießen hohes Vertrauen der Kunden

Sparkassen zur Wirtschaft: "Es geht beachtlich nach vorne im HSK"

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Die Vorstandsvorsitzenden Norbert Runde (Arnsberg-Sundern), Peter Vogt (Schmallenberg), Peter Wagner (Hochsauerland) und Peter Schulte (Meschede) präsentierten die Zahlen der Sparkassen im HSK für das Jahr 2016.

Seit Jahren sprechen Finanzexperten von bewegten, schnelllebigen Zeiten. Und ein Ende scheint vorerst nicht in Sicht, zumal die Schlagworte „US-Wahl“, „Brexit“, Zins- und auch Griechenlandkrise weitere Unwägbarkeiten mit sich bringen werden. Die Sparkassen im HSK sind in diesen Zeiten aber weiterhin ein sicherer Partner, auf den man sich verlassen kann. Das wurde jetzt beim Jahresbilanz-Pressegespräch deutlich.

„Die Welt hat sich verändert, da müssen wir uns anpassen. Aber wir sind nah dran“, machte Peter Schulte, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Meschede, allen Kunden Mut, dass sich die Sparkassen auch künftig den Herausforderungen der Finanzwelt gut gewappnet stellen wird. Das belegten auch die Zahlen (siehe Infos am Textende) des marktführenden Bankinstituts im HSK für das abgelaufene Geschäftsjahr. Niedrige Zinsen bedeuten hohe Kreditnachfrage. Im Privatkundenbereich bedeutet das im HSK vor allem Invest in Hauskauf und -bau, wie die Vorstände berichteten. Gleichzeitig warnten sie bei immens steigenden Immo-Preisen vor der Immobilienblase. „Wir befinden uns auf dem Weg dahin“, machte Peter Wagner, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hochsauerland unmissverständlich klar. Daher vergebe die Sparkasse Wohnungsbaukredite – auch zum Wohl der Kunden – mit viel Augenmaß. Ein Hindernis sei in einigen Fällen auch die „Wohnungsbau Kreditvergaberichtlinie“, die es besonders jungen und alten Menschen schwerer mache, an Gelder zu kommen. „Hier ist die Politik auf dem falschen Weg und muss nachbessern“, forderten die Vorstände unisono. Weitere private Kreditanfragen fließen in die Wertsteigerungen des Eigenheims, in energetische Maßnahmen aber auch ins Konsumgeschäft, beispielsweise in den Kfz- oder Möbelkauf. 

Kreditgeschäft boomt dank niedriger Zinsen 

Firmenkunden verwenden ihre Kredite aktuell vor allem für betriebliche Investitionen und auch Expansionen. „Es geht beachtlich nach vorne im HSK“, fasste Wagner die momentane Lage der Betriebe zusammen. Für 2017 sieht er den Trend ungebrochen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmten. Durch die vielen starken, exportorientierten Firmen im HSK gebe es zwar eine gewisse Abhängigkeit vom Weltgeschehen – „Wir haben aber keinen Grund pessimistisch zu sein“, so Wagner. Neben den gesteigerten Kreditanfragen stiegen 2016 auch die Kundeneinlagen. „Der Wunsch nach Sicherheit ist so groß wie nie zuvor“, begann Peter Vogt, Sparkasse Schmallenberg, seine Ausführungen zum Einlagen- und Wertpapiergeschäft. Der Sauerländer setze auf sichere Anlageformen und Vermögensaufbau. Bei einer Inflationsrate von rund 1,5 Prozent nehmen viele niedrige Erträge oder sogar die kalte Progression in Kauf. Tagesgeldkonten oder Bausparverträge seien beliebt. Mit Blick auf die Börse seien Fonds die erste Wahl der Menschen im HSK. „Sie scheuen aber das Risiko trotz der aktuell guten Aktienlage“, so Vogt. Wer aber Geduld mitbringe, könne bei risikoreicheren Geschäften immer noch verdienen. Wichtig bei allen Geschäften sei dem Sauerländer das Vertrauen und die Nähe zur Bank. Das sei zum einen ein schwerwiegendes Plus der Sparkassen im HSK, zum anderen aber auch der Grund, warum Großbanken (Marktanteil im HSK: 4 Prozent) keine Chance im Sauerland hätten. Mit einem Marktanteil von rund 57 Prozent sind die Sparkassen der wichtigste Finanzdienstleister der Region, so die Vorstände. Rund 7400 Firmenkunden und knapp 104.000 Privatkunden setzen hier auf die Sparkasse. Damit das so bleibt, sind die Sparkassen auch weiterhin gerne für und in der Region aktiv. Sei es durch die Mitarbeiter, die sich in den Vereinen engagieren, aber auch durch Spenden- und Stiftungsgelder. Norbert Runde, Sparkasse Arnsberg-Sundern führte aus, dass rund 12 Millionen Euro Stiftungskapital zur Verfügung stehen, 2,1 Millionen Euro Spendengelder seien im Jahr 2016 in die Region geflossen. Allein über 700.00 Euro davon wurden in Soziales und Bildung investiert. Bildung und Ausbildung ist bei der Sparkasse auch darüber hinaus ein großes Thema: Mit 56 Auszubildenden greifen die Sparkassen im HSK auf eine solide Basis zurück, um sich die Fachkräfte der Zukunft selbst aufzubauen. Eine gute Nachricht hatten die vier Vorstände für alle Privatkunden: Es werde weiterhin keine Negativzinsen geben. In Einzelfällen würde man sich allerdings bei großen Firmenkundenanfragen über Negativzinsen unterhalten müssen.

 Filialnetz weiter auf dem Prüfstand 

Auf dem Prüfstand stehen im noch jungen Jahr auch einige Kleinstgeschäftsstellen. Durch zunehmenes online-Banking oder App-basierte Geschäfte nimmt die Kundenzahl in vielen Geschäftsstellen weiter ab. „Geht diese Entwicklung so weiter, macht es an einigen Standorten wirtschaftlich keinen Sinn, den Betrieb aufrecht zu erhalten“, stimmten die Vorstände auf mögliche weitere Filialschließungen ein. Ein Lösungsansatz sei aber die Kooperation mit den Volksbanken, die in einigen Orten des Geschäftsgebietes schon umgesetzt werde – hier prangen sowohl das Sparkassen-S als auch das Volksbanken-V bereits gemeinsam über der SB-Filiale.

Zahlen im Überblick

Im Folgenden wird der Abschluss 2016 zuerst genannt, in Klammern dann der Vergleich zu 2015. 

Bilanzsumme: 3572 Millionen Euro (3434 Millionen Euro) 

Kundengeschäftsvolumen: 5999 Millionen (5695 Millionen) 

Kundenkredite: 2709 Millionen (2562 Millionen) 

Kundeneinlagen: 2613 Millionen (2480 Millionen) 

Wertpapierbestand: 677 Millionen (654 Millionen)

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