"Sport wie eine Therapie"

Die Silbermedaille hat Astrid Hengsbach zum Interview-Termin in Meschede mitgebracht. Foto: Andre Sonntag

Die gebürtige Meschederin Astrid Hengsbach feierte bei ihrer ersten Teilnahme an den paralympischen Spielen in London den Gewinn der Silbermedaille im Rudern in der Klasse LTA-Vierer-Mixed mit Steuerfrau.

Seit einem schweren Autounfall vor zwei Jahren hat die 33-Jährige eine Versteifung am rechten oberen Fußgelenk und Einschränkungen an der rechten Hand. Seitdem ist schnelles Laufen nicht mehr möglich, lediglich normales Gehen. Für die gelernte Architektin war der lange Krankenhausaufenthalt und die anschließend noch folgenden Behandlungen und Operationen eine schwere Zeit, in der sie viel Zeit zum Nachdenken hatte und sich auch ihre Einstellung zum Leben veränderte. "Über viele Dinge kann man heute nur noch lachen, die einem früher ernst und wichtig erschienen", stellt die junge Frau rückblickend fest.

Heute setzt sie in ihrem Leben andere Prioritäten und versucht nur solche Dinge zu tun, die sie auch wirklich glücklich machen. Und zu ihrem Glück gehört definitiv der Sport, der für sie einen wichtiger Ausgleich in ihrem Leben geschaffen hat. Schon im jungen Alter von neun Jahren stellte Astrid Hengsbach fest, dass Rudern der Sport ist, der sie begeistert und fasziniert. Bis zum 18. Lebensjahr war sie Mitglied im Ruderclub in Meschede und erhielt dort ihre sportliche Ausbildung als Leistungssportlerin. Bedingt durch den Beginn ihrer Ausbildung zur Architektin und dem daraus resultierenden Umzug nach Detmold, wo sie ihr Studium absolvierte, hörte die Meschederin mit dem Leistungssport auf und betrieb den Sport fortan nur noch als Hobby. Nach verschiedenen beruflichen Stationen - so auch in London, also in der Stadt, in der sie jetzt ihren größten sportlichen Erfolg erzielen konnte - zog sie nach Hagen. In der Phase des Umzugs ereignete sich dann der tragische Unfall, der ihr Leben komplett auf den Kopf stellte. Sie merkte danach aber schnell, dass ihr der Sport fehlte, sie quasi wieder sportlich aktiv werden musste, und das nicht nur aus physischer, sondern auch aus psychischer Sicht. "Der Sport half mir dabei, das, was geschehen war, zu verarbeiten; es war wie eine Art eigene Therapie", stellt Hengsbach heute für sich fest.

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