Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energien

Stadt Meschede will für den Klimaschutz Freiflächen für Solarenergie vermarkten 

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Über den Dächern der Stadt: Die Projektentwickler Dominik Kotthoff (l.) und Philipp Kersting (r.) zeigen gemeinsam mit Bürgermeister Christoph Weber das Solarpotenzial in der Kreis- und Hochschulstadt auf.

Meschede - „Klimaschutz für Klimaschutz“ heißt es ab sofort in Meschede: Um das Erzeugen Erneuerbarer Energien zu fördern, hat die Stadt eine Solarpotenzialanalyse erstellt. Die Freiflächen auf den ausgewiesenen Dächern sollen auf dem Markt angeboten werden, um mit den Einnahmen wiederum energetisch sanieren zu können.

„Es gibt eine Zeit vor Greta und nach Greta. Der Klimawandel hat geholfen, dass das Sauerland für Solarenergie attraktiver geworden ist. Wir haben große Solarfreiflächen in Enste, andere Städte würden das nutzen“, erklärte Meschedes Bürgermeister Christof Weber das Konzept mit Bezug zu der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg. 

Anhand der Solarpotenzialanalyse wird nun allen Interessierten und möglichen Investoren eine Übersicht über die Dachflächen des kommunalen Gebäudebestands vorgestellt, mitsamt baulicher Situation, Größe der Nutzungsfläche sowie der sich daraus in Verbindung mit dem vom Kreis aufgestellten „Solarpotentialatlas Hochsauerlandkreis“ ergebenden Nutzungsmöglichkeiten.

„Lieber Markt das sind unsere Flächen, die bieten wir an"

Laut den Initiatoren Dominik Kotthoff und Philipp Kersting, Fachbereich Infrastruktur Meschede, hat jedes Dach eine eigene Solarkapazität, abhängig vom Sonnenstand, der Jahreszeit sowie der Beschaffenheit der Oberfläche. Daraus resultierend ließen sich Voraussagen zu dem Energiegewinnungspotential aus Photovoltaik oder Solarthermie treffen. Insgesamt haben die beiden Drahtzieher über 30 Gebäude mitsamt tatsächlicher Nutzungsfläche ausgewertet, die für Investoren interessant sein könnten. „Seit vier Jahren hat es keine externen Anfragen nach Nutzungsflächen gegeben. Darum haben wir uns aktiv dem Thema angenommen, ohne zu wissen was passiert“, erklärte Weber. Frei nach dem Motto „Lieber Markt das sind unsere Flächen, die bieten wir an“ versucht die Stadt nun, die Freiflächen auf den Dächern konkret auszuweisen, um so Interessenten in Bezug auf Photovoltaikanlagen zu generieren.

Bei dieser Ausweisung wird auch dem Bürgermeister sprichwörtlich „aufs Dach gestiegen“, denn allein das Rathaus der Stadt Meschede bietet im Haupt- und Nebentrakt sowie auf dem Dach des Ratssaals eine nutzbare Fläche von 330 Quadratmetern. Hoch im Kurs stehe zudem das Dach der Konrad-Adenauer-Hauptschule in Freienohl mit 1.900, das städtische Gymnasium mit 1.520 und die Mariengrundschule mit 1.150 Quadratmetern. 

Unterschiedliche Geschäftsmodelle erwartet

„Wir haben uns die großen Flächen angeschaut, sie auf ihre Qualität geprüft und genau analysiert.  Die Haltbarkeit des Daches sollte plus 20 Jahre sein und somit eine höhere Haltbarkeit als Photovoltaik-Anlagen vorweisen“, so Dominik Kotthoff. Seit den Sommermonaten sind die beiden engagierten Projektentwickler auf die Dächer der Stadt geklettert, haben genau deren Zustand geprüft und mit Sachverstand die Solarpotenzialanalyse erstellt, um so einen möglichen weiteren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

„Wir erwarten die unterschiedlichsten Geschäftsmodelle. Das Geld was mit der Verpachtung der Flächen erzielt wird fließt in die energetische Sanierung. Wir gehen an den Markt. Das sind unsere Flächen, bietet uns was an“, lautete das abschließende Fazit von Bürgermeister Christof Weber, der mit dem Konzept der Solarpotenzialanalyse die Stadt Meschede gekonnt in Szene setzt. In dieser Vorreiterrolle in Sachen Erneuerbare Energien erhofft sich der Bürgemeister im Hinblick auf die Freiflächen der Stadt Meschede eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten und somit einen Mehrwert für die Kreis-und Hochschulstadt.

Die Solarpotenzialanalyse soll schon bald auf der Homepage der Stadt Meschede einzusehen sein.

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