Startschuss gefallen

Sanierung des Staudamms am Hennesee: So laufen die Arbeiten

Eine logistische Herausforderung sind bereits die vorbereitenden Maßnahmen zur Sanierung der Asphaltdichtung am Hauptdamm des Mescheder Hennesees.
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Eine logistische Herausforderung sind bereits die vorbereitenden Maßnahmen zur Sanierung der Asphaltdichtung am Hauptdamm des Mescheder Hennesees.

Meschede/Hochsauerland - Dort, wo sonst Touristen und Einheimische zu Fuß oder auf zwei Rädern Abgeschiedenheit und Ruhe suchen, rollen derzeit schwere Maschinen und sorgen für ordentlich Lärm. Die vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung der Asphaltdichtung am Hauptdamm der Hennetalsperre in Meschede laufen auf Hochtouren.

Für Besucher, Wanderer und Radfahrer heißt es derzeit deshalb besonders aufmerksam zu sein, da bereits seit 10. August der Hauptdamm und einige Zuwegungen gesperrt sind. Die jetzigen Arbeiten seien allerdings zwingend erforderlich, da die Asphaltbeton-Oberflächendichtung des Hauptdamms nach über zwanzig Jahren Betriebszeit deutliche Abnutzugserscheinungen aufweise, erklärt Christof Sommer vom Ruhrverband.

„Die Hennetalsperre ist 1950, nachdem alle Planungen fertig waren, in nur fünf Jahren gebaut worden. Insgesamt 3.500 Arbeiter waren damals an dem Großprojekt beteiligt“, blickt der Betriebsleiter auf die Anfänge der Talsperre zurück. „Die letzte Sanierung ist 1998 gewesen. So lange ohne hält das keine normale Beschichtung aus“, verdeutlicht der Fachmann. Derzeit werden deshalb in einem ersten Schritt der wasserseitige Grünstreifen sowie das Natursteinpflaster auf der schrägen Fläche des Damms entfernt. Das Natursteinpflaster soll zwecks besserer Instandhaltung und für einen einheitlichen optischen Eindruck durch eine Asphaltschicht ersetzt werden.

So sieht die Wegeführung während der Sanierungsarbeiten rund um den Hennesee aus.

Nach der aktuellen Planung sollen die Arbeiten an der Asphaltdichtung bereits am 14. September beginnen. Ein eigens zu diesem Zweck umgebauter Radlader soll die vorhandene Mastixschicht aus Spezialbitumen abschälen, ehe die darunterliegenden schadhaften Stellen ausgebessert werden. Danach soll dann die neue Mastixschicht aufgebracht werden. Diese werde die eigentliche Dichtung vor UV-Einstrahlung, Verschleiß und Eisgang als auch Witterung schützen. Kleine Schäden an der eigentlichen Dichtung sollen im Zuge der Sanierungsarbeiten mit behoben werden.

„Bereits seit Mai wird der Stauspiegel des Hennesees zur Vorbereitung der Maßnahme abgesenkt. Derzeit liegt er rund 7,70 Meter unterhalb des Vollstaus“, berichtet Sommer. Geplant sei, den Stauspiegel bis Mitte September um weitere 6,60 Meter zu senken, damit ein Niveau von 14,30 Meter unter Vollstau erreicht werde. Der für die Bauarbeiten erforderliche Stauspiegel entspräche etwa dem, der Ende September 2018 nach langer Trockenperiode erreicht worden sei, so der Betriebsleiter.

Kosten 1,7 Millionen Euro, Bauzeit voraussichtlich bis Ende Oktober 

„Ursprünglich waren die Arbeiten für 2019 vorgesehen, konnten jedoch wegen mangelnder Firmenverfügbarkeit nicht ausgeführt werden. Es gibt weltweit nur ganz wenige Unternehmen, die solche Arbeiten ausführen können. Um die Fläche im September abschälen zu können, wurde eigens ein Prototyp entwickelt und gebaut“, erklärt Sommer. 

Sanierungsarbeiten an der Hennetalsperre gestartet

Insgesamt werden sich die Instandsetzungkosten auf voraussichtlich 1,7 Millionen Euro belaufen. Wenn es die Witterungsbedingungen zulassen, soll die Sanierung gegen Ende Oktober abgeschlossen sein. Der Ruhrverband bittet in diesem Zuge um Verständnis für etwaige Beeinträchtigungen bezüglich der Freizeitgestaltung aufgrund der zwingend erforderlichen Sanierungsarbeiten.

Infos für Einheimische und Touristen

  • Die Badebucht in Mielinghausen ist seitdem nicht mehr nutzbar. Das Trailern von Booten ist nur noch an der Bootszufahrt Immenhausen möglich. Zudem können die Bootszufahrt Enkhausen, die Steganlagen des Yachtclubs Südstrand als auch des Segelclubs Enkhausen nicht mehr genutzt werden. 
  • Die Badestelle in der Berghauser Bucht steht den Sonnenliebhabern allerdings in der gesamten Saison weiter zur Verfügung. Ebenso ist die Fahrgastschifffahrt weiter in Betrieb, die Anlegestelle Mielinghausen wird jedoch seit Mitte August nicht mehr angefahren. 
  • Das Vorbecken Mielinghausen ist von der Maßnahme nicht betroffen und wird nicht abgestaut.

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