Schweigemarsch erinnert an Opfer der Pogromnacht und mahnt zur Wachsamkeit

Mescheder setzen ein stilles Zeichen des Friedens

„Erinnern, Gedenken und Mahnen“ – mit dem Schweigemarsch setzten die Mescheder ein Zeichen des Friedens.

Meschede. Ein stilles, aber deutliches Zeichen des Erinnerns setzten am Montagabend rund 150 Mescheder Bürger. Sie versammelten sich auf dem Stiftsplatz vor der St. Walburga Kirche, um anschließend mit einem Schweigemarsch den vertriebenen und getöteten jüdischen Mitbürgern der Reichspogromnacht von 1938 zu gedenken.

„Wir treten ein für die Wahrung der Menschenrechte, widersprechen jeder Art von Judenhass, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, engagieren uns für Flüchtlinge und führen den Dialog über ethnische, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg“ – zu diesem Leitsatz bekannten sich alle Unterstützer im Vorfeld des Schweigemarsches, unter anderem Landrat Dr. Karl Schneider und Bürgermeister Christoph Weber.

Auch in Meschede erinnern die Stolpersteine an die vielen durch das Nazi-Regime verfolgten Juden aus Meschede. Sie mahnen, Augen und Ohren stets offen zu halten und dem Hass sowie der Gewalt zu widersprechen.

Vor den aktuellen Themen der Flüchtlingskrise sei es heute wichtiger denn je, Fremdenfeindlichkeit, Vorurteilen und Hass abzulehnen und klar Stellung zu beziehen. „Den Anderen als anders wahrzunehmen und zu achten – und zugleich das Gemeinsame zu sehen und zu suchen“ – das war das erklärte Ziel, unter dem der diesjährige Schweigemarsch stattfand.

Die Teilnehmer setzten damit vor dem Hintergrund der vielen Kriegsschauplätzen in der Welt ein Zeichen des Friedens. Dr. Ahmet Arslan, Dialogbeauftragter der muslimischen Gemeinde in Meschede, mahnte dazu an, Flüchtlinge würdevoll und mit Respekt zu behandeln, um ihnen die Integration zu erleichtern.

Im Anschluss an den Schweigemarsch, der unter anderem auch Station am Jüdischen Friedhof machte, erfolgte das interreligiöse Friedensgebet im Bürgerzentrum Alte Synagoge.

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