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Strategie statt Pandemie: Gastronomen initiieren Aktion „Wann kriegen wir grünes Licht?“

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Von: Stefanie Nöcker

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Grünes Licht Gastronomie Meschede Dehoga Aktion
Auf die Initiative von einigen Mescheder Kneipiers und Gastronomen findet die Aktion „Wir können. Wir wollen. Wann kriegen wir grünes Licht?“ der Dehoga Hessen auch in Meschede ihren Platz. © Stefanie Nöcker

„Wir können. Wir wollen. Wann kriegen wir grünes Licht?“ – diese Aktion startet die Mescheder Gastronomiebranche auf Initiative der Werbegemeinschaft Meschede Aktiv und des Stadtmarketings Meschede an diesem Wochenende.

Meschede – Die Gastronomen fordern, dass sie unter Einhaltung der bekannten Maßnahmen wieder öffnen dürfen – nachdem sie rund 142 Tage im Lockdown sind. Daher lassen sie ihre Betriebe bis zum 28. März in grünem Licht erstrahlen und stellen ihren Vier-Punkte-Plan vor.

Wir wollen eine leise Demonstration starten und ein bisschen auf uns aufmerksam machen.

 André Wiese

„Wir wollen eine leise Demonstration starten und ein bisschen auf uns aufmerksam machen“, erläutert André Wiese, Geschäftsführer des H1 am See. Strategie statt Pandemie stehe auf der Tagesordnung – gerade diese gebe es für die Gastronomie vonseiten der Politik jedoch nicht. Die Frage, welche sich die Initiatoren dabei stellen: „Warum lernen wir nicht von anderen?“. Es gebe mittlerweile Mittel und Wege auch mit höheren Inzidenzwerten Leben und gastronomische Tätigkeiten stattfinden zu lassen. „Wir haben gerade im letzten Jahr bewiesen: Wenn einer etwas in Sachen Hygiene drauf hat, dann ist es die Gastronomie. Egal ob Masken, Abstand oder Datenkontrolle. Wir können Hygiene und mit entsprechenden Konzepten müssen wir auch öffnen dürfen“, fordert André Wiese.

Diese Öffnung müsse aber auch gesichert sein. Die Gastronomen hätten nichts davon, wenn man irgendwelche Schnellschüsse wage. „Wir sind froh, dass der HSK sich dazu entschlossen hat, sich der Nachverfolgungs-App Luca anzuschließen, auch wenn es von unserer Seite her viel zu spät kommt.“

Minijobber nicht vergessen

Der andauernde Lockdown betreffe nicht nur die Inhaber, sondern auch die Mitarbeiter. Die Gastronomie lebe von ihren Minijobbern. Diese würden in der ganzen Angelegenheit ohnehin zu wenig genannt. „Wir sind sehr darauf angewiesen, dass wir Hochzeiten und andere Veranstaltungen mit unseren 450-Euro-Kräften, Studenten, Teilzeitkräften – egal welcher Altersstruktur – ausrichten. Sie fallen aber sehr weit hinten rüber“, bemängelt der Geschäftsführer. „Wir fordern definitiv eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes für unsere Branche.“

Das Ganze betreffe auch die Ausbildungen. „Wir erleben immer mehr, dass sich ausgebildete Fachkräfte unserer Branche abwenden oder umorientieren. Das wird uns in den nächsten Jahren noch derbe auf die Füße fallen.“

Beispiele hierfür gebe es auch schon. Andre Mesters vom Holländer Hof gibt an: „Unser Koch arbeitet jetzt bei einem Metzger.“

Teststrategie für Mitarbeiter

Zudem fordern die Akteure, dass Mitarbeiter kostenlos getestet werden. Eine entsprechende Teststrategie sei mehr als überfällig. Sie betreffe nicht nur die Mitarbeiter, sondern eben die gesamte Bevölkerung, um so gewisse Lockerungen möglich zu machen.

Gleichermaßen verlangen die Initiatoren, dass Betriebe, welche unverschuldet und gesund in die Pandemie gegangen sind, auch weiterhin gesund bleiben. Viele Betriebe würden durch den Aufbruch ihrer Reserven auch ihre Kreditwürdigkeit verlieren und das sogar für die kommenden fünf bis zehn Jahre.

„Die ganzen Hilfen und Ausführung durch die Politik waren mehr als einer Schulnote sechs würdig. Mittlerweile sind über 20 Prozent der November- und Dezemberhilfen noch nicht ausgezahlt. Das ist schon ein Armutszeugnis“, kritisiert André Wiese abschließend.

Weitere Infos im Internet: www.aufstehen-gastgeber.de

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