Traumjob gesucht

Die 18-jährige Luisa Dröge geht ungewöhnliche Wege.

Es gibt immer noch Jugendliche, die momentan vor der Entscheidung stehen, auf welchen Ausbildungsplatz sie sich bewerben werden. Auch wenn es mittlerweile für die Bewerbung höchste Zeit wird, sind nach wie vor Ausbildungsplätze frei. "Noch gibt es nämlich Chancen auf einen Ausbildungsplatz, wenn auch nicht immer im Wunschberuf", so Walter Niggemeier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Meschede.

Bei der Entscheidung für einen Beruf kann die Erfahrung anderer Jugendlicher hilfreich sein. Einige Auszubildende sowie angehende Auszubildende aus Meschede und Umgebung berichten von ihren Erfahrungen:

"Nach zwei Praktika bei einer Bank war mir im Grunde klar, was ich später mal machen möchte", sagte Mario Hermes aus Remblinghausen, der seit Kurzem Auszubildender bei der Sparkasse Meschede-Eslohe ist. Nur ungefähr vier Bewerbungen waren nötig, um eine Stelle zu finden. Als auch die Hürde "Einstellungstest" genommen war, konnte er seine Ausbildung starten. "Hier herrscht eine gute und entspannte Arbeitsatmosphäre", so der 18-Jährige.

Sein Tipp für angehende Azubis: Praktika machen, sich auf anstehende Einstellungstests gut vorbereiten und beim Bewerbungsgespräch nett und offen sein.

Über etwas mehr Umwege fand Alina Mohr zu ihrer Ausbildungsstelle bei der Bäckerei Sommer. Zuerst arbeitete sie in einer Zahnarztpraxis. Nach der Kündigung dort machte die 19-Jährige dann ein Praktikum in der Bäckerei, da sie die Kollegen hier vorher schon kannte. Weil es ihr sehr gut gefallen hat, arbeitete sie im Anschluss an ihr Praktikum als Aushilfe und bekam dann eine Ausbildungsstelle. "Das Team und die Atmosphäre hier sind der Hammer. Ich fühle mich fast wie zu Hause", erzählt die Auszubildende aus Eversberg mit strahlenden Augen. "Über Umwege habe ich nun zu dem richtigen Beruf für mich gefunden."

Einen für eine Frau eher untypischen Beruf erlernt Luisa Dröge, ebenfalls aus Eversberg, die im zweiten Ausbildungsjahr bei der Fleischerei Kutsche ist. Ihr gefällt die Arbeit sehr gut, auch wenn einige ihrer Freunde dieser Entscheidung manchmal skeptisch gegenüberstehen. "Ich wurde schon gefragt, ob ich die Arbeit nicht eklig finde, aber für mich macht es keinen Unterschied, ob ich wie der Bäcker Teig oder wie der Metzger Fleisch verarbeite", so die 18-Jährige. In Bewerbungsstress ist sie nicht geraten. "Nach einem dreiwöchigen Praktikum hat mein Chef gefragt, ob ich nicht eine Ausbildung machen möchte. Das Angebot habe ich dann angenommen."

In einer spannenden Übergangsphase befindet sich Marvin Aleff, der sich erst kürzlich auf Ausbildungsstellen bei den heimischen Stadtverwaltungen beworben hat. "In der neunten Klasse war bei uns an der Schule ein Praktikum obligatorisch. Das habe ich bei der Stadtverwaltung Olsberg absolviert. Danach war mein Interesse für dieses Berufsfeld geweckt", so der 17-Jährige. Momentan macht er ein Praktikum bei der Stadtverwaltung Brilon, danach ein Jahrespraktikum bei der Stadtverwaltung Olsberg, in der er sich bei seinem früheren Praktikum sehr gut aufgehoben gefühlt hat. "Das Jahrespraktikum hat mir der Berufsberater empfohlen, um mehr Erfahrungen zu sammeln und die Aufgaben einer Verwaltung besser kennen zu lernen." Bei seinen Planungen für die Zukunft haben vor allem die Praktika und die Gespräche mit dem Berufsberater sehr geholfen.

Ob die Ausbildungsplatzsuchenden für das kommende Ausbildungsjahr noch die Zeit haben, ein Praktikum zu machen, ist fraglich. Definitiv können sie aber von den Erfahrungen von Freunden und Bekannten profitieren sowie die Beratung der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen, um sich im Dschungel der Berufsmöglichkeiten ihren eigenen Pfad freizuschlagen.

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