Modernisierung beginnt

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Mescheder Hallenbad gestartet

Im Mescheder Hallenbad laufen seit kurzem umfangreiche Arbeiten für eine komplette Modernisierung: Badleiter Andre Kettler (mi.) mit Lars Ester (li.) und Dominik Kotthoff vom Fachbereich Infrastruktur.
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Im Mescheder Hallenbad laufen seit kurzem umfangreiche Arbeiten für eine komplette Modernisierung: Badleiter Andre Kettler (mi.) mit Lars Ester (li.) und Dominik Kotthoff vom Fachbereich Infrastruktur.

Wo sonst kleine und große Sportler im Mescheder Hallenbad auf die Startblöcke steigen, steht – inmitten von Bauschutt – ein Minibagger. Das Becken selbst ist durch einen Bauzaun abgesperrt; vor dem Schwimmbad wird ein großer Kran aufgebaut. Die Arbeiten zur Sanierung des Hallenbades haben begonnen - einen Monat früher als ursprünglich geplant.

Meschede – Der Grund: „Wegen der Corona-Pandemie fand – mit Ausnahme des Schulschwimmens – ohnehin kein Betrieb statt“, erläutert Badleiter Andre Kettler. Am Ende, so hofft Andre Kettler, soll der vorzeitige Beginn dafür sorgen, dass man wieder früher in die Hallenbad-Saison starten kann.

Bis dahin liegt allerdings eine Mammut-Aufgabe vor Andre Kettler, dem Bäder-Team der Stadt Meschede sowie Dominik Kotthoff und Lars Ester vom Fachbereich Infrastruktur: Das 52 Jahre alte Hallenbad wird von Grund auf modernisiert. Rund 1,9 Mio. Euro soll das Groß-Projekt kosten - etwa 1,7 Mio. Euro davon stammen aus dem städtebaulichen Programm „Soziale Integration im Quartier“ des Landes NRW.

Ein zentraler Punkt der Arbeiten: Ein Edelstahlbecken wird ins Innere des Bades eingezogen. Es ersetzt die bisherigen Fliesen, die sich altersbedingt mittlerweile reihenweise von den Wänden lösen. Dafür wird aktuell der Beckenumgang abgebrochen. In einem zweiten Schritt wird dann der Beckenkopf mit der Ablaufrinne abgeschnitten. Das Edelstahlbecken liegt künftig direkt auf dem Beckenkopf auf. Auch der Beckenkopf selbst und die Beckenumrandung werden erneuert. Für die Verantwortlichen ist das ein besonders kritischer Punkt: „Die Abdichtung vom Edelstahlbecken zum Betonkörper muss sehr sorgfältig ausgeführt werden“, weiß Dominik Kotthoff: „Fehler, die sonst langfristig zu Problemen führen können, werden wir von Anfang an vermeiden.“ Mit dem neuen Becken steigt auch der Wasserpegel im Hallenbad. Deshalb werden die Startblöcke erhöht und auch der Sprungturm erhält eine neue Plattform.

Nicht sichtbar für künftige Besucherinnen und Besucher: Auch die Filter- und Lüftungsanlage werden erneuert. Während die wuchtigen Filterbehälter beim Bau des Bades per Kran eingesetzt worden sind, erfolgt der Einbau diesmal in Einzelteilen. Auch die Beckenhydraulik wird geändert: Statt von links nach rechts wird der „Wasserfluss“ im Becken künftig von unten nach oben erfolgen.

„Energetisch gesehen sind das wichtige Punkte - so können wir eine höhere Effizienz erzielen“, erläutert Lars Ester. Er freut sich, dass sich bei der Vergabe mehrerer Gewerke heimische Betriebe durchgesetzt haben: „Die Kommunikation klappt super.“

Bäder-Team bringt „Muskel-Hypothek“

Ein großer Vorteil sei zudem, dass Andre Kettler und sein Bäder-Team ständig vor Ort sind. Zum einen hätten die Handwerker somit jederzeit Ansprechpartner. Und zum anderen bringt das Bäder-Team auch „Muskel-Hypothek“ ein – Lars Ester: „Die Jungs stehen hier mit der Schubkarre in der Hand - das ist alles andere als selbstverständlich.“

Nicht selbstverständlich ist allerdings auch, dass auf Planungsbüros weitgehend verzichtet worden ist. Lediglich die Planung der Lüftungsanlage erfolgt durch das Büro Kombiplan - mit Sitz in der Region. Den kompletten Rest der Planungen übernimmt das Team des Fachbereichs Infrastruktur mit Dominik Kotthoff und Lars Ester selbst. „So etwas macht man nur einmal im Berufsleben“, unterstreicht Dominik Kotthoff. Er und Lars Ester führen dafür einen intensiven Austausch mit Experten und Fachunternehmen. Dennoch gibt es auch Faktoren, auf welche die Organisatoren keinen Einfluss nehmen können. Durch die Corona-Pandemie funktionieren Lieferketten nicht immer so reibungslos wie vor einem Jahr - Dominik Kotthoff: „Dann gilt es, pragmatische und gute Lösungen zu finden.“

Bürgermeister Christoph Weber freut sich, dass mit der Modernisierung des Hallenbades ein wichtiger Schritt für die Bäder-Landschaft im Mescheder Stadtgebiet getan wird. Gleichzeitig würdigt er das große Engagement seiner Mitarbeiter für das nun begonnene Groß-Projekt: „Das zeigt die hohe Identifikation mit unserem Schwimmbad.“

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