Kein Kavaliersdelikt

„Unfallflucht ist unfair“: Sauerländer Polizei klärt über korrektes Verhalten auf

„Unfallflucht ist unfair“, findet nicht nur die Polizei im Hochsauerlandkreis.
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„Unfallflucht ist unfair“, findet nicht nur die Polizei im Hochsauerlandkreis.

Viele kennen es und haben es schon selbst erlebt. Man kommt zurück zu seinem Auto und bemerkt eine Macke, die vorher noch nicht da gewesen ist. Von dem Verursacher ist nichts mehr zu sehen und man selbst bleibt auf dem Schaden sitzen. Und nicht nur die Polizei findet: „Unfallflucht ist unfair!“ 

Meschede/Hochsauerland – Die Motivation der Flüchtigen ist vielfältig. Angst vor Strafe, Vermeidung von Unannehmlichkeiten, Alkohol-/Drogenkonsum oder der Verlust des Schadenfreiheitsrabattes sind wohl die am häufigsten vorkommenden Motive. Auch der Kreis der geflüchteten Unfallbeteiligten ist nicht bestimmbar. Die polizeilichen Erfahrungen zeigen, dass sich das Phänomen der Unfallfluchten durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht.

In den meisten Fällen fällt die Unfallflucht erst auf, wenn der Geschädigte zurück zu seinem Auto kommt. Für die Polizei bedeutet das: Es gibt nur wenige bis gar keine Ermittlungsansätze. Denn obwohl die Polizei jede Unfallflucht akribisch aufnimmt, liegengebliebene Fahrzeugteile sichert und Lackpartikel untersucht, fehlt häufig der entscheidende Hinweis durch Zeugen. Deshalb bittet die Polizei: „Sie haben eine Unfallflucht beobachtet? Informieren Sie die Polizei!“

Zettel mit Namen und Adresse an Windschutzscheibe reicht nicht

Das Gerücht, sich korrekt zu verhalten, wenn ein Zettel mit Name und Adresse an der Windschutzscheibe des beschädigten Autos hinterlassen wird, hält sich hartnäckig. Diese Vorgehensweise ist jedoch falsch. Doch, wie verhalte ich mich eigentlich korrekt?

Nach jedem Unfall muss der Beteiligte am Unfallort bleiben, um zu nachzuweisen, wer er ist. Auch muss geprüft werden, ob nicht eventuell Alkohol oder Drogen im Spiel waren und die Fahrtüchtigkeit somit nicht gegeben war.

Bei Unfällen mit Kindern müssen Autofahrer ein ganz besonderes Händchen für die Situation haben. Viele Kinder stehen unter Schock und merken oft nicht, dass sie verletzt sind. Wenn sie anschließend zu Hause von dem Unfall erzählen, schalten die Eltern die Polizei ein und gegen den Fahrer wird wegen Unfallflucht ermittelt. Um sicher zu gehen, sollte bei Unfällen mit Kindern immer die Polizei gerufen werden.

Wenn es keinen Unfallgegner gibt, weil eine Leitplanke oder ein Verkehrsschild beschädigt wurde, muss noch am Unfallort die Polizei verständigt werden. Sollte der Verursacher keine Möglichkeit haben die Polizei zu rufen, beträgt die Wartepflicht an der Unfallstelle eine halbe Stunde, um Passanten auf sich und den Unfall aufmerksam zu machen. Erst danach darf die Unfallstelle verlassen werden. Allerdings nur, um sofort im Anschluss die nächste Polizeiwache aufzusuchen.

Anders als in vielen Köpfen verankert, ist die Unfallflucht kein Kavaliersdelikt sondern eine Straftat. Den Flüchtigen droht neben hohen Geldstrafen und Führerscheinentzug, in besonders schweren Fällen sogar Gefängnis.

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