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Mit dem Herzen stets in Afrika: Uschi Heim engagiert sich für Kinder in Gambia

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Von: Daniela Weber

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Meschederin Uschi Heim engagiert sich für Kinder in Gambia
Viele strahlende Gesichter: Uschi Heim fühlte sich bei ihrem diesjährigen Besuch in einem der Kindergärten zwischen den Kindern sichtlich wohl. © Verein

„Das wahre Glück ist: Gutes zu tun“: Dieses Zitat des griechischen Philosophen Sokrates passt perfekt zu Uschi Heim aus Meschede. Denn die 81-Jährige engagiert sich mit dem Verein „Kindergarten Meschede in Gambia“ seit nunmehr 25 Jahren als Gründerin und erste Vorsitzende für die Vorschulbildung von Kindern in dem kleinen westafrikanischen Land und hat damit ihre persönliche Erfüllung gefunden.

Meschede – Uschi Heim sitzt in ihrem Esszimmer mit Blick auf das verregnete Meschede und blättert durch einen großen Jahreskalender ihres Vereins.

„Diese dunklen Kulleraugen schauten mich an und die Kinder fassten an meine weiße Haut“ – die sympathische ältere Dame schwelgt in Erinnerungen an ihren ersten Aufenthalt in Gambia.

„Gambia ist wie eine zweite Heimat für mich“

Man sieht wie ihr dabei das Herz aufgeht. Seite für Seite stöbert die Meschederin durch den Kalender, Aufnahmen von Gambia, den drei Kindergärten des Vereins und den vielen Kindern lösen bei ihr Sehnsüchte aus: „Ich vermisse es, in Afrika zu sein. Sonst war ich immer ein halbes Jahr dort. Gambia ist wie eine zweite Heimat für mich.“

Ihr letzter Aufenthalt in dem kleinsten afrikanischen Land liegt nun bereits ein paar Monate zurück. Doch wie begann das „Abenteuer Afrika“ für die heute 81-Jährige eigentlich? Damals mit 55 Jahren wollte sie etwas machen, „das anderen gut tut und Freude macht“. Herauszufinden, was das sein könnte, dauerte selbstverständlich eine Weile. Während einer Patenreise, organisiert von dem Verein „Kindergarten Wattenscheid in Gambia“, die sie sich selbst zu ihrem Ehrentag schenkte, merkte sie, dass Gambia ein perfekter Ort für ihr persönliches Engagement werden könnte. „Ich bin nach dieser Reise erneut nach Gambia geflogen. Dort zeigte mir ein Gambianer im Ort Dimbaya einen provisorischen Kindergarten. Dimbaya heißt übersetzt übrigens ,Familie’. Ich hatte dort also quasi meine erste afrikanische Familie“, lacht Heim.

Aus Gedankenspielen wurde Ernst

Zurück in Deutschland, gingen die beiden Aufenthalte und das Provisorium ihr nicht mehr aus dem Kopf, sogar nachts dachte sie stets daran. „Ich konnte nicht mehr schlafen und hatte immer einen Block neben meinem Bett liegen, um Ideen sofort notieren zu können.“ Aus Gedankenspielen wurde dann Ernst: im März 1996 gründete Uschi Heim den Verein „Kindergarten Meschede in Gambia“. Der erste Kindergarten des Vereins wurde dann in Dimbaya eröffnet. Zwei weitere in Tubakuta und Sanyang folgten. „Es war eine Entscheidung, die mein Leben verändert hat. Unser Verein möchte den Kindern dort, eine bessere Perspektive bieten.“ In Sanyang hat sich Uschi Heim ihr eigenes kleines „Reich“ eingerichtet. Ein Haus, in dem sie unweit von dem „paradiesischen Strand“ ihre Zeit in Afrika verbringt.

Jahreskalender Uschi Heim
Der Jahreskalender weckt bei Uschi Heim Erinnerungen an ihre Zeit in Gambia (für Vollbild oben rechts klicken). © Daniela Weber

Wenn man die Meschederin nach ihrer Anfangszeit im fernen Afrika fragt, merkt man, dass der Start für sie gar nicht so einfach war. „Die Kinder weinten vor Hunger. Das kannte ich so nicht. Eine richtige Küche gab es aber nicht. Also mussten wir improvisieren und haben draußen Krapfen gebacken.“ Mittlerweile gibt es Küchen, in denen Frauen aus den Dörfern frisches Essen zubereiten. In Dimbaya unterhält der Verein zudem eine Kinderkrankenstation. „Man merkt, wenn man vor Ort ist, nach und nach, was noch fehlt. Ein Beispiel: die Schuluniform. Wir mussten damals erst einmal einen Schneider finden“, sagt sie schmunzelnd. Wichtig sei dem Verein gewesen, kein Schulgeld zu verlangen, um auch Mädchen den Zugang zur Bildung zu ermöglichen. „Sonst hätten die Eltern nur ihre Söhne geschickt. Die sind ja wichtiger“, bedauert sie.

Verein „Kindergarten Meschede in Gambia“ ist eine Erfolgsgeschichte

Der Verein „Kindergarten Meschede in Gambia“ ist eine Erfolgsgeschichte: Über 400 Kinder werden auf die Schulzeit vorbereitet. „Die Kinder sind so dankbar. Das finde ich so faszinierend an den Menschen dort. Sie haben nicht viel, aber sind mit dem, was sie haben und bekommen glücklich“, so Heim abschließend – im Gedanken bereits bei ihrer nächsten Reise nach Afrika, die sie für Januar plant.

Weitere Informationen

Die Finanzierung des Vereins läuft durch Projekt-Patenschaften, Einzelspenden und Aktionen des Vereins. Infos dazu gibt es unter https://www.kindergarten-meschede-in-gambia.de.

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