Neue Standorte, kürzere Wege

Verbesserungen notwendig: Gutachter stellt bedarfsgerechten Rettungsplan für den HSK vor

Nachdem fahrzeugetechnisch bereits mächtig aufgerüstet wurde, soll das Gutachten nun für eine strukturelle Anpassung und einen bedarfsgerechten Rettungsplan für den HSK sorgen.
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Nachdem fahrzeugetechnisch bereits mächtig aufgerüstet wurde, soll das Gutachten nun für eine strukturelle Anpassung und einen bedarfsgerechten Rettungsplan für den HSK sorgen.

Kommt jetzt Ruhe in die entbrannte Debatte rund um den Zustand des Rettungsdienstes im HSK? Zumindest wurde in dieser Woche mit Spannung ins Kreishaus nach Meschede geblickt, denn im Rahmen der dortigen Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses stellte ein unabhängiger Gutachter einen bedarfsgerechten Rettungsplan für Hochsauerlandkreis vor.

Meschede/Hochsauerland - Besondere Beachtung und Brisanz fand die Vorstellung des Gutachtens von Jens-Christian Petri, Geschäftsführer der Orgakom Analyse + Beratung GmbH, durch das anonyme Schreiben einiger angeblicher Mitarbeiter der Rettungswachen im HSK, welches schwere Vorwürfe gegen den Rettungsdienst beinhaltete und öffentlich in den vergangenen Wochen für Aufmerksamkeit gesorgt hatte.

Das Gutachten soll nun mit neuen Daten und Fakten zur Versachlichung der Debatte beitragen. In seiner neuen Untersuchung, die von März 2019 bis 2020 erstellt worden ist, stellte Jens-Christian Petri einen bedarfsgerechten Rettungsplan für den Kreis vor. „Es soll ein Versorgungsniveu geschaffen werden, damit niemand hintenrüberfällt. Es darf nicht heißen: Wer da wohnt hat Pech gehabt. Jeder muss bedacht werden“ so Petri.

Im Vergleich zur vorherigen Analyse stellte der Geschäftsführer der Orgakom heraus, dass ein leichter Rückgang von zwei Prozent bei der Notfallrettung zu verzeichnen sein, im Krankentransport seien 17 Prozent Rückläufigkeit festgestellt worden. Hinsichtlich der Einhaltung der kreisweiten Hilfsfrist von 12 Minuten seien statt der erforderlichen 90 Prozent lediglich 86,63 Prozent erzielt worden. „Da muss was getan werden“, sagte Petri, da beispielsweise Orschaften wie Hallenberg, Medebach, Freienohl oder auch Oeventrop ein Erreichbarkeitsproblem hätten. Des Weiteren habe Winterberg eine zu kleine Wache für die Mitarbeiter.

 „Die Standorte müssen raus aus der Stadt. Der Rettungsdienst muss die Fläche abdecken, schnelle Wege sind erforderlich“.

Jens-Christian Petri, Geschäftsführer der Orgakom Analyse + Beratung GmbH

Hinsichtlich der ungünstigen Standorte mitten im Ort in Winterberg, Brilon, und Meschede unterbreitete Petri folgenden Verbesserungsvorschlag: „Die Standorte müssen raus aus der Stadt. Der Rettungsdienst muss die Fläche abdecken, schnelle Wege sind erforderlich“. Der Anaylse-Fachmann unterbreitete daher die Empfehlung, die Rettungswache von Altarnsberg nach Hüsten zu verlegen, Meschede nach Westen (Enste), Brilon nach Osten an die B7, B251, Olsberg nach Westen und Schmallenberg nach Süden. Die Neheimer Rettungswache sei nicht zwingend zu verlagern, da sie bis weit über die Kreisgrenze hinaus selbst Werl noch mitversorgen würde. Lediglich ein weiteres Fahrzeug sei als Empfehlung am Standort Neheim zu positionieren.

Drei neue Standorte ins Leben rufen

Der Geschäftsführer der Orgakom Analyse + Beratung GmbH sprach sich weiter dafür aus, drei neue Standorte ins Leben zu rufen, in Medebach-Ost, in Hallenberg-Nord und im zentralen Kreisgebiet in Schmallenberg-Bödefeld.

Im Bezug auf die notärztliche Versorgung stellte er heraus, dass es für Notärzte keine Zeitvorgabe geben würde. Es sei generell ein Problem Notärzte zu generieren, da sie zu teuer seien. Das Hauptaugenmerk sei daher stärker auf die Notfallrettung zu legen. Als Empfehlung sprach Petri vor dem Hintergrund aus, die Notfallstandorte Arnsberg und Neheim in Hüsten zusammenzuführen, Brilon und Olsberg in Altenbüren.

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