1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Meschede

Verschärfte Situation

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

„Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Unterbringungssituation in Meschede erheblich verschärft“: Das stellt der Fachbereich Ordnung der Stadt Meschede zur Thematik „Unterbringung von Flüchtlingen“ fest, die der Rat der Kreis- und Hochschulstadt aufgrund von Anträgen und Nachfragen der SPD- sowie der Grünen-Fraktion erörterte.

Aktuell meldet die Stadt 81 zugewiesene Flüchtlinge in diesem Jahr, und mit weiteren Zuweisungen sei zu rechnen. Im Jahr 2012 waren es 23 Personen, im vergangenen Jahr 59 Personen. In den städtischen Unterkünften wohnen derzeit 107 Flüchtlinge. Weitere wohnen in Privatwohnungen. In den vorhandenen Häusern können keine Personen mehr untergebracht werden. Im Herstweg in Berge wird eine Eigentumswohnung der Stadt für maximal acht Personen renoviert und in der Oberberger Straße ist ein Haus für fünf Jahre angemietet worden, das von maximal 40 Personen genutzt werden könnte. Der Fachbereich zur weiteren Entwicklung: „Die Flüchtlingszahlen werden nicht zurückgehen, es ist eher noch mit höheren Zahlen zu rechnen.“

„Bevor wir wieder Wohncontainer aufstellen, sollten wir weiter die Lösung Privatquartier anstreben, und die Stadt mietet Häuser an“, stellte hierzu die UWG-Fraktionsvorsitzende Maria Gödde-Rötzmeier fest. Bürgermeister Uli Hess resümierte: „Wir fühlen uns von Bund und Land allein gelassen und machen uns Sorgen um die Folgen.“

Auch um die finanziellen; denn die vom Land für diese Aufgaben zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel „decken bei weitem nicht die tatsächlichen Ausgaben“. Das Haushaltsminus für diese Aufgaben wird sich in diesem Jahr auf rund 480.000 Euro belaufen. Der Ansatz für das kommende Jahr beträgt 609.000 Euro, für 2016 dann an die 633.000 Euro.

Kein „Arbeitskreis Flüchtlinge“

Eine kurze Diskussion gab es zur Thematik noch wegen des Antrags der Grünen zur Bildung eines Arbeitskreises Flüchtlinge „zur Unterstützung der Verwaltung der Stadt. Selbst wies man auf den „guten Schritt“ hin, dass die Stadt mit der Flüchtlingsberatung der Diakonie zusammenarbeitet. Informiert wurde über weitere helfende Aktionen und Initiativen. Und hingewiesen wurde auf die Einladung der katholischen Kirche Meschede-Bestwig zu einem „runden Tisch“, um die unterstützenden Aktionen in der „Flüchtlingsfrage“ zu bilanzieren und koordinieren.

Auch mit Blick darauf wurde die Bildung eines Arbeitskreises vom Stadtrat abgelehnt. (Von Wilfried Gundel, meschede@sauerlandkurier.de)

Auch interessant

Kommentare