Erfolg in schweren Zeiten

Volksbanken im HSK legen positive Jahresbilanz für 2015 vor

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Die Volksbank-Vorstände Jürgen Dörner (Volksbank Sauerland), Andreas Ermecke (Volksbank Bigge-Lenne) und Dirk Schulte (Volksbank Reiste-Eslohe) präsentierten ein gutes Ergebnis im Verbund der Volksbanken im HSK.

Hochsauerland. Trotz intensiver Wettbewerbsbedingungen und schwierigen Rahmenbedingungen durch die anhaltende Niedrigzinsphase ist es den Volksbanken im Hochsauerlandkreis gelungen, ihren Mitgliedern und Kunden auch im Jahr 2015 ein verlässlicher Partner zu sein. „Mit unserem Genossenschaftsmodell sind wir eine der solidesten Banken in Europa – diesen sicheren Hafen wissen unsere Kunden zu schätzen“, brachte es Vorstand Jürgen Dörner (Volksbank Sauerland) bei der Jahrespressekonferenz auf den Punkt.

Das Vertrauen der Kunden und das gute Jahresergebnis hinterließen zufriedene Gesichter im HSK-Verbund. Dennoch werde es immer schwieriger, sich zu behaupten. „Die Folgen der Niedrigzinsphase werden für alle Kreditinstitute spürbar zunehmen“, erklärte Vorstand Andreas Ermecke (Volksbank Bigge-Lenne). Und weiter: „Da derzeit ein Ende der Niedrigzinsperiode nicht absehbar ist, treffen europaweit Banken entsprechende Vorkehrungen, in dem sie ihre Kosten der Ertragssituation anpassen. Dieses wird auch für die genossenschaftliche Finanzgruppe mit ihrem zinsabhängigen Geschäftsmodell eine große Herausforderung.“ Durch eine Vielzahl von Aktivitäten (Kundenfokus 2020, Online-Bezahlsystem oder kontaktloses Bezahlen) machten sich die Genossenschaftsbanken „fit für die Zukunft“, führte Ermecke aus. 

In diesem Zusammenhang kritisierte er aber auch ganz deutlich die Überlegungen, die Bankensicherungssysteme in der EU zu vergemeinschaften. Im Notfall müsste die Volksbank so die Verfehlungen anderer Banken in Europa finanziell mitausmerzen. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar“, so Ermecke. 

Jürgen Dörner ging dann auf die Bilanzzahlen ein (siehe Infokasten). Bemerkenswert ist hier nach wie vor, dass viele Sauerländer aus Verunsicherung eine Wertminderung (Inflation höher als Zinsen) ihres Kapitals hinnehmen und den sicheren Weg wählen, anstatt in zum Teil risikobehaftete Angebote zu investieren. Diese bieten die Volksbanken in ihrem Finanzverbund unter anderem mit den Partnern Union-Investment, Schwäbisch Hall oder R+V-Versicherungen an. 

Firmen verfügen über hohes Eigenkapital 

Die Bilanz 2015 in Zahlen

- Bilanzsumme: 3,095 Mrd. Euro (+1,2 %)
- Einlagen: 2,222 Mrd. Euro (+2,05%)
- Kreditvolumen: 1,976 Mrd. Euro (+0,37%)
- Mitglieder: 90.097 (leicht sinkend) 
- Kunden: 159.028 (-1988)
- Mitarbeiter: 703 (+4)
- Auszubildende: 54 (=)
- Geschäftsstellen: 62 (-13)
- Spenden: 547.000 Euro
- Steuern: 7,28 Millionen

„Diese Geschäfte werden für uns immer wichtiger“, führte Dörner aus und verwies auf das Gesamtkundenvolumen, das um 140 Millionen auf 6.056 Milliarden Euro (+2,36 Prozent) anstieg. 

Nach wie vor sei das eigene Kreditgeschäft mit dem gewerblichen und privaten Mittelstand eine tragende Säule des Geschäfts der Genossenschaftsbanken im Kreis. Im eigenen Kreditgeschäft erhöhten sich die Ausleihungen an Kunden moderat um 0,37 Prozent auf rund 1,98 Milliarden Euro. Das Gesamtkundenkreditvolumen ist um 1,29 Prozent auf rund 2,49 Milliarden Euro gewachsen. 

Wachstumstreiber war das gewerbliche Kreditgeschäft, das 60 Prozent ausmacht. „Hier hätten wir gerne noch etwas mehr gemacht. Aktuell ist das Eigenkapital der Firmen aber sehr hoch, das sind wohl die Konsequenzen, die die Firmen aus der Finanzmarktkrise 2008/2009 gezogen haben“, vermutet Dörner. Doch auch die Privatwirtschaft war am Kreditwachstum beteiligt. Hier haben vor allem Renovierungen und energetische Modernisierungen von privat genutzten Immobilien für eine gestiegene Nachfrage nach Finanzierungsmitteln gesorgt. 

Ein „zartes Pflänzchen“ sei aktuell auch der Mietwohnungsbau, bemerkte Dörner, der gespannt auf die Entwicklung in diesem Sektor ist. Kredit-Potenzial sehen die Banken indes noch im Windenergie-Sektor. Hier warteten aber viele investwillige auf die Entscheidungen der Politik. 

Gute Nachricht für alle Volksbank-Mitglieder: Voraussichtlich 2,2 Millionen Euro werden an die rund 90.000 Anteilseigner in diesem Jahr ausgeschüttet.

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