Vorarbeiten gehen weiter

Auch wenn der Hennedeckel wohl erst im August fallen wird: Die Vorbereitungen für dieses zentrale Bauprojekt in der Innenstadt laufen bereits jetzt auf Hochtouren.

Nach der Sanierung der Brücke Fritz-Honsel-Straße stehen jetzt die nächsten Schritte an. Eine Spezialfirma wird dabei die beiden Ufermauern sichern, damit sie auch künftig dauerhaft Verkehrslasten und Erddruck tragen können.

Zwar haben die Ufermauern nach ihrem Bau bereits rund 20 Jahre ohne Deckel sicher gestanden. Die Bauvorschriften verlangen aber, dass bei einem Eingriff in ein statisches System ein sogenannter "Standsicherheitsnachweis" erbracht werden muss. Entsprechende Untersuchungen haben ergeben, dass die Ufermauern am Winziger Platz auf Flusskies stehen. Deshalb werden sie nun durch Bohrpfähle gesichert, noch bevor der eigentliche Hennedeckel entfernt wird.

Entlang der westlichen Ufermauer - also auf der "Finanzamtseite" - stellt dafür eine Spezial-Tiefbaufirma ab Anfang Februar am Winziger Platz in einem Abstand von rund zwei Metern Bohrlöcher mit einem Durchmesser von etwa 90 Zentimetern her. "Diese Bohrlöcher reichen bis zu neun Meter tief in den Boden, womit sie unter dem Hennebett in den Felsen einbinden", erläutert Michael Klauke vom Fachbereich Infrastruktur der Stadt Meschede. Im Anschluss baut das Unternehmen dann Bewehrungskörbe aus Baustahl ein und verfüllt die Bohrlöcher mit Beton. Michael Klauke: "Diese Bohrpfähle halten den Erddruck von der westlichen Hennemauer fern." Nach dem Abbruch des Hennedeckels schließlich erhalten die Ufermauern eine neue Mauerkrone aus Stahlbeton - "die wird dann mit den Köpfen der Bohrpfähle verbunden; die westliche Ufermauer ist dann standsicher und quasi ,daran angehängt'."

Auch die östliche Ufermauer auf der anderen Henne-Seite wird gesichert. "Hier wird der geplante Hennesteig durch Anker mit der Mauer verbunden", erläutert Michael Klauke. Anschließend werden in den Hennesteig senkrechte Anker eingebaut - sie reichen bis in den Felsen unter dem Hennebett und sorgen so für dauerhafte Stabilität.

Aus Sicherheitsgründen wird das Baufeld schon vor dem Beginn der eigentlichen Arbeiten per Erdsondierungen auf Kampfmittel untersucht. Schließlich handelt es sich beim Winziger Platz um ein Bombenabwurfgebiet aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese Untersuchung beginnt am Montag, 30. Januar; die eigentlichen Arbeiten zur Sicherung der Hennemauern sollen eine Woche später am Montag, 6. Februar, starten. Dafür muss die Fahrbahn am Winziger Platz im ersten Bauabschnitt von der Fritz-Honsel-Straße bis zum Fußgängerüberweg an der AOK gesperrt werden. Die Sperrung der Fahrbahn im zweiten Abschnitt reicht vom Fußgängerüberweg bei Foto Kleinsorge bis zur Zeughausstraße. Die Gehwege bleiben für Fußgänger jederzeit nutzbar. Der Anlieger- und Lieferverkehr kann über die Alte Henne ausweichen. Die Arbeiten am Winziger Platz sind witterungsabhängig und sollen - inklusive Erdsondierungen - voraussichtlich fünf Wochen dauern.

Für Busse steht die Haltestelle "Winziger Platz" während des gesamten Zeitraums in beiden Fahrtrichtungen nicht zur Verfügung. Der Linienverkehr wird deshalb über Briloner Straße, Steinstraße und Coventrybrücke zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) umgeleitet.

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